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Die Top-Elf von Florian Grau: Viele Hochkaräter und ein starker Eichstätter Einschlag

Bezirksliga Süd

In der fußballfreien Zeit fällt es leichter, seinen Blick etwas weiter schweifen zu lassen. Spielertrainer Florian Grau vom TV 1879 Hilpoltstein macht genau das und stellt für uns seine persönliche Top-Elf auf.

Hat Zeit, um über den Tellerrand hinaus zu blicken: Florian Grau, Spielertrainer des TV 1879 Hilpoltstein (stehend)

 / © Salvatore Giurdanella

Ansbach, Schwabach, Seligenporten, Eichstätt - Florian Grau hat in seiner Karriere bei einigen regionalen Spitzenteams gespielt. Aktuell ist er gemeinsam mit Fabian Schäll Coach des Bezirksligisten TV Hilpoltstein. Wir haben den 33-Jährigen gebeten, uns seine Top-Elf der ehemaligen Mitspieler zu verraten: Mit seinem 3-4-3-Spielsystem ist der Stürmer dabei, wenig überraschend, sehr offensiv aufgestellt.

Torwart:

Thomas Raffel hat seine Karriere zwischen den Pfosten schon vor längerer Zeit beendet, doch aus seiner Zeit bei der SpVgg Ansbach ist er Grau in guter Erinnerung geblieben: "Er war einer der besten Keeper seiner Zeit. Meine ersten Einheiten als A-Jugendlicher bei der Herrenmannschaft blieben unvergesslich, da ich bei Ballverlusten nie mehr so hart beschimpft wurde wie von ihm. Er war so ehrgeizig und nahm bei seiner Kritik auch keine Rücksicht auf die jüngeren Spieler." Für Grau war es eine lehrreiche Phase, die ihn in seiner weiteren Entwicklung geprägt hat: "Nach dem Training hab ich mir gedacht, was ist denn das für ein Wilder und verhielt mich ihm gegenüber sehr ehrfürchtig. Als wir anschließend in der Kabine waren - ich saß zufällig neben ihm - hat er mir ein Bier gereicht und kein Wort mehr über die Trainingseinheit verloren. So etwas hatte ich bisher nicht gekannt, dass mir einer erst die Ausdrücke um die Ohren wirft und dann, als wenn nichts gewesen wäre, nachfragt, wie denn der Tag so war. Wir haben danach ziemlich viel zusammen erlebt, und ich bin echt dankbar, noch mit solchen Jungs von der alten Schule erzogen worden zu sein."

Abwehr:

Benjamin Schmidramsl ist beim VfB Eichstätt ein Urgestein, der seit seinem vierten Lebensjahr für die aufstrebende Mannschaft aus der Kreisstadt spielt. "Größten Respekt vor der Karriere des Capitanos. Er ist eine Legende in Eichstätt und hat von der Kreisliga bis zur Regionalliga als Spieler alles miterlebt. Er hat sich mit dem Verein von Jahr zu Jahr weiterentwickelt und war immer ein Anführer und Leistungsträger. Da gibt es nur wenige vergleichbare Spieler. Im ersten Jahr Regionalliga hat er neben Fußball und Job auch noch sein Haus gebaut und zwei seiner insgesamt drei Kinder bekommen. Einfach Wahnsinn, das alles unter einen Hut zu bringen."

Die Abwehrreihe komplettieren zwei Trainerkollegen der Landesliga Nord: Florian Schlicker war ein Mannschaftskamerad beim SV Seligenporten und steht heute als Trainer an der Seitenlinie beim Landesligisten SC Feucht. Bis zur Unterbrechung der laufenden Saison zeigte sein Team eine überragende Leistung und ist der heißeste Kandidat für den Aufstieg in die Bayernliga. "Wir bildeten eine Fahrgemeinschaft nach Seligenporten und er war der Führungsspieler schlechthin. Er hat damals seine beste Zeit als Spieler gehabt und wurde später sogar Trainer des Jahres in der Regionalliga. Fabi und ich haben bei ihm in Feucht hospitiert, um uns auf unsere erste Trainerstation vorzubereiten."

Florian Bauer kämpft als Coach beim SC Großschwarzenlohe um den Klassenerhalt in der Landesliga Nordost und ist Grau aus seiner Zeit bei den Junioren des 1. FC Nürnberg und später bei der SpVgg Ansbach bekannt: "Mit Florian habe ich schon beim Club in der B-Jugend gekickt, und in Ansbach haben wir zusammen im DFB-Pokal gegen Karlsruhe gespielt. Wir sind heute noch sehr gut befreundet, und zweimal im Jahr gibt es ein Freundschaftsspiel gegen sein Team. Er ist beruflich im Profifußball tätig und hat schon jede Menge spannende Erfahrungen gesammelt."

Mittelfeld:

Stefan Lausecker war ein Mitspieler beim SC 04 Schwabach und ist in dieser Saison als Spielertrainer in der Kreisliga Neumarkt/Jura West bei der DJK Veitsaurach tätig. Am meisten ist wohl das Zweikampfverhalten von ihm im Gedächtnis haften geblieben: "Einer meiner besten Freunde und der Einzige, den ich kenne, der in der Halle genauso kämpft und grätscht wie draußen auf dem Feld. Eine seiner Hallengrätschen werde ich nie vergessen, als er gefühlt 15 Meter auf dem Hallenboden entlang gerutscht ist und seinem Gegenspieler perfekt in die Parade gefahren ist - ohne jedoch ein Foul zu begehen."

Fabian Schäll ist nicht nur wegen der gemeinsamen Zeit in Hilpoltstein vertreten, sondern beide Spielertrainer haben zuvor ihre Fußballschuhe für den SC 04 Schwabach, den SV Seligenporten und den VfB Eichstätt gemeinsam geschnürt: "Der beste Kumpel, Trainerkollege und in den letzten 13 Jahren immer an meiner Seite. Alle sportlichen Erfolge, mit Ausnahme bei der SpVgg Ansbach, haben wir gemeinsam erlebt", sagt Grau. In dieser Saison als Trainerduo hat sich der Aufsteiger auf Anhieb in der Bezirksliga Süd etabliert. Durch den Unterbruch der Saison kann Schäll seine schwere Schulterverletzung in Ruhe auskurieren und sich in Form bringen, nachdem Grau in der Vorrunde längere Zeit wegen einer Fußverletzung ausfiel. Sollten beide Spielertrainer topfit auflaufen, ist bei den Burgherren bei einer möglichen Fortsetzung oder in der nächsten Saison noch Potenzial nach oben.

Es folgen im Mittelfeld zwei Sportkameraden, die sogar über Champions League-Erfahrung (bzw. Qualifikation zur europäischen Königsklasse) verfügen: Dominik Stolz war ein Weggefährte bei der SpVgg Ansbach und dem SV Seligenporten. Im Jahr 2016 hat es ihn vom SV Sandhausen zum F91 Düdelingen nach Luxemburg verschlagen: "Wir haben ihn als A-Jugendlichen in Ansbach in unsere Fahrgemeinschaft aufgenommen. Nach seinem ersten Spiel bei den Herren haben wir ihn mit zu einer Party genommen und nach zwei Stunden musste ihn seine Freundin abholen, weil er nicht mehr konnte." Grau ist der Meinung, dass Stolz bei den "Klosterern" durchgestartet ist und dort der Grundstein für seine internationale Karriere gelegt wurde: "Er hat in der zweiten gemeinsamen Station in Seligenporten einen enormen Schub gemacht und es dann bis in die zweite Liga geschafft. Ohne diese Party in Ansbach hätte er aber wohl niemals mit seinem aktuellen Verein, dem Serienmeister aus Luxemburg, in der letzten Europa-League-Saison gegen den AC Mailand im San Siro das wichtigste Tor seiner Karriere geschossen", schmunzelt Grau.

Markus Steinhöfer ist in Mittelfranken kein Unbekannter bei den Fußballexperten. Mit Grau stand der gebürtige Weißenburger aber beim VfB Eichstätt in Oberbayern in der Regionalliga auf dem Platz. Kultstatus bei den Fans erreichte "Steini, der Glatte" beim FC Basel, als er nach einer verunglückten Abwehraktion in der Champions League gegen Manchester United den Ball an die eigene Latte donnerte. Basel qualifizierte sich in einer unvergessenen Partie für das Achtelfinale, und Steinhöfer wurde für seine "lustige" Rettungstat bis zu seinem Vereinswechsel zu Betis Sevilla im St. Jakob-Park besungen. "Er kam nach 14 Jahren als Profi nach Eichstätt und war einfach nur mega. Sowohl sportlich als auch menschlich. In seiner Karriere hat er gegen Messi und Neymar gespielt, stand im Halbfinale der Europa League gegen Chelsea und hat zig Champions-League-Spiele auf den Buckel. Aber er ist einfach immer ein bodenständiger Typ geblieben und wurde innerhalb kürzester Zeit ein sehr guter Freund, zu dem ich auch heute noch sehr engen Kontakt habe."

Sturm:

Der stürmende Spielertrainer brennt mit drei hochkarätigen Torjägern ein wahres Offensivfeuerwerk ab und lässt es krachen: Duane-Carl Collins war zuletzt Trainer bei der SpVgg Ansbach. Bei diesem Verein standen beide auch gemeinsam auf dem Platz. "Einer der besten Stürmer seiner Zeit. Von ihm habe ich gelernt, wie man seinen Körper bestmöglich zwischen Ball und Gegner bekommt. Er war zwar stinkfaul, hat aber jede Saison 20 Glocken gemacht - einfach bemerkenswert."

Bernd Rosinger kehrte 2019 vom FC 08 Homburg wieder zum SV Seligenporten zurück, wo der gebürtige Oberpfälzer früher zusammen mit Grau bei den gegnerischen Abwehrreihen für Gefahr sorgte. "Er kam als junger Stürmer mit mir gemeinsam in Seligenporten an und hat vorher nur bei seinem Heimatverein BSC Woffenbach gespielt. Karsten Wettberg hat schnell gemerkt, dass er ein besonderes Talent ist. Die Beiden waren sich nicht immer grün, aber Wettberg wusste ganz genau, wie er ihn zu Höchstleistungen reizen konnte. In der Vorrunde einer Regionalligasaison hat er 18 Buden gemacht und ist dann folglich zum Club gewechselt. Nach einer langen Zeit in der dritten Liga bei Lotte ist er nun wieder nach Seligenporten heimgekehrt. Ein richtiger Bomber."

Fabian Eberle darf zu guter Letzt nicht in der Top-Elf fehlen. Grau und er spielten beim VfB Eichstätt zusammen, und der 2016 von der TSG Solnhofen zum VfB gewechselte Mittelstürmer hielt trotz lukrativer Angebote dem Regionalligisten die Treue. "Eine echte Sportskanone. Ob Tennis, Volleyball, Leichtathletik oder natürlich Fußball. Er ist ein absolutes Multitalent und ein sehr familiärer Mensch, der erst spät den Weg in den höherklassigen Fußball gewagt hat. Dort hat er ganz schnell Fuß gefasst und sich rasant weiterentwickelt." Grau erinnert sich sehr gerne an die gemeinsame Zeit in der Offensive der Oberbayern und traut seinem ehemaligen Mitspieler noch einen Karrieresprung zu: "Er könnte meiner Meinung nach nochmal zwei Ligen höher als Regionalliga spielen, aber er weiß auch, was er an Eichstätt hat. Rückblickend mein liebster Sturmpartner, und wir haben uns auf und neben dem Platz blind verstanden. Ich hoffe, dass er noch ganz lange seine Tore in Eichstätt knipst."

Die Top-Elf in Bildern:

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