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Trotz sechs Monaten in den USA: Kalchreuth hält an Oliveira fest

Bezirksliga Nord

Nach zwei Niederlagen zum Auftakt gewinnt Bezirksligist FC Kalchreuth erstmals, verliert aber bald seinen Trainer für ein halbes Jahr.

Muss aus beruflichen Gründen seinen FC Kalchreuth demnächst aus der Ferne verfolgen: Trainer Joao Oliveira, der vorübergehend an seine Assistenten übergibt.

 / © Sportfoto Zink

Schon bald wird Joao Oliveira nicht mehr nach Burgfarrnbach oder Gutenstetten fahren, sondern nach Joplin im Dreieck zwischen Oklahoma City, St. Louis und Kansas City. Der Trainer des FC Kalchreuth hat die Reisen in der Bezirksliga nicht satt, ab September wird er trotzdem ein knappes halbes Jahr im US-Bundesstaat Missouri verbringen. Allerdings nicht zum Entspannen, auch nicht für einen monatelangen Abenteuertrip - stattdessen soll der 43-Jährige dort, im Mittleren Westen, ein Projekt seines Arbeitgebers betreuen.

"Es ist für meine Entwicklung gut", sagt Oliveira, "ich hätte natürlich auch Nein sagen können, aber das wäre sicher nicht förderlich gewesen." Denn Joao Oliveira verdient sein Geld eben nicht mit dem Fußball, sondern als Logistikplaner, "und in der Branche ist man eben immer mal wieder im Ausland unterwegs". Bislang war der Kalchreuther Trainer immer mal wieder für eine Woche weg, hat unter anderem in Rumänien und Portugal Workshops geleitet, jetzt wird es eben ein etwas längerer Aufenthalt.

Doch zu Ende ist die Zusammenarbeit zwischen Oliveira und dem FCK deshalb nicht - vielmehr haben sie sich im Verein für einen ganz besonderen Vertrauensbeweis entschieden. "Ich war sehr offen", sagt Oliveira, schon bei den ersten Anfragen seines Arbeitgebers hat er die Verantwortlichen informiert. Diese haben nun, da der Auslandsaufenthalt feststeht, entschieden, dass sie auf ihren Trainer warten und die kommenden Monate mit einer Interimslösung arbeiten wollen.

Am 31. August wird Joao Oliveira beim Heimspiel gegen die Spielvereinigung Erlangen letztmals an der Seitenlinie stehen, ab dann übernimmt Co-Trainer Thomas Dörsch. Damit der nicht auf sich alleine gestellt ist, komplettiert bereits seit dem Saisonbeginn Christian Häring das Trainerteam. Der 34-Jährige war früher für den TV 48 Erlangen aktiv, später trainierte er den Kreisligisten TSV Brand und soll vorerst für ein halbes Jahr Verantwortung übernehmen.

Eigentlich ja nur drei Monate

"Ich fühle mich natürlich wertgeschätzt und geehrt, dass der Verein sagt, dass wir das so hinkriegen", sagt Joao Oliveira, der seinem Assistenten "zu 100 Prozent vertraut" und auch mit Lob für Häring nicht spart. Dass er in drei Wochen mit einem guten Gefühl in die Staaten fliegen kann, liegt auch am vergangenen Sonntag. Da war der FCK beim TSV Burgfarrnbach zu Gast und gewann durch ein Tor von Neuzugang Dominic Stöhr mit 1:0, es waren die ersten drei Punkte nach zwei Niederlagen zum Auftakt bei Türkspor/Cagrispor und gegen Gutenstetten. "Es ist Zeit geworden", findet Oliveira, "wir wollten nicht nur guten Fußball spielen wie in den Spielen zuvor, sondern auch einfach mal Punkte holen." Am Donnerstagabend (Anstoß 18.30 Uhr) geht es schon daheim gegen Weisendorf weiter, zusätzliche Punkte würden Joao Oliveira den Abschied noch ein bisschen leichter machen. Am 27. Februar wird der Trainer dann schon wieder im Flugzeug sitzen, "eigentlich verpasse ich also nur drei Monate, ab Dezember ist ja schon Winterpause", sagt er. Bis dahin wird er sich die Spiele in der Heimat eben im Internet anschauen – um 7 oder 8 Uhr am Morgen.

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