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Hermann vor dem Spitzen-Derby: "Wir sammeln immer noch Punkte gegen den Abstieg"

Vorschau Bezirksliga Süd 9. Spieltag

Am Samstag hat der ASV Zirndorf den SV Raitersaich zum Derby und Verfolgerduell zu Gast. Dabei trifft die beste Abwehr auf den besten Angriff. Spitzenreiter TV Hilpoltstein hat dagegen am Sonntag einen vermeintlich leichten Gegner vor der Brust. Ebenfalls samstags im Einsatz sind der TSV Weißenburg, der den TSV Freystadt zu Gast hat, der FC Dombühl, der den FV Dittenheim zuhause ärgern will und der FC Wendelstein, bei dem der ESV Ansbach/Eyb gastiert. Tags darauf treffen sich dann der SV Marienstein und der SC Aufkirchen zum Krisengipfel. Der TSV Greding empfängt die noch sieglose TSG Roth zum Derby. Und zu guter Letzt, kann sich der STV Deutenbach gegen den SV Ornbau weiter von den Abstiegsrängen distanzieren.

Seit vier Spielen ohne Gegentor, seit sechs Spielen ungeschlagen, Platz drei in der Tabelle: dennoch stapelt Zirndorfs Trainer Martin Hermann (links, hier mit Hilpoltsteins Trainer Florian Grau) weiter tief.

 / © Sportfoto Zink

In der Vorwoche holte der FC Dombühl einen Zwei-Tore-Rückstand auf und nahm noch einen Punkt aus Ornbau mit. Markus Engelhardt blickt zurück: "Viele waren nach dem Spiel über einen verpassten Dreier enttäuscht, doch dürfen wir nicht vergessen, dass wir die Anfangsphase komplett verschlafen haben. Das dürfen wir uns so nicht mehr erlauben, denn nach 30 Minuten kann das Spiel schon entschieden sein. Die Mentalität, nach Rückständen und Rückschlägen zurückzukommen, ist eine neue Tugend, die sich die Mannschaft angeeignet hat. Jetzt gilt es Rückstände zu vermeiden und selbst endlich mal wieder in Führung zu gehen. Überschattet wurde das Spiel durch die schwere Verletzung von Kevin Dürr (Wadenbeinbruch, Knochenabsplitterung am Knöchel und Syndesmoseband). Solche Ereignisse machen einen bewusst, dass Ergebnisse dann doch zweitrangig sind." Vor der Offensive des Gegners hat Engelhardt gehörigen Respekt: "Der FV Dittenheim ist vor allem in vorderster Front überragend besetzt. Thomas Selz mit sieben Toren und Philipp Unöder mit neun Toren haben einen Lauf und produzieren Tore am Fließband. Diesen Lauf gilt es, zu unterbrechen. In Dittenheim hat sich mit den Jahren in der Bezirksliga etwas entwickelt, so dass ihr Augenmerk Richtung der vorderen Plätze liegt. Wir wollen von der ersten Minute präsent am Platz sein, um nicht wieder einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Wir wissen um die Qualitäten von Dittenheim, wollen aber ihre Schwächen aufzeigen, dann ist ein Punktgewinn im Bereich des Möglichen." Kevin Dürr fällt für lange Zeit aus. Pascal Killian ist privat verhindert. Ein großes Fragezeichen steht hinter Timo Beck aufgrund eines grippalen Infekts. Zurück aus dem Urlaub ist Amin Eghbalpoor. Für den FV Dittenheim läuft es momentan glänzend und aus den letzten vier Spielen holte das Team stolze zehn Punkte. Beim Spiel in der Vorwoche waren die Gäste aus Freystadt chancenlos.

Knapp 40 Minuten konnte der SV Marienstein gegen den Tabellenführer Hilpoltstein mithalten, doch dann kam das Team von Stephan Zengerle unter die Räder. Es stehen immer noch nur zwei Punkte auf dem Konto und gegen die angeschlagene Mannschaft aus Aufkirchen können die Oberbayern einen neuen Anlauf zum ersten Saisonsieg starten. Zengerle hat sich einiges vorgenommen: "Wir wollen punkten und am besten gewinnen. Wir wussten von Beginn an, dass es eine schwierige Saison wird, aber nicht so schwierig. In der ersten Bezirksliga-Saison hatten wir nach neun Spieltagen auch nur zwei Punkte und konnten dann den Abstieg vermeiden. Wir wollen gewinnen, egal wie. Wir müssen endlich unsere Fehler abstellen und vor dem Tor kaltschnäuziger werden. Oft kommt auch der letzte Ball nicht an. Wir müssen mehr Entschlossenheit zeigen und den unbedingten Siegeswillen an den Tag legen. In dieser Woche war ein guter Zug im Training und die Beteiligung stimmte. Aufkirchen hat letzte Saison nicht umsonst in der Landesliga gespielt, denn sie verfügen über sehr gute Einzelspieler." Beide Mannschaften trafen im bisherigen Saisonverlauf jeweils nur fünfmal ins Schwarze und deshalb ist wohl kein Torfestival zu erwarten. Zuletzt ging der SC Aufkirchen zweimal mit 0:5 Toren gegen Zirndorf und Wendelstein als Verlierer vom Platz. Gegen Marienstein muss dieser Negativtrend gestoppt werden, damit das Team nicht noch in Abstiegsgefahr gerät. Der bisherige Trainer Josef Pelczer zog aus den beiden Niederlagen die Konsequenzen und stellte seinen Posten zur Verfügung. Neu an der Linie wird Norbert Brandt stehen.

Die beste Defensive trifft auf die beste Offensive der Bezirksliga Süd. Nur fünf Gegentore hat er ASV Zirndorf in der bisherigen Saison hinnehmen müssen. Zusammen mit dem TV Hilpoltstein ist das der Bestwert. Mit dem SV Raitersaich kommt das Team mit den meisten erzielten Toren in die Bibertstadt. Für den Großteil der insgesamt 23 Treffer zeichneten sich Florian Müller und Spielertrainer Dietmar Kusnyarik verantwortlich. Die Erfolgsserie beim ASV Zirndorf ging in der Vorwoche weiter und mit dem überzeugenden 5:0-Sieg gegen Aufkirchen kann das Team mit breiter Brust in das Derby gegen Raitersaich gehen. ASV-Trainer Martin Hermann hält den Ball aber flach: "Wir sammeln im Moment immer noch Punkte gegen den Abstieg. Zum jetzigen Zeitpunkt reicht es noch nicht. Ich hätte nicht gedacht, dass wir so weit vorne mitspielen. Besonders weil uns seit Saisonbeginn in jedem Spiel einige Leistungsträger fehlen. Es wird ein schwieriges Spiel gegen eine starke Offensive, doch in den letzten vier Spielen haben wir kein Gegentor bekommen. Mal schauen, welche Mannschaft sich durchsetzen kann. Wir erwarten beim Derby viele Zuschauer, da auch das Wetter passt." In einer spannenden Begegnung gewann der SV Raitersaich das Aufsteigerduell gegen den FC Wendelstein. Zweimal geriet das Team in Rückstand, doch am Ende ging es als Sieger vom Platz. Nun kommt es zum direkten Duell der beiden Verfolger. Spielertrainer Dietmar Kusnyarik und sein Team freuen sich auf das Derby. "Vor der Saison hätte wohl keiner gedacht, dass dies ein Spitzenspiel sein wird. Gegen Wendelstein haben wir gezeigt, dass die Niederlage in Greding nur ein Ausrutscher war. Eine spielstarke Mannschaft wie Zirndorf sollte uns auf jeden Fall besser liegen."

Durch den Treffer von Max Pfann nahm der TSV 1860 Weißenburg die drei Punkte aus Herrieden mit. Mit einem weiteren Dreier kann sich das Team von Markus Vierke noch weiter in der Tabelle verbessern. Momentan liegt das Team auf Platz sieben, was noch nicht ganz den Ansprüchen des Vereins entspricht. Vierke möchte mit seinem jungen Team punkten: "Wir spielen momentan mit drei Spielern aus der U19 und zwei Spielern, die in der letzten Saison noch in der U19 waren. Es ist nicht selbstverständlich, dass wir nach diesen Umstellungen wieder so erfolgreich sind. Bei den letzten beiden Heimspielen haben wir keinen Dreier geholt, deswegen wollen wir optimal punkten. In Herrieden haben wir über 75 Minuten guten Fußball gezeigt und wir wollen uns weiter stabilisieren und auf diesem Niveau einpendeln." Nach zwei Niederlagen in Folge wäre es für den TSV Freystadt wichtig, wieder zu punkten. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt noch fünf Punkte. Große Personalsorgen plagen jedoch Trainer Marco Christ: "Wir haben nur einen kleinen Kader und im Moment sind sechs Spieler verletzt. Wir haben schon überlegt, das Spiel wegen der vielen Verletzten zu verlegen."

Das richtungsweisende Spiel gegen Raitersaich verlor der FC Wendelstein trotz zweimaliger Führung. Das junge Team musste Lehrgeld gegen eine erfahrene Mannschaft bezahlen und muss nun in der Partie gegen den ESV Ansbach-Eyb wieder auf seine Heimstärke bauen. Mit einem Dreier könnte der FCW den ESV in der Tabelle überholen. Wendelstein-Trainer Andreas Speer blickt auf die letzte Partie zurück: "Die Niederlage habe ich noch nicht ganz verdaut. Durch einfache Fehler haben wir uns um den verdienten Lohn gebracht. Ein Punkt wäre auf jeden Fall drin gewesen, doch durch unnötige Ballverluste haben wir uns auf die Verliererstraße gebracht." Leistungsträger Nicolas Kuttruf wird dem Team wegen eines Auslandssemesters bis Februar nächsten Jahres fehlen. Nach seiner Verletzung wird Maximilian Zeh wieder im Kader stehen. Speer freut sich auf das Duell gegen eine starke Mannschaft: "Es wird auf jeden Fall ein interessantes Spiel gegen eine Mannschaft mit zwei guten Trainertypen. Die Fehler der Vorwoche können wir uns gegen Ansbach-Eyb nicht erlauben." Auch der ESV Ansbach-Eyb ging in der Vorwoche als Verlierer gegen den TSV Greding vom Platz. Nach Treffern von Daniel und Fabian Schlupf konnte der Rückstand nicht mehr aufgeholt werden. Trainer Jörg Müller erwartet eine Leistungssteigerung von seinem Team: "Bei den jungen, spielstarken Wendelsteinern müssen wir körperlich und geistig wieder frischer und präsenter sein als gegen Greding." Danny Schuster ist aufgrund einer Knieverletzung fraglich, David Scherb und Stefan Schreiber sind noch im Urlaub. Dafür sind Andy Folz und Alexander Armbrüster wieder im Kader. Es werden auf jeden Fall zwei Mannschaften mit einer starken Offensive aufeinandertreffen und man kann eine torreiche Partie erwarten.

Mit dem knappen Sieg in Roth hat sich der STV Deutenbach wieder Luft gegenüber der Abstiegszone verschafft. Mit Ornbau ist ein Team auf dem Weihersberg zu Gast, welches ebenfalls in der Tabelle hinter dem STV steht. Für das Team von Arno Zeilmann eine glänzende Gelegenheit das Punktekonto weiter aufzustocken. An den Gegner hat er allerdings keine guten Erinnerungen: "Die letzten Spiele gegen Ornbau haben wir klar verloren und sie befinden sich momentan im Aufwind. Ich erwarte ein schweres Spiel, denn die Mannschaft hat individuelle Klasse. Besonders auf Engelhardt werden wir aufpassen müssen. Wir wollen dagegenhalten und die Punkte sollen in Deutenbach bleiben." Personell wird es nur kleine Veränderungen gegenüber der Vorwoche geben. SV Ornbau-Trainer Marco Meier weiß, dass es eine schwierige Herausforderung wird und was die Mannschaft in Deutenbach erwartet: "Wir müssen auf dem kleinen Platz als Mannschaft zusammenhalten, geschlossen auftreten und kämpferisch überzeugen. Wir müssen unbedingt punkten, dass wir den Anschluss ans Mittelfeld nicht verlieren." 

Nach einer starken Leistung nahm der TSV Greding die drei Punkte beim ESV Ansbach-Eyb mit. Mit diesem Sieg belegt der TSV nun einen starken fünften Platz in der Tabelle. In der Begegnung gegen die noch sieglose TSG Roth kann das Team von Jürgen Schmid auf eigenem Platz nachlegen. Trotz guter Ansätze stand die TSG Roth nach dem Heimspiel gegen Deutenbach wieder ohne Punkte da. Beim TSV Greding, der mit seinen Kontern brandgefährlich ist, wird es mit Sicherheit nicht einfacher den ersten Dreier einzufahren. Der sportliche Leiter Martin Bittl blickt auf das Spiel gegen Deutenbach zurück: "Nach einer guten ersten Halbzeit mit vielen Torchancen geben wir das Spiel in der zweiten Halbzeit aus der Hand. Wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit schon entscheiden können. Wir kennen Greding als starke Mannschaft mit einigen Hochkarätern. Für uns wird es ein sehr schweres Spiel."

Im Kirchweihspiel und Derby gegen den TSV 1860 Weißenburg unterlag die SG Herrieden denkbar knapp. "Mit etwas Glück wäre gegen Weißenburg mehr drin gewesen. Die Entscheidung fiel zu Beginn der zweiten Halbzeit. Nach einem missglückten Abwehrversuch des Torwarts schaltete der Weißenburger Angreifer am schnellsten und hatte keine Probleme den Ball in das Tor zu schieben. Es gab mehrere hochkarätige Chancen, um in Führung zu gehen oder auszugleichen, diese haben wir leider liegen gelassen. Durch die höhere Effektivität der Gäste geht der Sieg in Ordnung, doch unsere kämpferische Einstellung hat gepasst." Das Team von Thomas Seibold darf nochmals auf eigenem Terrain antreten, doch gegen den Tabellenführer dürften auch diesmal die Trauben wieder hoch hängen. "Für uns gibt es in dieser Liga keine leichten Gegner. Das jetzt am Wochenende auch noch der aktuelle Spitzenreiter zu uns kommt, passt genau in unsere Situation. Der TV Hilpoltstein fühlt sich als Aufsteiger richtig wohl in der neuen Liga, und mit respektablen 19 Punkten stehen sie ganz oben in der Tabelle. Mit Schäll und Grau haben sie zwei Spielertrainer mit Regionalligaerfahrung am Start. Das ist schon mal eine Ansage." Fehlen wird neben den Langzeitverletzten auch Tobias Fischer, dafür können Andre Vogelhuber, Denis Regner und Philipp Paul wieder auflaufen. Einen Kantersieg erzielte das Team von Florian Grau und Fabian Schäll in Marienstein. Nochmals trifft der TV Hilpoltstein auswärts auf ein Team aus dem unteren Tabellendrittel und kann mit einem Dreier die Tabellenführung verteidigen. Spielertrainer Florian Grau erwartet eine spannende Aufgabe: "Personell wird der Gegner wieder besser aufgestellt sein. Bernhard wird wieder mit von der Partie sein und mit Chalupnik bildet er eine gefährliche Offensive. Sie brauchen die Punkte unbedingt und gegen den Tabellenführer werden sie noch besonders motiviert sein."

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