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Der Patient Jahn Forchheim ist auf dem Weg der Besserung

Landesliga Nordost

In der Landesliga Nordost gewinnt die SpVgg Jahn Forchheim zum zweiten Mal in Folge und freut sich über die Rückkehr von Timo Goldammer, dem sogar ein Treffer gelingt.

Zurück in der Spur: Nach dem Derbysieg gegen Bruck hat Jahn Forchheim auch gegen Schwaig gewonnen.

 / © Roland Huber

Dass Timo Goldammer nach seiner monatelangen Verletzungspause die Gelegenheit bekam, risikofrei mit einer sattelfesten 2:0-Führung im Rücken seine Rückkehr auf das Spielfeld zu genießen, war an diesem Tag für den Jahn noch nicht Krönung genug. Auch der Gegner konnte etwas zum gelungenen Wiedereinstand des 25-Jährigen beitragen. Denn so wie der Fußball die Geschichten eben manchmal schreibt, ging ebenjener Goldammer bei einer missglückten Defensivaktion dazwischen und erzielte den 3:0-Endstand.

"Ich wusste, dass der Zeitpunkt für einen Einsatz kommen könnte, falls die Umstände passen. Das Team hat es überragend gemacht, so dass ich mich ohne Schwierigkeiten einfügen konnte. Dass es gleich mit einem Torerfolg klappt, kann man sich natürlich nicht besser ausmalen", erklärt Goldammer später. Ende April dieses Jahres kam der offensive Mittelfeldmann unglücklich auf dem Boden auf, nach der MRT-Untersuchung lautete die schmerzhafte Diagnose Knorpelschaden. Bereits zuvor hatte es in den betreffenden Knieregionen kleinere Unstimmigkeiten gegeben. Der Erlanger, der vor seinen ersten höherklassigen Erfahrungen in Eltersdorf in der Jugend beim FC Carl-Zeiss Jena ausgebildet wurde, ließ sich über die Notwendigkeit einer Operation beraten, um sich letztlich bei Mannschaftsarzt Ekkehardt Templer dem Eingriff zu unterziehen. "Es hätte auch noch die Möglichkeit einer komplizierten Knorpelzelltransplantation gegeben, allerdings wäre die Ausfallzeit dann auch weitaus größer gewesen." 

Nach nur drei Monaten durfte Goldammer wieder loslegen, schob Sonderschichten neben dem Platz und arbeitete mit Physiotherapeut Klaus Rascher für die Rückkehr. Durch einen zweiwöchigen Urlaub dauerte es bis dorthin nun etwas länger als geplant. Als Neuzugang vom TV 48 Erlangen wagte er vor der vergangenen Saison den Sprung von der Bezirks- in die Bayernliga und ließ immer wieder mit seiner Kreativität aufblitzen. Da es den defensiv stabilen Kollegen nach dem Umbruch in der laufenden Runde bisweilen an Spielwitz mangelte, sind mit Goldammers Rückkehr freilich besondere Hoffnungen verknüpft. "Es wäre schön, wenn ich schon in naher Zukunft mit meinen Einsätzen helfen kann. Es ist hier insgesamt großes Potenzial vorhanden, aus dem noch vieles entstehen kann. Ich hoffe, dass die Mannschaft länger so zusammenbleibt und wächst", sagt Goldammer.

Fahrige Schwaiger

Dabei gehe es nach dem Bayernliga-Abstieg zunächst vor allem darum, sich nicht erneut mit unteren Tabellenregionen beschäftigen zu müssen, um in ruhigerem Fahrwasser den Entwicklungsprozess voranzutreiben. Diesem Vorhaben scheinen sich die Jahn-Kicker nach durchwachsenen Wochen zu nähern. Dem Auswärtserfolg im Derby bei Erlangen-Bruck folgte der nächste Dreier gegen Schwaig. Die Mannschaft von Trainer Helmut Rahner mischt die Liga als Aufsteiger bisher kräftig auf, hatte in Forchheim aber überhaupt nichts zu melden. Geburtstagskind Christian Städtler sorgte als Aushilfsinnenverteidiger still und heimlich dafür, dass sich der Ausfall des rotgesperrten Matthias Rupp nicht weiter bemerkbar machte.

Schwaig bekam über 90 Minuten spielerisch nichts auf die Kette und kam auch mit seiner gewohnt kampfbetonten Art offensiv nicht zur Geltung. Torchancen gab es nur auf der Gegenseite. Dort belohnte sich der Jahn mit zwei Treffern vor dem Wechsel für eine engagierte Vorstellung, wenn auch SVS-Torwart Haßler beide Male nicht die beste Figur machte. Fabian Schwabs Fernschuss bei einem Konter hatte nicht wirklich viel Zug, kam aber im linken unteren Toreck an (28.). Nachdem Fabian Hofmanns Versuch im letzten Moment geblockt worden war, segelte Haßler am daraus resultierenden Eckball vorbei, so dass ein verdutzter Verteidiger ins eigene Tor abfälschte (33.). "Man muss schon sagen, dass Schwaig bei den Treffern ein wenig mitgeholfen hat. Spielerisch war es dennoch erfreulich und nach hinten haben wir überhaupt nichts zugelassen. Insgesamt eine sehr überzeugende Mannschaftsleistung und sicherlich eine der besten in dieser Saison", konstatierte Jahn-Trainer Christian Springer.

Denn auch nach der Pause änderte sich das Bild nicht. Wieder schaltete Forchheim schnell um, erzielte durch Mohammed Abubakar nach Hofmanns Schuss ein irreguläres Abseits-Tor. Der Jahn verwaltete das Ergebnis mit viel Ruhe, während Schwaig weiter biss, aber nicht zu Chancen kam. Der eingewechselte Spindler brachte mit einem überharten Einsteigen gegen Firat Güngör kurzzeitig Leben in die Bude, tat seinen Farben damit aber nur bedingt einen Gefallen und sah bald wegen Meckerns die Ampelkarte. Eine verunglückte Flanke, die der wenig geforderte Axel Hofmann entschärfen konnte, mutierte zur gefährlichsten Situation der Gäste. Letztlich konnten es sich die Forchheimer erlauben, einige Entlastungsangriffe unsauber zu Ende zu spielen. Der finale Akt war Goldammer überlassen.

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