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Mösle: "Einige werden sich noch umschauen, welche Qualität in uns steckt"

Landesliga Nordost

Und schon ist wieder ein Drittel der Saison vorbei: Grund genug, bei den Trainern der Nürnberger Landesligisten nachzufragen, ob sich ihre Hoffnungen und Wünsche bislang erfüllt haben. Die Antworten fallen in Buch, Schwaig und Kornburg sehr unterschiedlich aus.

Klaus Mösle hatte mit dem TSV Kornburg andere Ziele.

 / © Zink / WoZi

SV Schwaig

S einen Spitznamen hat Helmut Rahner nicht umsonst. „Alu“ haben sie ihn einst getauft, als er noch ein beinharter Verteidiger war, der seine Gegenspieler zittern ließ. Inzwischen ist Rahner Trainer und als solcher mal wieder sehr erfolgreich. Für viele überraschend hat er den SV Schwaig in die Landesliga geführt, noch ein bisschen überraschender ist, dass der SVS nun schon wieder oben mitspielt. 22 Punkte haben sie in zwölf Spielen schon gesammelt und sind damit auf dem fünften Platz notiert, "überglücklich“ ist er über diese „Momentaufnahme“, sagt Rahner, „es kann aber ganz auch ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen“. Dafür, dass seine Spieler im Überschwang nicht zu sorglos werden, sorgt Helmut Rahner schon. Am vergangenen Wochenende in Bruck hat er das Warmschießen seiner Mannschaft abgebrochen, weil die Bälle reihenweise über das Tor flogen, „Larifari“ sei das gewesen, dabei soll der SV Schwaig „immer Vollgas geben und von der Mentalität her alles raushauen“. Also hat er ein paar Worte an seine Mannschaft gerichtet, um die Sinne wieder zu schärfen „danach haben wir die ersten fünf Duelle auf dem Platz gewonnen“ – und Helmut Rahner sah sich mal wieder bestätigt. Mit den alten Alu-Rahner-Tugenden haben sie dann auch 1:0 in Bruck gewonnen, es war bereits das dritte 1:0 auswärts. „Die Null muss immer stehen“, sagt Rahner, „mit zwei, drei Gegentoren gewinnst man auf höherem Niveau keine Spiele.“ In den nächsten Wochen geht es nun vor allem gegen die Mannschaften, die in der Tabelle noch vor Schwaig stehen, es wird die Reifeprüfung für den SV Schwaig. „Wir dürfen nie nachlassen und uns zurücklehnen“, warnt der Trainer, „sonst bekommen wir richtig auf die Ohren.“

Platz fünf, 22 Punkte: Schwaigs Helmut Rahner warnt trotzdem weiter.

 / © Zink

TSV Buch

Einen Platz vor Schwaig steht derzeit der TSV Buch . Und er würde noch weiter vorne stehen, wenn er es am Wochenende „nicht verkackt“ hätte, wie Manuel Bergmüller sagt. Das 1:2 beim Vorletzten in Feuchtwangen, die zweite Niederlage überhaupt, wurmt den Trainer, „wir haben einfach nicht zu uns gefunden“. Das lag schon an einer schwierigen Anreise, weil einer der Busse liegen blieb, „die Aufstellung haben wir dann in Schwabach vor dem Holiday Inn gemacht“. Rückschläge aber, findet Bergmüller, sind bei einer jungen Mannschaft wie der seinen normal – und dafür, dass der Trainer vor dem ersten Saisonspiel noch „gscheid nervös“ gewesen war, ließen sich die ersten Partien dann doch sehr gut an. 22 Punkte hat der TSV Buch bereits geholt, 28 Tore geschossen, mit all dem konnte man vor der Spielzeit nicht unbedingt rechnen. „Wir wussten nicht, ob alles funktioniert“, sagt Bergmüller, „wir haben ja keinen Superstar in unserer Mannschaft.“ Stattdessen haben sie in der Offensive zwar sehr talentierte Spieler wie Oliver Lahr, Nicolas Müller und Philip Lang, die allerdings zuletzt alle wegen verschiedener Verletzungen monatelang nicht wirklich Fußball gespielt hatten. Derzeit funktioniert alles, treffen die Angreifer, funktionieren die jungen Spieler sehr gut – für Manuel Bergmüller aber ist seine Mannschaft noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung. „Wir haben noch sehr viel Potenzial“, sagt er. „Ich glaube, dass wir in Zukunft noch manchem Gegner Kopfzerbrechen bereiten können.“ Doch von höheren Zielen will im Knoblauchsland niemand reden, vor allem angesichts der sehr engen Feldes – den Dritten und Achten trennen derzeit schließlich nur zwei Punkte. Einen einstelligen Tabellenplatz hatten sie sich vorgenommen, „und da liegen wir derzeit sehr gut auf Kurs“, so Bergmüller.

Platz vier, 22 Punkte: Manuel Bergmüller vom TSV Buch ist zufrieden.

 / © Zink

TSV Kornburg

Ganz anders ist die Gefühlswelt beim TSV Kornburg. Nach der starken Rückrunde im vergangenen Jahr hielten viele Beobachter Klaus Mösles Mannschaft für einen Aufstiegskandidaten, nach einem Drittel der Saison sagt der Trainer aber: „Aufsteigen werden wir dieses Jahr nicht mehr.“ Woran das liegt? „Unsere Kaderplanung war sehr vielversprechend“, sagt Mösle zuerst. „Wenn dieser Kader aber erst am elften Spieltag komplett ist, müssen wir als Organisatoren uns an die eigene Nase fassen.“ Rücksicht, findet der Trainer, sei heutzutage für nicht wenige Fußballer ein Fremdwort, die vielen Urlauber schlugen sich dann auch in der Tabelle nieder. Sieben Punkte hatte Kornburg erst bis zu diesem elften Spieltag, zuletzt haben sie vier Punkte aus zwei Spielen geholt und so zumindest den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze geschafft. „Es werden sich noch einige umschauen, welche Qualität in meiner Mannschaft steckt“, sagt Mösle, von großen Träumen redet er trotzdem nicht mehr. 20 Punkte will er bis zur Winterpause holen, um sich der größten Sorgen zu entledigen. Größer als der Ärger über das Sportliche ist allerdings der über den Verband. Mösle ist derzeit gesperrt, drei Spiele muss er zuschauen, weil er in Bruck einen Kaugummi nach dem Linienrichter geworfen haben soll. „Das lässt einen als Trainer ratlos zurück“, sagt er, ein Freund des Verbandes wird Mösle in diesem Leben wohl nicht mehr. Gegen Tabellenführer Feucht muss er am Wochenende noch einmal auf die Tribüne, an der Seitenlinie wird ihn in Ayala Fanesi sein neuer Co-Trainer vertreten. „Er hat mich angerufen, um über Fußball zu reden und dann war sofort Sympathie da“, so Mösle. Es ist also doch noch Platz für schöne Gefühle, allen Widrigkeiten zum Trotz.

Platz 16, elf Punkte: Klaus Mösle hatte mit dem TSV Kornburg andere Ziele. 

 / © Zink
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