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BFV ändert die Statuten: Fällt die Saison 2020/21 sogar komplett aus?

Verband

Die Corona-Krise hat den Amateurfußball mächtig durcheinander gebracht. Jetzt hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) seine Statuten auf den geplanten Wiederbeginn der Saison 2019/20 angepasst, was sich stark auf die darauffolgende Spielzeit auswirken könnte.

Sein Verband treibt die Fortsetzung der Saison voran: BFV-Präsident Rainer Koch

 / © Sportfoto Zink

Der Fußball und Corona, diese leidvolle Zwangsehe ist noch lange nicht geschieden. Auch wenn in diesen Tagen mehr und mehr Bereiche gelockert werden, an die Normalität früherer Zeiten ist nicht zu denken. Das heißt auch, dass in absehbarer Zeit kein Amateurfußball mit hunderten Zuschauern stattfinden kann. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat sich bekanntlich zum Ziel gesetzt, ab 1. September die derzeit unterbrochene Spielzeit wieder aufzunehmen. Das alles ist eng an die Entwicklung der Corona-Pandemie und an die daraus resultierenden behördlichen Vorgaben geknüpft. Zumindest hat der BFV nun mit einer Änderung seiner Statuten gewisse Rahmenbedingungen geschaffen.

Zuallererst ist nun auch schwarz auf weiß verankert, dass die laufende Saison nicht am 30.06.2020 endet. Wie man den Statuten klar entnehmen kann, hat für den Verband die aktuelle Spielzeit Priorität. Wörtlich heißt es: "Aufgrund der Covid-19-Pandemie endet das Spieljahr 2019/2020 nicht am 30.06.2020. Die Saison wird mindestens bis zum 31.08.2020 ausgesetzt und danach frühestens ab dem 1. September 2020 mit einer Vorankündigung von mindestens vier Wochen fortgeführt. Das Spieljahr 2020/2021 beginnt frühestens nach Abschluss des Spieljahres 2019/2020 und kann in verkürzter und/oder geänderter Form ausgespielt werden oder ganz entfallen. Eine Entscheidung über eine Austragung der Saison 2020/2021 in verkürzter und/oder geänderter Form ist spätestens drei Wochen nach Fortsetzung des Spielbetriebs der Saison 2019/2020 zu treffen, wobei sicherzustellen ist, dass das Spieljahr 2019/2020 vorrangig zu Ende gespielt wird." Für die Regionalliga, den Jugend- und Freizeitfußball können zu gegebener Zeit auch andere Regelungen getroffen werden, teilt der Verband mit.

Die Angst vor juristischen Konsequenzen

Dieser Passus heißt nichts anderes, als dass im Extremfall die Saison 2020/21 komplett ausfallen könnte. Die Gründe, warum der BFV so handelt, hat Präsident Rainer Koch im April erläutert: "Es gibt für uns keine Alternative. Wir sind nicht bereit, die persönliche Haftung für einen Abbruch zu übernehmen. Wir wollen keine Prozesse, keine einstweiligen Verfügungen." Kochs Credo lautet daher stets: "Grüner Rasen statt Grüner Tisch".

Ansonsten wurden in den Statuten eher kleinteilige Detailfragen zu Antragsfristen oder beispielsweise Spielgenehmigungen für Nicht-EU-Ausländer angepasst. Die wichtige Frage, wie Spielerwechsel im Sommer behandelt werden, muss noch von der zuständigen Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) ausgearbeitet werden. 

Fest steht ein anderer Zeitrahmen: Sollte der BFV grünes Licht für eine Fortsetzung des Spielbetriebs erhalten, wird der Verband die Vereine mit einer Vorlaufzeit von vier Wochen darüber informieren.

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