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Hendrik Baumgart: Der Wunschtrainer bleibt beim TSV Kornburg

Landesliga Nordost

Der TSV Kornburg macht definitiv mit Trainer Hendrik Baumgart weiter. Auch mit den wichtigen Spielern ist der Landesligist im Klaren.

Kann zufrieden auf seine bisherige Bilanz beim TSV Kornburg blicken: Trainer Hendrik Baumgart

 / © Sportfoto Zink

Stürmische Zeiten mussten die Kicker des TSV Kornburg in der laufenden Landesliga-Saison durchmachen. Sieht man einmal von Stand nach den ersten beiden Spieltagen (Platz neun) ab, so war man Stammgast auf den Tabellenplätzen, die nach dem Ende der Saison die Teilnahme an der Abstiegsrelegation bedeuten würde. Zwar würde der aktuelle 14. Tabellenplatz demnach noch nicht die Rettung bedeuten, aber in der Zwischenzeit hat sich an der Kornburger Kellermannstraße doch einiges zum Positiven verändert.

Drei Trainer arbeiteten im bisherigen Saisonverlauf am Ziel, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Klaus Mösle konnte die Mannschaft in der Vorsaison nach dem Abstieg aus der Bayernliga als "Feuerwehrmann" am Ende auf einen sicheren elften Tabellenplatz führen, nachdem zwischenzeitlich sogar der erneute Abstieg gedroht hatte. Doch Mösle konnte die Mannschaft in seiner zweiten Saison beim TSV dann doch nicht stabilisieren, was ihn schließlich seinen Posten kostete.

Dessen zwischenzeitlich installierter Co-Trainer Fanesi Ayala konnte nach seiner kurzfristigen Beförderung mit einem Sieg (5:1 in Feuchtwangen) und einem Remis (2:2 gegen Neudrossenfeld) auf eine Bilanz ohne Niederlage verweisen. Ayala wechselte dennoch wieder ins zweite Glied, um Platz zu machen für Wunschtrainer Hendrik Baumgart. Der Lehrer am Wendelsteiner Gymnasium beendete mit dem Engagement in Kornburg eine Auszeit vom Trainergeschäft. In der Spielzeit 2018/19 hatte er den SV Seligenporten in der Bayernliga Nord auf Platz fünf geführt. Dort musste er aber den Trainerstuhl für Gerd Klaus räumen.

Hendrik Baumgart pflegte schon in Seligenporten ein gutes und kameradschaftlichen Verhältnis zu seinen Spielern. Was sich nun auch der TSV Kornburg in der Winterpause zu Nutze machen konnte, indem er mit Torwart Jonas Anschütz, Artan Selmani und Tim Olschewski drei seiner ehemaligen Schützlinge aus dem "Kloster" verpflichten konnte. Auch Kornburgs Winterneuzugang Nummer Vier, Danilo Dittrich (zuletzt Rot Weiß Erfurt), blickt auf eine Seligenportener Vergangenheit zurück. Baumgart: "Ich habe schon zu Seligenportener Zeiten ein gutes Vertrauensverhältnis zu meinen Spielern aufgebaut. Das sind gute Jungs, die wir jetzt hinzugewonnen haben. Und ich glaube, sie wissen auch bei mir, auf was sie sich einlassen. Das passt einfach!"

Gute Qualität im Kader

Ehe sich Hendrik Baumgart überhaupt für Kornburg entschieden habe, "mussten die TSV-Verantwortlichen schon Überzeugungsarbeit leisten", erinnerte er sich. Aber mittlerweile habe er ein gutes Gefühl: "Ich habe schon gemerkt, dass der Verein die Dinge, die er mir in Aussicht gestellt hat, auch umsetzt. Vor allem im Umfeld tut sich einiges. So fiel es mir leicht, mich für ein weiteres Jahr an Kornburg zu binden!" Inzwischen ist die Vertragsverlängerung mit Hendrik Baumgart für ein weiteres Jahr beschlossene Sache.

Auch die Qualität im Kader konnte ja durch die vier Neuzugänge aus Seligenporten beziehungsweise Erfurt an höhere Ansprüche angepasst werden. Baumgart: "Im Rahmen unserer Möglichkeiten und mit Augenmaß konnten wir uns erheblich verstärken und haben nun auch mit unseren beiden letzten Siegen den Kontakt zu den sicheren Tabellenplätzen in der Landesliga hergestellt." Unter diesen Voraussetzungen ist sich der Kornburger Trainer sicher, dass seine Mannschaft mit dem Abstieg nichts zu tun haben werde.

Aber das sei ohnehin nicht der Anspruch des Trainers gewesen: "Ich habe mit meiner Mannschaft nicht vor, ständig gegen den Abstieg zu spielen. Wir haben durchaus Ziele, dennoch wollen wir zum aktuellen Zeitpunkt erst einmal Priorität auf den Klassenerhalt legen, so lange der noch nicht in trockenen Tüchern ist. Wie gesagt mit den beiden letzten Siegen haben wir erst einmal die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Saisonverlauf gelegt", sagt Baumgart. "Außerdem wissen ja noch gar nicht, was mit den restlichen Saisonspielen überhaupt passiert." Als Lehrer, der momentan wegen Corona nicht an seinen Arbeitsplatz darf, verfolgte er natürlich auch die Diskussionen im BFV über die Fortsetzung der Saison sehr aufmerksam. Zu seiner Meinung befragt, konnte er auch keine Lösung präsentieren, die "für alle Mannschaften gerecht ist. Die gibt es nicht." In einer Diskussionsrunde mit den Verbandsligisten ließ BFV-Präsident Koch freilich durchblicken, dass das Problem nicht so sehr der Trainingsbetrieb sei, sondern der Spielbetrieb Kopfzerbrechen bereite.

Einigkeit mit Großschwarzenlohe

"In der Tat sehe ich in unserer Liga bei Fortsetzung vor allem eine Flut an englischen Wochen auf uns zukommen. Diese einigermaßen in den Griff zu bekommen, dürfte vor allem für die Vereine aus Oberfranken, die mitunter schon weitere Strecken zu fahren haben, nicht einfach werden. Personell dürfte sich das vor allem unter der Woche auswirken. Denn die Spieler gehen ja einer geregelten Arbeit nach", so Baumgart, der daher gut verstehen könnte, sollte der BFV einen Saison-Abbruch bevorzugen. "Daher sehe ich das ähnlich wie mein Großschwarzenloher Kollege Florian Bauer, der ja bereits für mehr Planungssicherheit plädiert habe. So bitter das vielleicht für einen 1. SC Feucht sein mag, der die Tabelle souverän anführt und eigentlich kurz vor dem Aufstieg steht." Auch Abteilungsleiter Rainer Nusselt könnte sich gut vorstellen, dass der Verband unter diese Saison frühzeitig einen Strich zieht. "Schon allein im Hinblick auf die Gesundheit der Spieler." 

Dass sein TSV Kornburg so oder so für eine weitere Saison in der Landesliga planen darf, stehe für ihn trotz der momentan prekären Tabellensituation allerdings außer Frage. Er sieht seinen TSV für jetzt und auch in der Zukunft sehr gut aufgestellt. "Wir haben eine klasse Truppe, ein sehr gutes kameradschaftliches Klima in unserer Mannschaft und haben die aktuelle Zeit genutzt, um Klarheit zu schaffen. Das bedeutet, dass wir nicht nur mit unserem Trainer verlängern konnten, sondern auch mit den 12, 13 Leuten, die wir fest an uns binden wollten!"

So lange sind die Landesliga-Nordost-Trainer schon im Amt:

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