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Beim FC Herzogenaurach verschärft sich die Lage

Landesliga Nordost

Den FC Herzogenaurach plagen immer heftigere Personalsorgen. Gegen Neudrossenfeld reicht es nur zum 0:0.

Ungewohnt, aber erfolgreich: Nach der Verletzung von Raphael Geinzer musste FCH-Offensivspieler Nico Haas als Rechtsverteidiger aushelfen. Was zunächst noch etwas wackelig war, funktionierte letztlich überraschend gut. Am Ende stand die Null.

 / © Oliver Gold/ Zink

„Dies wird mein vorerst letztes Heimspiel für die Pumas sein“, schreibt Dominik Burkhardt im Vorwort des FCH-Heimspielmagazins. Der Innenverteidiger wird aufgrund seines Studiums nach Schweden ziehen. Ein Leistungsträger, der nicht mehr aus dem Team wegzudenken war und jetzt wegbricht. Die Personalsorgen beim FCH verschärfen sich von Spiel zu Spiel. Und die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. Eric Stübing, der in der vergangenen Partie ausgewechselt werden musste, wartet noch auf seine Diagnose. Doch es deutet sich eine längere Verletzungspause an. 

Und das Pech scheint seinen Höhepunkt immer noch nicht erreicht zu haben. Die Partie gegen Neudrossenfeld läuft erst wenige Minuten, da verletzt sich mit Raphael Geinzer der nächste Leistungsträger. Weil an diesem Tag kein gelernter Rechtsverteidiger im Kader steht, muss mit Nico Haas ein Offensivspieler in die Viererkette rücken. In der Not helfen manchmal nur kreative Lösungen.

Aber auch der TSV Neudrossenfeld hadert derzeit mit dem Personal. Und auch hier sucht man nach Möglichkeiten, um die Kader-Sorgen mit Taktik-Kniffen aufzufangen. Als der Schlusspfiff ertönt, steht Sebastian Brand an der Seitenlinie und sagt: „Die Idee hat ja gar nicht mal so schlecht funktioniert“. Der Neudrossenfelder Co-Trainer erzählt wie das Trainerteam sich im Vorfeld eine Umstellung überlegen musste. „Auch wenn wir das in dieser Form zum ersten Mal probiert haben.“ Die kreative Lösung, die sich Neudrossenfeld überlegt hat, hört auf den Namen Dreierkette. Der Plan scheint zunächst aufzugehen. Die Pumas suchen nach Antworten auf die gegnerische Taktik.

Dreierkette oder Viererkette? Es ist letztlich eine Frage, wo ein Team sich selbst verletzlich zeigen will. Denn zehn Feldspieler können nie alle Räume auf dem Feld abdecken. Also muss sich ein Trainer gut überlegen, wohin er sein Team in Überund wohin in Unterzahl schicken will. Die Vorteile der einen Formation sind die Nachteile der anderen. Der TSV Neudrossenfeld hat durch die Dreierkette im Zentrum eine Überzahl. Ein Vorteil, der sich in der ersten Hälfte gegen die Pumas in längeren Ballbesitzphasen und einer leichten spielerischen Überlegenheit niederschlägt.

Doch immer dann, wenn es dem FCH gelingt, schnell umzuschalten, kommen die Gäste in Probleme. Ein Spieler mehr weiter vorne, bedeutet eben auch ein Spieler weniger weiter hinten. Weil aber beide Teams aus ihren jeweiligen Vorteilen kaum Ertrag erzielen, entsteht eine merkwürdige Konstellation. Ein Team hat etwas mehr Spielanteile, das andere die etwas besseren Chancen. Wirklich gefährlich wird es aber selten. Stattdessen sind es die beiden Keeper, die auf den jeweiligen Seiten ihre Mannschaften im Spiel halten. Tobias Grüner pariert in der 28. Minute einen Kopfball von Marco Amling. Neun Minuten später hält Florian Peter nach einem Schuss von Jannik Hannemann das 0:0 fest. Auch in der zweiten Hälfte ändert sich an der Dynamik relativ wenig. Der FCH agiert weiterhin zu hektisch und kommt im Zentrum kaum in aussichtsreiche Positionen. Die größte Chance hat noch Kevin Rockwell, der den Ball in der 61. Minute über statt ins Tor knallt.

Wer zieht, verliert

So neutralisieren die Teams sich gegenseitig. Beide wanken, aber keiner fällt. Keiner wagt es, die Extraportion Risiko einzugehen. Oder auch: Fußballerisches Mikado. Wer zuerst zieht, der verliert. Erst ganz am Ende versucht es Neudrossenfeld nochmal. Aber am FCH-Keeper Florian Peter ist an diesem Tag kein Vorbeikommen. Jeder Ball, der in seine Richtung kommt, fliegt Sekunden später wieder in die entgegengesetzte. Auch den Abschluss von Jan Löhrlein zehn Minuten vor dem Ende pariert er und sorgt damit für den 0:0-Endstand. Ein gerechtes Ergebnis, findet jedenfalls Sebastian Brand. „Spielerisch lief das heute über weite Strecken nicht so gut“, sagt der Neudrossenfelder Co-Trainer. „Man hat schon gemerkt, dass heute zwei Mannschaften gespielt haben, die nicht verlieren durften.“

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