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Müller und Lahr sorgen für neue Bucher Torgefahr

Nach dem 5:3 gegen Baiersdorf

Beim 5:3 gegen Baiersdorf zeigt sich die neue offensive Qualität des TSV Buch. Der erfolgreiche Saisonstart in der Landesliga ist auch auf die Angreifer Nicolas Müller und Oliver Lahr zurückzuführen, die dem Bucher Spiel etwas geben, das ihm bislang gefehlt hat.

Zurück zu Fischbacher Quoten? Oliver Lahr (Zweiter von links) will endlich wieder Tore schießen. 

 / © Daniel Marr/ Zink

Die Strapazen der vergangenen 90 Minuten waren Nicolas Müller anzusehen – auch wenn er nur 45 davon Fußball gespielt hatte. Ein dicker Verband um den rechten Knöchel verriet, wie intensiv der Angreifer des TSV Buch in der ersten Halbzeit gegen den Baiersdorfer SV gearbeitet hatte, wie er keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen war, wie sehr er die gegnerische Defensive beschäftigt hatte. Doch das letzte Zeichen, das Nicolas Müller vor der Pause setzen wollte, endete mit einem lauten Schmerzensschrei.

Immer wieder hatte er sich beim Schiedsrichter über die kleinen Fouls seiner Gegenspieler beklagt. Als die letzten Sekunden von der Uhr liefen, wollte der 29 Jahre alte Stürmer jedem zeigen, dass er sich davon nicht entmutigen lässt – und zog bei einem Pressschlag nicht zurück. Schon kurz danach wurde der Knöchel dicker und dicker – und war das Spiel für Nicolas Müller vorbei.

Nachlässig in der Defensive

Dabei war dieser Sonntagnachmittag bis dato sehr gut gelaufen für Müller – auch wenn ihm diesmal kein Tor gelang. Nach dem frühen 0:1 durch Mladen Popovic (11. Minute) glich Buch fünf Minuten später durch Oliver Ell aus, nach 24 Minuten hatte Fabian Botzel auf Vorlage von Nicolas Müller das Spiel gedreht. Doch Baiersdorf steckte nicht auf und Buch verteidigte nicht energisch genug. Nico Geier glich mit einem wunderbaren Schlenzer für Baiersdorf aus – dass Buch trotzdem nicht mit dem besseren Gefühl in die Kabine ging, lag auch an Nicolas Müller und seinen Qualitäten.

Eine minimale Berührung seines Gegenspielers, den er an der Grundlinie gebunden hatte, nahm er dankend an und rettete so eine vermeintlich schon vertane Chance seines TSV. Müller ging zu Boden, der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, Botzel traf zwei Minuten vor der Pause zum 3:2. Es folgte ein lauter Knall, dann ein Schrei – und viel Arbeit für Nadine Lilli, die Bucher Physiotherapeutin. Die zweite Halbzeit verfolgte Nicolas Müller dann mit einem dicken Verband am Fuß – und einem Lächeln im Gesicht.

Denn als der eine Stürmer ausfiel, übernahm einfach der andere dessen Job. Oliver Lahr traf nach 53 Minuten lässig vom Elfmeterpunkt zum 4:2, drei Minuten und einen Schussversuch von Lahr später stand der sehr agile Lukas Hofer frei vor dem Tor und verwertete einen Abpraller zum 5:2. Dass das Spiel damit nicht schon gelaufen war, lag am abermals nachlässigen Defensivverhalten des TSV, der Baiersdorfs Sven Wächter beim 5:3 zum Toreschießen einlud. Danach aber spielte Buch die Partie souverän zu Ende, ließ kaum mehr etwas zu und den Gegner laufen. Entsprechend glücklich wirkte Nicolas Müller, als er nach dem 5:3 über den Platz humpelte. Vier Tore hat er in den ersten vier Spielen geschossen, im fünften kamen zwei Vorlagen hinzu – in der Tabelle steht Buch mit elf Punkten auf Platz vier.

Der gute Saisonstart ist auch auf die beiden neuen Angreifer Nicolas Müller und Oliver Lahr zurückzuführen. Immer wieder beklagten dieTrainer in den vergangenen Jahren die fehlenden Tore, dass zu viel Last auf den Schultern von Philip Lang und Udo Brehm lastete, die sich vorne abmühten. Jetzt hat Manuel Bergmüller zwei Möglichkeiten mehr – und zwei Spieler, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

„Keiner weiß, warum ich schon acht Verein hatte“, sagt Müller, der bereits für Quelle Fürth, Buckenhofen, Deutenbach, Zirndorf, Lauf, Neustadt, Steinachgrund und zuletzt für die Spielvereinigung Ansbach gespielt hat, bevor es ihn vor einem Jahr nach Buch zog. Ein neuer Arbeitsplatz, eine neue Partnerin, seit zehn Jahren sucht Nicolas Müller seinen Verein – und glaubt man ihm, hat er ihn im TSV Buch nun gefunden. „Ich fühle mich hier heimisch“, sagt er, inzwischen lässt ihn sein Körper auch schmerzfrei Fußball spielen.

Der dritte Angreifer wartet schon

Oliver Lahr hingegen hat jahrelang in der Kreisliga für Fischbach unter seinem damaligen Trainer Manuel Bergmüller getroffen wie er wollte, als er sich doch für den Schritt in die Landesliga nach Großschwarzenlohe entschied, quälten ihn lange Zeit Knieprobleme. Jetzt ist er seinem einstigen Trainer nach Buch gefolgt, nach einem halben Jahr voller Arztbesuche ist er dort „sehr zufrieden“, vor allem nach seinem ersten Tor für den TSV. „Es wurde Zeit“, sagt Lahr, „ich hatte ja doch schon einige Chancen.“ Die neue offensive Wucht gefällt auch Udo Brehm, der sich als Co-Trainer vor allem um die Angreifer kümmern will. Wegen des engen Spielplans derzeit war dafür noch nicht die notwendige Zeit, „ich habe bislang vor allem viel mit den beiden gesprochen“. Die Worte unter Stürmern haben gefruchtet, auch wenn Brehm seinen Einfluss nicht überbewerten will. „Die Qualität bringen sie schon selbst mit“, sagt er. „Wir haben jetzt mehr Geschwindigkeit und müssen anders spielen als früher, aber ich wusste, dass beide ihre Tore machen werden.“ Wenn der ebenfalls lange verletzte Philip Lang demnächst auch noch mitmischt, sollen vor allem die gegnerischen Verteidiger über Strapazen klagen.

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