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Rahner: "Ich will, dass wir giftig sind, rattig sind"

Vorschau Landesliga Nordost 11. Spieltag, Freitag

Zwei Partien stehen am Freitagabend in der Landesliga Nordost an. Underdog Großschwarzenlohe empfängt mit ordentlich Selbstvertrauen im Gepäck den Ligafavoriten aus Feucht, auch Schwaig ist gut drauf, wähnt sich trotz besserer Tabellen-Platzierung im Duell mit Schwabach aber ebenfalls in der Außenseiterrolle.

SVS-Coach Alu Rahner ist mit der Tabellensituation natürlich sehr zufrieden.

 / © Petzoldt

Für den SC Großschwarzenlohe wird es eine Herkulesaufgabe. Denn erstens ist der Begriff „Heimspiel“ für die Bauer-Schützlinge in der Vorrunde ein eher relativer Begriff. Weil der Platz im heimischen Robert-Potzler-Stadion neu angelegt wird, weicht der SCG immer nach Wendelstein aus, diesmal zum FV Wendelstein an die Mozartstraße (Anpfiff bereits um 17.30 Uhr). Und dann ist der Gegner ja nicht irgendwer. Mit dem 1. SC Feucht kommt der Primus der Liga. Acht Siege und zwei Unentschieden, so lautete die Zwischenbilanz der hochgerüsteten Mannschaft von Florian Schlicker. Es müsste schon einiges zusammenkommen, damit die Feuchter nicht Aspirant auf den Meistertitel und den Aufstieg in die Bayernliga wären. Zwei Spieler ragen bislang heraus. Torjäger Stephan König netzte in zehn Spielen schon zehnmal ein. Im Mittelfeld zieht der Ex-Kornburger Fabian Klose die Fäden. Sein Freistoßtor gegen Vach ist für den Treffer des Monates des Bayerischen Fußballverbandes nominiert. Aber: Großschwarzenlohe muss sich nicht verstecken. Nach holprigen Start mit drei Niederlagen am Stück blieb die Mannschaft aus dem Wendelsteiner Ortsteil zuletzt siebenmal am Stück unbesiegt und punktete dabei gegen Röslau, Kornburg, Baiersdorf und Forchheim dreifach. Auch das 0:0 vergangene Woche beim so stark gestarteten Aufsteiger Selb ließ aufhorchen. Längst hat sich der SCG ins Mittelfeld abgesetzt, gegen Feucht kann man also ganz locker auflaufen. Großschwarzenlohe, auf Rang acht notiert, hat hier nichts zu verlieren. Ans Verlieren denkt Trainer Florian Bauer auch gar nicht. „Im Brustton der Überzeugung sage ich: Wir wollen dieses Spiel gewinnen“, kündigt er selbstbewusst an. Seine Jungs würden derzeit Außergewöhnliches leisten. Und dass mit den verletzten Mika Schmidt und Jannick Schnabel sowie mit Urlauber Andi Scheuenstuhl drei Spieler fehlen, sei auch nicht ganz so schlimm, wie es im Vorjahr gewesen wäre. „Wir sind breiter aufgestellt“, sagt Bauer. Wenn auch nicht ganz so breit und ganz so hochklassig wie der Gegner, dessen Trainer Florian Bauer sehr gut aus Seligenportener Zeiten kennt. Damals war dort Florian Schlicker Trainer und Florian Bauer als Kapitän sein verlängerter Arm auf dem Feld. Für Feucht gab es gegen Vach zuletzt den vierten Sieg in Folge: „Wir sind in den ersten 20 Minuten überhaupt nicht richtig ins Spiel gekommen, haben uns sehr viele Fehlpässe geleistet. In der zweiten Hälfte haben wir dann mehr Druck auf die Vacher Abwehrkette gemacht. Am Ende war es schon ein verdienter Sieg für uns, aber Vach hat auch eine starke Leistung abgeliefert,“ resümierte Coach Schlicker nach der Partie. // rog/kk

Ganz vorne scheint der SC Feucht seiner Favoritenrolle gerecht zu werden - und dahinter: Stehen nun drei Aufsteiger auf den unmittelbaren Verfolgerplätzen. Einer von ihnen ist der SV Schwaig, der sich mit dem vierten Sieg in Folge auf Rang vier schob. 1:0 hieß es am Ende gegen den Baiersdorfer SV. "Wir sind mit einem 5:0 gegen Neudrossenfeld nach Baiersdorf gefahren, da kannst du nicht viel gewinnen", sagt Rahner über das jüngste Duell gegen das noch sieglose Schlusslicht. "Viele taktische Fouls, es war nicht einfach. Mit Abstand gesehen kann ich aber sagen: Drei Punkte geholt." Gegen die Teams aus der hinteren Tabelle gelang das zuletzt mehrfach, wie auch die beiden Siege gegen Kornburg und Feuchtwangen zuvor unterstreichen. Der Lohn: Der SVS steht punktgleich mit Rahners Ex-Verein TSV Buch auf dem vierten Platz der Landesliga Nordost. "Von der Tabelle her bin ich natürlich total zufrieden, aber es gibt immer ein paar Sachen, die nicht so laufen. Die verrate ich jetzt aber nicht", so Rahner. Und natürlich weiß er auch: "Es ist erst der elfte Spieltag, wenn wir uns zurücklehnen, sind wir schnell unten drin." Im kommenden Duell geht es - einmal mehr an einem Freitag - gegen den SC 04 Schwabach: "Schwabach gehört zu den besseren Teams der Liga. Wir sind klarer Außenseiter, aber in dieser Rolle fühlen wir uns wohl. Ich will, dass wir giftig sind, rattig sind. Dann wollen wir sehen, ob wir uns oben festsetzen können," so der Ex-Profi. Die personelle Situation ist beim SV Schwaig derzeit entspannt. Für den kommenden Monat hofft Rahner, auch wieder auf Wolfgang Ramstöck zurückgreifen zu können. Der Mittelfeldmann fiel das letzte halbe Jahr wegen eines Fußbruchs aus. "Ihn brauchen wir, alleine von der Seele her", ist Rahner voll des Lobes für den 28-Jährigen. Nicht mehr zum Schwaiger Kader zählt derweil Marco Marciano, den es zum TSV Azzurri Südwest in die A-Klasse zog. Der Gemütszustand an der Schwabacher Nördlinger Straße ist aktuell nicht ganz so gut wie der in Schwaig. Die Mannschaft von Jochen Strobel spielt meist recht ordentlich bis gut. Aber sie lässt, wie zuletzt beim 0:3 in Neudrossenfeld, immer mal wieder Punkte liegen, die man gerne auf das eigene Konto gebucht hätte. Strobel begründet die Schwankungen mit der Unerfahrenheit seiner Elf. „Wir haben die zweitjüngste Mannschaft der Liga, das vergessen manche“, sagt er. Dazu fehle hin und wieder das Matchglück. Wer wie der SC 04 den Weg mit jungen Spielern gehe, der müsse aber halt auch kleinere Rückschläge einkalkulieren. Anders als letzte Woche in Neudrossenfeld soll beim zweiten Auswärtsspiel in Folge aber wieder Zählbares mit nach Hause gebracht werden. Trainer Strobel spricht aber mit Hochachtung vor Gegner SV Schwaig („spannender Aufsteiger“). Die Mannschaft um den früheren Schwabacher und Kornburger Kevin Schwarz stehe sehr kompakt. „Wenn die erst einmal führen, sind sie schwer zu knacken“, hat Strobel analysiert. Deshalb: „Kein Gegentor kassieren und irgendwann selbst in Führung gehen“, hat er seinen Spielern aufgetragen. // jam/rog

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