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Der SC Adelsdorf ist nie so ganz zufrieden

Bezirksliga Nord

Aufsteiger SC Adelsdorf spielt 1:1 gegen Kalchreuth und hadert trotz gutem Saisonstart in der Bezirksliga Nord ein wenig mit sich selbst.

Oft kommen die Gegner nicht vorbei: Der SC Adelsdorf (in Gelb) spielt in der Bezirksliga eine gute Rolle.

 / © Niko Spörlein

Es gäbe gerade viele Gründe beim SC Adelsdorf, sehr zufrieden mit sich selbst zu sein. Nur einmal hat der Bezirksliga-Aufsteiger in den vergangenen sieben Spielen verloren, dafür aber fünfmal gewonnen. Er hat sich in der Spitzengruppe der Tabelle festgesetzt. Und auch gegen den 1.FC Kalchreuth, vor der Partie immerhin Tabellenfünfter, unterliegt der SCA beim 1:1 (1:0) nicht.

Als Dennis Weiler nach den 90 Minuten vom Platz in Richtung Kabine stapft, wirkt er trotzdem nicht wirklich glücklich. "Wir waren grundsätzlich schon die bessere Mannschaft, aber ein bisschen zu unclever", sagt der SCA-Spielertrainer: "Am Ende kommt ein Punkt heraus mit dem wir sicherlich leben können. Aber es wäre mehr drin gewesen, wie auch schon in ein, zwei Spielen vorher." Dass sie gut gestartet sind, dass ein Team wie der FC Kalchreuth in der Tabelle hinter ihnen steht - das alles finden sie in Adelsdorf schön, aber es ist ihnen auch noch nicht genug. Zumal Weiler als Devise ausgegeben hat: "Jetzt wollen wir mal einen Großen knacken." Gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte hat sich der SC bis jetzt immer gut geschlagen. "Das sollten wir auch, um uns unten rauszuhalten", merkt Weiler an. Nur gegen die Top-Teams war bislang noch kein Sieg drin, weder gegen Tabellenführer Buckenhofen (1:3), noch gegen Hüttenbach-Simmelsdorf (2:3), noch gegen den SVG Steinachgrund (0:3).

Und eben auch nicht gegen Kalchreuth, die Weiler auch zu "den Großen" zählt, "weil sie schon da oben mitspielen." Und das ärgert ihn. "Heute hätte es klappen können", sagt er. "Müssen", schiebt er nach.

Tatsächlich geht der SCA schon nach fünf Minuten durch ein Eigentor von Kalchreuths Thomas Damasty in Führung. Und kontrolliert in der ersten Hälfte weitgehend die Partie. Die Gäste spielen ab der 62. Minute, nach der Gelb-Roten Karte gegen Florian Schwarzenbrunner, zudem nur noch zu zehnt. Jedoch gelingt Kalchreuth nur vier Minuten später durch einen berechtigten Foulelfmeter der Ausgleich (66.). In den folgenden knapp 27 Minuten lässt sich aber auch beobachten, warum sich Adelsdorf bislang zu Recht oben in der Tabelle festgesetzt hat.

Der etwas überraschende Nackenschlag bringt das Team nicht aus dem Konzept. Ruhig und geduldig wird das Spiel, angefangen bei den beiden Verteidigern Weiler und Kapitän Sebastian Wölfel von hinten aufgebaut, das Kurzpassspiel ist präzise, statt in Überzahl blind nach vorne zu stürmen, sucht die Mannschaft überlegt nach Lücken. Und spielt sich so einige Chancen heraus. Die sind allerdings zu selten zwingend, während Kalchreuth nun besser im Spiel ist und vereinzelte Konter setzt.

Dass der Schiedsrichter in der 86. Minute Adelsdorfs Daniel Brenner mit der Roten Karte vom Platz schickt, ist eine harte Entscheidung. Brenner hatte sich den Ball zu weit vorgelegt und im Nachsetzen seinen Gegenspieler am Fuß erwischt. Am Spiel ändert es wenig: Auch in den verbleibenden sieben Minuten drückt der SCA auf die Führung, ohne Erfolg.

Das Team ist eingespielt

Dass das, was sein Team da auf dem Platz macht, für die Bezirksliga sehr reif aussieht, freut natürlich auch den nicht einfach zufrieden zu stellenden Spielertrainer. "Wir haben uns als Mannschaft wirklich sehr gut entwickelt", sagt er. Abgänge hatte der SC im Sommer nicht zu verzeichnen, das Team, gespickt mit Spielern mit höherklassiger Erfahrung wie Stürmer Pascal Benes, ist zusammen geblieben und eingespielt. "Wir haben uns an das Tempo der Liga anpassen müssen. Das ist gut gelungen", sagt Weiler, der es sich erlaubt, in der Tabelle nach oben zu schielen. "Als Aufsteiger können wir zufrieden sein", sagt er: "Aber wenn wir die Größeren ärgern können, warum nicht? Die Qualität dazu haben wir, wir müssen sie nur konstanter abrufen." Doch die nächste Gelegenheit kommt schnell: Am kommenden Sonntag reist der SC Adelsdorf zum ASV Veitsbronn. Und das ist immerhin der Tabellenzweite.

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