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Verletzungspech und Urlaub: Vielen Teams drückt der Personal-Schuh

Vorschau Bezirksliga Süd 2. Spieltag

Ein breiter Kader ist dieser Tage Trumpf in der Bezirksliga Süd. Viele Teams - darunter bspw. Zirndorf, Herrieden und Aufkirchen - kämpfen mit Verletzungspech und Urlaubszeit. Die erste Elf stellt sich teilweise von selbst aus. Nichtsdestotrotz geht es mit dem zweiten Spieltag weiter. Und an diesem empfängt der ASV Zirndorf am Samstag den TSV Greding. Etwas später kreuzen die SG Herrieden und der FC Dombühl sowie der ESV Ansbach/Eyb und die TSG Roth die Klingen. Am Sonntag hat dann der SV Raitersaich den SV Ornbau zu Gast. Der FV Dittenheim spielt beim SC Aufkirchen vor und der SV Marienstein begrüßt im Kampf um den ersten Dreier den STV Deutenbach.

Sowohl die SG Herrieden (weiß) als auch der TSV Freystadt haben einige verletzte Spieler zu beklagen.

 / © Etzold

In Zirndorf treffen zwei Teams aufeinander, welche sich am ersten Spieltag durch einen knappen 1:0-Sieg einen Dreier sichern konnten. Nach dem Derbysieg in Deutenbach genießt das Team von Martin Hermann nun Heimrecht. ”In Deutenbach wäre ich auch mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. Wir haben aber durch einen überragenden Freistoß von Thomas Faff das Spiel gewonnen und der alleine war das Eintrittsgeld schon wert. Auf dem kleinsten Platz der Liga werden es alle Mannschaften schwer haben, die eine spielerische Lösung suchen.” Gerne erinnert sich der ASV-Coach an die letzten beiden Begegnung gegen die Schwarzachstädter zurück: “Wir haben in der letzten Saison beide Spiele gegen Greding verdient gewonnen. Beim letzten Spiel vor der Winterpause hatte ich nur elf gesunde Spieler zur Verfügung und wir haben trotzdem mit 3:1 gewonnen. Im Moment haben wir viele Urlauber und ich hoffe, dass ich drei gesunde Auswechselspieler auf die Bank bekomme. In Deutenbach konnte ich nur zweimal wechseln.” Mit Verletzungsproblemen hat auch der neue Coach des TSV Greding Jürgen Schmid zu kämpfen. Fabian Wolfsteiner fällt weiterhin wegen einer Muskelverletzung aus, Jonas Finger hat sich die Hand gebrochen und Lukas Billner, der Schütze des goldenen Tores gegen Wendelstein, gönnt sich einen Urlaub. “Es wird eine sehr schwere Aufgabe für uns. Ich kenne das Team aus der letzten Saison durch die Spiele mit dem TSV Freystadt. Die Neuzugänge der Zirndorfer kenne ich aber noch nicht.” Gegen die spielstarken Zirndorfer sei es wichtig, nicht in Rückstand zu geraten und die Schlüsselspieler in den Griff bekommen. “Wir werden uns stark auf unsere Defensive konzentrieren und dann versuchen, den einen oder anderen Konter zu setzen. Halten wir die Null, dann haben wir auf jeden Fall schon einen Punkt, mit dem wir leben könnten. Sollten wir auch noch unsere Torchancen nutzen, dann können wir auch in Zirndorf etwas mitnehmen”, sagt Schmid.

Gegen den euphorischen Aufsteiger aus Dombühl kam der SV Marienstein bei seiner ersten Begegnung unter die Räder. “Nach einer guten Anfangsphase haben wir innerhalb von zehn Minuten das Spiel durch individuelle Fehler und Konzentrationsmängel verschenkt”, kritisiert SVM-Coach Stephan Zengerle. Es wird durch die Rote Karte für Manuel Bittlmayer und Blessuren zu Veränderungen im Kader kommen, doch auch Spieler nach überstandener Verletzung werden zurückkehren. “In den letzten Jahren haben wir mehrmals die erste Partie verloren und vielleicht ist das ein gutes Omen. Es gibt noch Defizite, an denen wir arbeiten werden und dann wird es spielerisch bergauf gehen. In der Vorbereitung fehlten viele der Neuzugänge verletzungsbedingt. Jakob Luff und Tobias Eisenschenk sind junge Spieler mit Potential und wir erhoffen uns, dass sie die Mannschaft verstärken werden”, ist Zengerle überzeugt. “Gegen Deutenbach werden Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Auswärts haben wir uns immer schwer getan, aber auf eigenem Platz wollen wir etwas holen.” Bei der Derby-Niederlage gegen den ASV Zirndorf stimmten bei Deutenbach das Zweikampfverhalten und der Einsatz, bei der Durchschlagskraft der Offensive ist aber durchaus noch Luft nach oben. STV-Coach Arno Zeilmann geht optimistisch in die Partie: “Es werden uns im Spiel gegen Marienstein noch zusätzliche Spieler zur Verfügung stehen, die ihre Verletzungen auskuriert haben. Wir erwarten ein kampfbetontes und enges Spiel. Wir wollen das Spiel positiv gestalten und etwas aus Marienstein mitnehmen. Gegen das sympathische Team haben wir in den letzten Jahren gerne gespielt, obwohl es neben den Siegen auch Niederlagen setzte.”

Der SV Raitersaich überzeugte bei der TSG Roth mit einer starken Mannschaftsleistung und spielte wie aus einem Guss. Besonders die zweite Halbzeit, in der der Aufsteiger offensiver agierte, war sehr stark. Jetzt heißt es für den SVR auf eigenem Terrain nachzulegen. Doch Spieltrainer Dietmar Kusnyrik will der etablierten Bezirksliga-Mannschaft aus Ornbau nicht ins offene Messer laufen: ”Wir wollen zu Beginn aus einer sicheren Abwehr spielen und uns keinen Rückstand einfangen. Die Punkte wollen wir aber hier bei uns behalten.” Stammtorhüter Jürgen Singer wird wieder zwischen den Pfosten stehen und auch sonst kann Raitersaich aus dem Vollen schöpfen und in Bestbesetzung antreten. Der SV Ornbau muss beim Aufsteiger die unglückliche Derbyniederlage gegen den SC Aufkirchen noch wegstecken. Fehlen wird definitiv Rotsünder Aaron Lederer und Urlauber David Lederer. SCO-Coach Marco Meier erwartet eine emotionale Partie. “Wir brauchen die gleiche Einstellung wie gegen Aufkirchen. Die ersten 35 Minuten und von der Halbzeit bis zur 75. Spielminute waren wir gegen Aufkirchen spielbestimmend. Wir müssen konstanter werden. Beim Spiel mit dem Ball brauchen wir mehr Ruhe und Geduld, da sich unsere Gegner in Zukunft meistens einfach nur hinten reinstellen und auf Ballverluste warten. Des Weiteren stellen wir uns wieder auf ein Spiel mit vielen Emotionen ein, da Raitersaich durch den 4:1-Sieg über Roth mit sehr viel Euphorie auftreten wird. Außerdem haben sie das erste Bezirksliga-Heimspiel - das ganze Dorf wird wahrscheinlich anwesend sein.” Der junge Trainer ist guter Dinge, da die Mannschaft sehr gut mitzieht. Mit einer gesunden Mischung aus Anspannung und Lockerheit sollen die ersten Punkte der Saison eingefahren werden.

Der Derbysieg des SC Aufkirchen zum Saisonauftakt gegen den SV Ornbau hinterließ deutliche Spuren im Kader des Landesliga-Absteigers. Sebastian Beck brach sich das Wadenbein, Kevin Kreuchauf zog sich eine schwere Muskelverletzung zu und der Einsatz von Torhüter Tim Friedrich ist unsicher, da er durch die Tritte nach einer Tätlichkeit von Ornbaus Aaron Lederer Blessuren an Kopf und Rücken erlitt. Dementsprechend erbost war SCA-Coach Josef Pelczer über die Szene, welche zur Verletzung des Keepers führte: “Ich habe über 40 Jahre Amateurfußball geschaut, aber ich habe noch nie eine vergleichbare Situation gesehen.” Der Ausfall von Sebastian Beck schmerzt den Trainer besonders. “Er ist ein Schlüsselspieler und die langwierige Verletzung ist ein schwerer Schlag und verringert unsere taktischen Möglichkeiten gewaltig, da er unser einziger Spieler mit Bayernliga-Erfahrung ist.” Zukünftig wird das Team wohl etwas defensiver agieren müssen. Mit Dittenheim trifft Aufkirchen auf ein befreundetes Team, welches die Verantwortlichen sehr gut kennen, da sie auch kürzlich bei einem Turnier zum Vereinsjubiläum eingeladen waren. “Sie haben sehr viele talentierte Spieler aus dem Raum Gunzenhausen und Treuchtlingen in ihren Reihen. Gegen spielstarke Mannschaften rufen sie immer eine besonders starke Leistung ab. Wir freuen uns auf das Heimspiel, aber es wird sehr schwer gegen eine Mannschaft mit einem guten Niveau”, sagt Pelczer. Mit einer Niederlage bei Aufsteiger TV Hilpoltstein verlief der Dittenheimer Auftakt nicht optimal. Auch das Team von Martin Huber, das durch den Tausch des Heimrechts erneut auswärts ran muss, plagen Verletzungssorgen. Sascha Nebert hat sich in Hilpoltstein schwer verletzt und wird längere Zeit ausfallen. Torjäger Thomas Selz ist wieder ins Training eingestiegen, sein Einsatz ist aber noch fraglich. Lars Walczyk wird wieder in den Kader zurückkehren. "In Bestbesetzung können wir noch nicht antreten, doch mit dem vorhandenen Kader kann ich zufrieden sein. Der Gegner ist mir gut bekannt und besonders die Offensivspieler und Leistungsträger haben sich nicht verändert. Es wird ein schwerer Gang, aber kein Spiel in dieser Liga wird einfach. Sie sind eine sehr effektive Mannschaft und benötigen wenige Torchancen. In Ornbau muss man erst einmal gewinnen und da liegt die Messlatte sehr hoch.” sagt Huber voller Respekt.

Die Eisenbahner konnten sich am ersten Spieltag noch schonen, da das Spiel in Weißenburg den schlechten Witterungsverhältnissen nach einem starken Gewitter zum Opfer fiel. Co-Trainer Tobias Zippold hätte natürlich lieber gespielt, um nach der Vorbereitung im Spielrhythmus zu bleiben. Ansbach/Eyb kann bis auf die beiden Urlauber Alexander Armbrüster und Erik Kromm in Bestbesetzung antreten. Zippold, der Jörg Müller in den nächsten drei Wochen zusammen mit Reiner Eisenberger vertritt, konnte sich ein Bild von der TSG Roth im Spiel gegen Raitersaich machen. ”Die Gelb-Rote Karte war wohl der Knackpunkt für Roth. Wir erwarten einen hochmotivierten Gegner, aber wir wollen bei unserem Kirchweihspiel am Samstag unbedingt gewinnen.” Die TSG Roth startete denkbar schlecht gegen den euphorischen Aufsteiger Raitersaich. Wie zu erwarten war, muss sich das Team mit vielen Neuzugängen erst finden und einspielen. Eine Niederlage in der ersten Partie war auch in den letzten Jahren für die Kreisstädter nichts Ungewöhnliches. Wenn sich die Mannschaft gefunden hat und sich die Spielidee des neuen Trainerteams durchsetzt, wird es für die TSG Roth aufwärts und in die gewünschte Tabellenregion gehen. 

Bei der Niederlage in Freystadt zeigte das Team von Thomas Seibold Charakter und hätte trotz Verletzungspech und Unterzahl in den letzten 20 Minuten beinahe noch einen Punkt mitgenommen. Die schlechten Platzverhältnisse auf dem B-Platz waren eher ein Vorteil für die Heimelf. In Freystadt fehlten sieben Spieler und die Personalsituation hat sich für das Derby gegen Dombühl noch verschlechtert. Holzschuh und Seibold fallen bis zur Winterpause aus. Christ, Kammerer, Regner, Paul und Bernhard haben Verletzungen mit einer Regenerationszeit von drei bis vier Wochen. Hinzukommen aus privaten Gründen und Urlaub noch Fischer, Heidingsfelder, Pfeiffer, Schreiber und Wellhöfer, die für diese Partie ausfallen. Die Mannschaft stellt sich somit fast von selbst auf und viele Spieler der zweiten Mannschaft müssen aushelfen. Eine Spielverlegung kam für Dombühl nicht in Frage, da das Spiel in der folgenden Woche schon verlegt wurde und somit wäre das Team zwei Wochen ohne Spielpraxis gewesen wäre. Neben den vielen Hiobsbotschaften gibt es für Seibold einen Grund zur Freude: “Die drei Neuzugänge von der SpVgg Ansbach (Deininger, Plohmer und Paul) haben sich menschlich und fußballerisch sehr gut in das Team eingefügt.” Aufsteiger Dombühl hatte beim 4:1-Auftaktsieg gegen Marienstein ein Erfolgserlebnis und somit einen Einstand nach Maß. Das Team konnte den Schwung und die Euphorie aus der Meisterschaft mitnehmen. Dem Gegner wurden nur wenige Chancen erlaubt, die Angriffe waren zielstrebig vorgetragen und sehr effektiv. Die Freude über den verdienten Sieg war beim FCD sehr groß, da der Dreier über eine konzentrierte Mannschaftsleistung erspielt wurde. Trainer Markus Engelhardt hat Respekt vor dem nächsten Gegner, da es sich bei Herrieden um eine etablierte Bezirksligamannschaft handelt, welche in den letzten Jahren immer im vorderen Bereich mitgespielt hat. “Den erfahrenen Verantwortlichen Hans Brunner und Thomas Seibold ist es gelungen, die Mannschaft nochmal sinnvoll mit jugendlichen Elan zu verstärken. Drei Spieler mit Top-Ausbildung von der SpVgg Ansbach vergrößern ihren Handlungsspielraum erheblich.” Die Taktik für das schwere Auswärtsspiel hat sich der FCD-Coach schon zurechtgelegt: ”Wir kennen die große Qualität von Herrieden in der Offensive, die mit hervorragenden Spielern besetzt ist. Da müssen wir uns gegenseitig helfen, gutes Verschieben ist notwendig und immer wieder doppeln und sichern.” Da Manuel Fragner und Simon Lubig sich im Urlaub befinden, Patrick Schurz, Paul Raddatz und Patrick Diede weiterhin verletzt sind, haben einige Spieler die Möglichkeit sich für die erste Elf zu empfehlen.

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