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SC 04 Schwabach reagiert auf Sturm-Problem: Ex-Nationalspieler für Landesligisten

Landesliga Nordost

Bei der Präsentation der Neuen für die anstehende Landesliga-Saison vor einem Monat war klar, dass beim SC 04 Schwabach der Weggang von Daniel Orel (zum FC Holzheim) eine große Lücke hinterlassen würde. „Das tut sauweh“, gewährten Abteilungsleiter Norbert Hammer und Sportdirektor Stefan Pröpster einen Einblick in den Gemütszustand. In diesen Tagen klangen beide schon wieder zuversichtlicher, zumal sich der damals bereits vage angekündigte Coup realisieren ließ. Am Dienstag nun präsentierten die Verantwortlichen des SC 04 Schwabach mit Anton Shynder den Spieler, der ein Problem im Angriff lösen könnte.

Die letzten Personalien beim SC 04 Schwabach vor dem Saisonstart – stehend von links: Sportdirektor Stefan Pröpster, Abteilungsleiter Norbert Hammer, Christian Graf, Anton Shynder, Trainer Jochen Strobel, Co-Trainer Christian Krach und Torwart-Trainer Jürgen Petschner; unten von links: Fabian Merkl und Tim Wunderlich.

 / © Jainta

Mit 32 Jahren ist der Stürmer zwar bereits in die Jahre gekommen, aber wie hatte schon Trainerfuchs Otto Rehhagel gesagt: „Es gibt im Fußball nicht jung und alt, sondern nur gut und schlecht!“ Das damals angekündigte Ass im Ärmel könnte also durchaus zum Trumpf-Ass werden - die Eckdaten des Offensivspielers lassen zumindest darauf hoffen.

Aus der U19 des SSV Jahn Regensburg wechselte Anton Shynder über das Nachwuchsteam von Shakhtar Donezk zur „Zweiten“ der SpVgg Greuther Fürth, von dort weiter zum VfR Aalen (4. Liga) und dann zurück zum Jahn Regensburg in die 2. Bundesliga. Erste Erfahrungen mit der Premier Liga (1. Liga der Ukraine) sammelte er bei SK Tavriya Simferopol. Für Aufsehen sorgte danach Shynders Wechsel zum europäischen Topclub Shakhtar Donezk. Dort begann aber auch eine einjährige Leidenszeit wegen einer schweren Knöchelverletzung.

Weiter ging es nach Chornmorets Odessa (2. Liga), von dort nach Vorskla Poltava (Premier Liga) und zurück nach Donezk. Amkar Perm und Tobol Kostanay (jeweils 1. russische Liga) waren weitere Stationen, ehe es nach einem einmonatigen Abstecher (Saison 2018/19) nach Ungarn (Kisvarda, 1. Liga) noch einmal zurück ging in die Ukraine zu Olimpik Donezk (10. Platz Premier Liga 2018/19), wo er schließlich seine Profikarriere ausklingen ließ.

Insgesamt bestritt der 32-Jährige 139 Spiele in den höchsten Spielklassen und erzielte dort 34 Tore. Fünfmal kam der Mittelstürmer mit Gardemaß (1,90 Meter) in der Europa League Qualifikation (1 Tor) zum Einsatz. Sein persönliches Highlight freilich war die Einladung durch Fußball-Legende Oleg Blochin in die Nationalmannschaft der Ukraine. In den Jahren 2011 und 2012 wurde er viermal nominiert für die A-Nationalmannschaft. Einmal kam er auch tatsächlich zum Einsatz, für 15 Minuten am 14. November 2012 gegen Bulgarien.

Nun schließt sich der Kreis. Vor allem seine Familie (Frau und zwei Kinder), mit der Anton Shynder seit geraumer Zeit in Schwabach lebt, und der Kontakt zu Norbert Hammer waren die Triebfedern, um die Karriere als Fußballprofi ausklingen zu lassen und beruflich andere Prioritäten zu setzen. Shynder hat einen neuen Lebensmittelpunkt und der SC 04 einen Angreifer, an dem er hoffentlich noch viel Freude haben wird.

Drei weitere Neue

Drei weitere Neuzugänge haben auf dem offiziellen Mannschaftsfoto für die Saison 2019/20 ihren Platz gefunden. Ob sich der 19-jährige Tim Wunderlich vom SV Seligenporten, wo er in der Vorsaison acht Spiele in der Bayernliga Nord (1 Tor) bestritt, einen Stammplatz beim Landesligisten erkämpfen kann, wird sich zeigen. Christian Graf und Fabian Merkl wurden aus der eigenen Jugend in den Kader der „Ersten“ mit hochgezogen. Sie sollen dort ihre Trainingseinheiten absolvieren.

Der Kader steht, die Saison kann beginnen für den SC 04 Schwabach. Erste Aufschlüsse über den Leistungsstand dürfte Cheftrainer Jochen Strobel wohl schon am Samstag bei der Qualifikation zum Totopokal (ab 12.30 Uhr beim 1. FC Herzogenaurach) erhalten. Offen ist freilich, ob dort auch schon Anton Shynder zum Einsatz kommen wird.

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