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Wenig Gewissheit für das NLZ des 1. FC Nürnberg - Kein Geld vom FC Bayern

Jugend

Im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FC Nürnberg gibt es zum Leidwesen von Leiter Michael Wiesinger nur wenig Gewissheit. Gewiss ist aber, dass der Club kein Geld vom FC Bayern annimmt.

Setzt auf Kontinuität: Michael Wiesinger möchte im U-Bereich des 1. FC Nürnberg mit den bewährten Trainern weiterarbeiten.

 / © Sportfoto Zink

Michael Wiesinger wartet und Michael Wiesinger arbeitet. Seit Monaten geht das jetzt schon so. Der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Nürnberg wartet auf die Rückkehr seiner Spieler und seiner Trainer ins Sportzentrum am Valznerweiher. Er wartet auf die Rückkehr des Alltags. Nur wann es so weit ist, das kann Wiesinger nicht so recht sagen.

Viel hängt davon ab, wie sich der Trainingsbetrieb am Valznerweiher organisieren lässt. Natürlich haben sie Pläne ausgearbeitet, natürlich hängt aber auch alles an der Profimannschaft in der 2. Bundesliga. Deren Spielbetrieb muss unbedingt gesichert werden, jedes Infektionsrisiko auf dem Vereinsgelände deshalb so gering wie möglich gehalten werden - unzählige Jugendmannschaften auf dem Gelände dienen eher nicht dazu, das Infektionsrisiko klein zu halten.

Also wartet Wiesinger und freut sich über jede Sicherheit, die er in diesen Zeiten verkünden kann. Viele sind es nicht, aber immerhin eine erfreuliche. Weil der Deutsche Fußball-Bund die Spielzeiten in den Nachwuchs-Bundesligen beendet hat, darf sich die von Peter Gaydarov trainierte U17 nach einer durchaus komplizierten Saison über den Klassenverbleib freuen. Und die U19 über den Aufstieg in die Bundesliga?

Ganz sicher ist das noch nicht, zwar führt die Mannschaft von Fabian Adelmann die Bayernliga-Tabelle souverän an, ob sie deshalb der Bayerische Fußball-Verband auch zum Aufsteiger macht, steht noch nicht fest. Immerhin: "Wir hoffen sehr, dass wir nächstes Jahr in der Bundesliga spielen", sagt Wiesinger. Er geht auch davon aus, dass die U21 nächstes Jahr in der Regionalliga spielt, so wie in diesem Jahr mit dem sie zufrieden sind, von dem sie aber nicht wissen, ob und wann es fortgesetzt werden kann. Sie sind da relativ entspannt und können sich diese Entspanntheit auch leisten - anders als viele Konkurrenten. Die haben gerade von FC Bayern München Geld überwiesen bekommen: 20.000 Euro für das finanzielle Überleben. Geld, das der 1. FC Nürnberg nicht annimmt, er hat das dem FC Bayern schon mitgeteilt und hofft, dass dieser das Geld an die anderen Vereine verteilt.

Lockruf aus Leipzig: Mintal soll bleiben

Die wären ihnen nur dann in der nächsten Saison keine Gegner mehr, wenn die erste Mannschaft aus der 2. Liga absteigt, dann müsste die U21 in der Bayernliga neu starten. Auch darauf hat Wiesinger keinen Einfluss. Er kümmert sich um die wenigen Dinge, die er bestimmen kann. So wollen sie eine nächste Saison in den Leistungsmannschaften bis runter zur U16 mit den Trainerteams bestreiten, die derzeit schon verantwortlich sind. Also auch mit Marek Mintal in der U21, obwohl der zuletzt mit Lok Leipzig in Verbindung gebracht worden ist. "Ich habe das Gefühl, dass sich Marek hier wohlfühlt", sagt Wiesinger, "er weiß welchen Platz er im Verein hat." 

Welchen Platz sie im Verein haben, wollen natürlich auch die vielen Jugendspieler gerne wissen. Im Grundlagenbereich bis zur U15 verzichten sie ob der Corona-Krise diesmal auf die sonst üblichen Wechselspiele. Wer bleiben will, darf bleiben, sagt Wiesinger: "Wir führen natürlich Gespräche, in denen wir die künftige Rolle klar darlegen, aber wir haben da auch eine soziale Verantwortung." In den älteren Jahrgängen können sie nicht so rücksichtsvoll vorgehen. Es gilt, konkurrenzfähige Mannschaften für den Bundesliga-Abstiegskampf aufzustellen. "Das ist ein gnadenloser Kampf", sagt Wiesinger. Einer, der dem Anspruch eines Nachwuchsleistungszentrums mitunter zuwider läuft. "Das führt einen manchmal vom Ausbildungsgedanken weg", sagt Wiesinger. 

Beobachtet haben sie das gerade wieder an der hauseigenen U17. Die war schwach in die Saison gestartet und erst, als sie ihr Spiel auf Effizienz getrimmt hatten, kam auch der Erfolg. "Es geht eben vor allem darum, über dem Strich zu stehen", sagt Wiesinger. "Vielleicht müsste man mal wieder weg von dieser Fokussierung auf die Bundesliga", sagt Wiesinger, der sich aber bewusst ist, wie schwer sein Gedanke umzusetzen ist. Denn: "Die Spieler wollen die Plattform." Beim 1. FC Nürnberg bekommen sie die in der nächsten Saison wahrscheinlich in der U19 und sicher in der U17. Nur wann, das wissen sie nicht.

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