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Ruman: "Wir haben eine bessere Mannschaft"

Regionalliga Bayern

Trainer Petr Ruman ist mit der SpVgg Greuther Fürth II Tabellenführer der Regionalliga Bayern. Was läuft anders als in den vergangenen Spielzeiten?

Hinter Petr Rumans Erfolg stehen eine besser zusammengestellte Mannschaft und Ex-Profis im Trainerteam wie Roberto Hilbert (hinten). 

 / © Sportfoto Zink

Nach sechs Spieltagen grüßt die SpVgg Greuther Fürth II von der Tabellenspitze der Regionalliga Bayern. Eine schöne Momentaufnahme nach schwierigen Jahren, in denen das kleine Kleeblatt gegen den Abstieg spielen musste. Trainer Petr Ruman versucht zu erklären, warum es diesmal anders laufen kann, bevor am Freitagabend um 19.30 Uhr Anstoß beim Vorletzten FC Memmingen ist.

Herr Ruman, wie kommt es zu diesem Höhenflug?

Wir haben einfach mehr Punkte als die anderen Mannschaften.

Könnte man das etwas präzisieren?

Wir haben in den letzten Wochen insgesamt mehr richtig als falsch gemacht. Das ist in erster Linie der Kaderzusammenstellung geschuldet. Charakter und Eigenschaften der Spieler stimmen. Sie sind willig und haben den Profifußball im Blick. Und es ist ein Erfolg unserer internen Kommunikation. Rachid Azzouzi, Stefan Leitl, Mirko Reichel, Marco Ried und ich sind im ständigen Austausch. Marco hat großen Anteil am Erfolg, denn er hat in der U19 die Jungs letzte Saison hervorragend ausgebildet.

Welches Spiel hat Ihnen bisher am besten gefallen?

Fußballerisch war das Spiel gegen Schweinfurt sehr gut. Man hat gesehen, dass es im Fußball sehr wichtig ist, mit der richtigen Einstellung ins Spiel zu gehen. In Rain am Lech haben die Jungs bis zum Schluss an sich geglaubt und wurden in letzter Sekunde mit dem Siegtreffer belohnt.

Müssen Sie Ihre Arbeitsweise jetzt ändern? Statt die Spieler weiter zu pushen, eher darauf achten, Sie zu bremsen und am Boden zu halten?

Das Gute ist doch, dass wir jetzt schon Vorarbeit geleistet haben. Ich muss die Jungs nur dahingehend bremsen, dass sie eigentlich jeden Tag gerne zweimal trainieren würden und am besten noch ein Spiel hätten. Ich muss gerade die Belastung steuern und den Spielern auch einmal eine Pause gönnen.

Präsident Fred Höfler sagte scherzhaft zu Ihnen, dass der Aufstieg verboten sei. Die Dritte Liga sei für Fürths zweite Mannschaft nicht finanzierbar.

Wir haben jetzt den siebten Spieltag und es ist überhaupt nicht unsere Aufgabe, an eine Meisterschaft zu denken. Das Ziel bleibt der Klassenerhalt und die Jungs weiterzuentwickeln. In den internen Gesprächen haben wir das auch immer so besprochen und so wird es auch bewertet.

Wie fühlt sich die aktuelle Situation für Sie an? Ist es eine Bestätigung, dass man viele Dinge doch richtig macht? Vergangene Saison ist die U23 nur dank des Abstiegs von Ingolstadt der Relegation entgangen?

Dass ich ein guter Trainer bin, wusste ich schon vorher. Ich habe im Vergleich zur Vorsaison nicht viel verändert an den Abläufen. Wir haben einfach eine bessere Mannschaft zusammengestellt. Die Inhalte sind ähnlich, vielleicht haben wir uns ein bisschen mehr bei den Profis angelehnt. Ich bin wie ich bin, egal ob im Erfolg oder im Misserfolg.

Wird es bis zum Transferschluss noch Neuzugänge geben?

Nein, unser Kader ist voll. Letztes Jahr waren wir sehr von den Profis abhängig, die Zusammenstellung des U-23-Kaders war problematisch. Jetzt haben wir eine Mannschaft, die selbstständig in der Lage ist, Regionalliga zu spielen.

Sie haben vor der Saison Ihren spielenden Co-Trainer Daniel Adlung besonders hervorgehoben. Nimmt er in der aktuellen Runde wieder diese dominierende Rolle ein?

Definitiv. Er ist Führungsfigur und das perfekte Beispiel für einen Profi. Wie er auf seinen Körper achtet, wie er trainiert, agiert und sich auch neben dem Platz präsentiert, ist für die jungen Spieler vorbildlich.

Welche Aufgaben nehmen er und Roberto Hilbert in ihrem Trainerteam wahr?

Wir haben vor der Saison die Rollen aufgeteilt. Daniel kümmert sich um die Videoanalyse, geht mit den einzelnen Spielern Szenen durch und gibt Tipps. Roberto Hilbert ist neben seiner Tätigkeit als Athletiktrainer auch mit eingebunden. Er kümmert sich um die Gegnerbeobachtung und die Standards. Beide sind als ehemalige Profis unbezahlbar, sie wissen, wie sich ein Spieler auf und neben dem Platz fühlt.

Was erwarten Sie von den nächsten Partien? Sind die Fürther jetzt schon die gejagten Favoriten?

Die Entwicklung der Spieler hat uns in diese Rolle gebracht. Es wird spannend sein, wie das Team zur Sache geht. Es wird mehr Teams geben, die sich hinten reinstellen werden wie Rain am Lech, und wir werden trotzdem Lösungen brauchen. Meine Jungs haben sich diese Situation verdient. Das wird ihnen einen Schub geben.

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