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Der Abstiegskampf in der Landesliga Nordost: "Es herrscht jetzt eine gewisse Unberechenbarkeit"

Landesliga Nordost

Endlich ist der Re-Start im bayerischen Amateurfußball absehbar. Doch wie war noch gleich die Tabellensituation? Und was hat sich getan während der langen Pause? Bevor der Ball auch in der Landesliga Nordost wieder rollt, blicken wir gemeinsam mit den Trainern voraus auf den engen Abstiegskampf.

Am Tabellenende geht es vor allem zwischen Platz zwölf und 16 eng zu. Etwas abgeschlagen ist bereits der TuS Feuchtwangen. Baiersdorf kann dagegen bereits mit der Bezirksliga planen.

 / © Sportfoto Zink

Baiersdorfer SV: Weiterentwickeln auf hohem Niveau

In der Krenstadt hatte man sich bereits im Winter mit dem Abstieg abgefunden. Zu chancenlos war das junge Team von Rene Ebert im ersten Saisonabschnitt gewesen, als man nur äußert magere vier Punkte aus 21 Partien holte. Geändert hat sich an dieser Tabellensituation natürlich nichts, daher bleibt auch die Zielsetzung für die Restrunde wohl dieselbe wie schon vor gut acht Monaten: junge Spieler auf hohem Niveau entwickeln, um in der kommenden Bezirksliga-Saison wieder angreifen zu können. Ebert weiß aber auch, dass das ein oder andere Erfolgserlebnis in der Restsaison seinem Team unheimlich guttun würde, um gestärkt in die neue Saison zu gehen. Daher hat er während der langen Pause - trotz des Fokus auf die Entwicklung - einige Neuzugänge präsentiert. Der prominenteste Akteur, der seit Juli das Trikot des BSV trägt, ist sicherlich Firat Güngör. Der 29-Jährige will in Baiersdorf seine Erfahrung als spielender Co-Trainer weitergeben.

TuS Feuchtwangen: Durchwachsene Frühform

So richtig zufrieden wirkt Michael Griebel nicht mit der Gesamtsituation. Weder von der sportlichen Frühform seines TuS Feuchtwangen noch von der Umsetzung des Ligapokals in der Landesliga ist er sonderlich angetan. Wenn man seinen Erzählungen Glauben schenkt, ist diese Einschätzung durchaus nachvollziehbar. Er spricht von Testspielen, in denen "sowohl die Leistung als auch die Resultate recht durchwachsen waren" und von "vielen Urlaubern im August", die die Vorbereitung zusätzlich erschwert hätten. Dabei könnten die Feuchtwanger angesichts der Tabellensituation einen guten Start durchaus gut gebrauchen. Bei bereits fünf Punkten Rückstand auf den letzten Relegationsplatz könnten Erfolgserlebnisse zu Beginn nicht zuletzt den Glauben an den Klassenerhalt zurückbringen. Auf externe Verstärkungen kann Griebel dabei nicht bauen, denn abgesehen von fünf Nachrückern aus der U19 hat er keine Neuzugänge zu vermelden. Mittelfeld-Akteur Soner Basar hat das Team derweil in Richtung Baden-Württemberg verlassen. Für den Ligapokal hätte Griebel sich einen Modus gewünscht, der für die Teams aus dem Keller "eine realistischere Chance auf den Klassenerhalt bietet" und nennt als Beispiel die Vorgehensweise im Spielkreis Nürnberg/Frankenhöhe, wo eine Aufstiegs- und Abstiegsrunde ausgetragen wird. Eine gewisse Vorfreude ist aber trotz allem spürbar beim 48-Jährigen, der "natürlich froh" ist, dass jetzt Klarheit herrscht. Besonders gespannt ist er auch auf die Form der Konkurrenz, schließlich "herrscht jetzt eine gewisse Unberechenbarkeit, es können neue Dynamiken entstehen, manche haben vieles am Kader verändert".

SC Großschwarzenlohe: Zahlreiche Zugänge

Im Kader des Tabellensechzehnten. hat sich in der Zeit seit dem letzten Pflichtspiel so einiges getan. Allein im Sommer stießen insgesamt nicht weniger als zehn Neuzugänge zum Team von Trainer Florian Bauer, vier Akteure verließen das Team dagegen. Während sich unter den Neuen auch einige junge Spieler befinden, die die Mannschaft zunächst vor allem in der Breite verstärken werden, könnten gerade der landesligaerfahrene Fabio Garcia (zuletzt TV 48 Erlangen) sowie Daniel Pandel sofort weiterhelfen. Der 29-jährige Portugiese soll die Erfahrung aus mehreren Spielzeiten bei der Quelle und dem ASV Vach einbringen; Pandel hingegen war mit erst 20 Jahren bereits eine feste Größe beim ASV Neumarkt.

1. FC Herzogenaurach: "Wieder das zeigen, was uns stark gemacht hat"

Jakob Karches ist gut gelaunt. Zum Zeitpunkt des Gesprächs ist die Nachricht über die Wiederaufnahme des (Pflicht-)Spielbetriebs noch frisch und dementsprechend erleichtert wirkt der Spielertrainer der Pumas. "Wir freuen uns einfach total, jetzt wieder unter Wettkampfbedingungen spielen zu können", sagt er. "Umso besser, dass sogar Zuschauer mit von der Partie sein können." Auch in sportlicher Hinsicht strahlt der 34-Jährige Zuversicht aus. Man habe sich zwar "zu Beginn der Vorbereitung recht schwer getan" und auch konditionell "stärkere Defizite als gewohnt" gehabt. Aber mittlerweile sehe es doch sehr vielversprechend aus. Die Testspielergebnisse untermauern Karches‘ Einschätzung. Zuletzt besiegten die Herzogenauracher unter anderem die beiden Landesliga-Topteams aus Stadeln und Neumarkt jeweils mit 3:1. Als Schlüssel für die guten Resultate sieht der Verteidiger dabei ein altes Erfolgsrezept, das seine Mannschaft bereits in der Vergangenheit stark gemacht habe. "Hinten standen wir wieder sicherer und vorne sind wir immer für ein Tor gut." In der Defensive kann nun auch Dominik Burkhardt wieder helfen, der aufgrund eines Auslandsaufenthalts zuletzt pausiert hatte und das Team "erheblich stabilisiert", wie es Karches ausdrückt. In Sachen Ligapokal hat auch Karches eine klare Meinung. "Das ist für uns in dieser Form ein Schmarrn", nimmt er kein Blatt vor den Mund. "Wir werden zusehen, uns in diesen Spielen nicht zu verletzen." Für die verbleibenden Spiele kann der FCH angesichts der durchaus kritischen Lage im Abstiegskampf schließlich jeden einzelnen Spieler gebrauchen. Der Rückstand aufs rettende Ufer beträgt zwar nur einen Zähler, doch hat man bereits 23 Partien absolviert, während die meisten Konkurrenten erst 21-mal ran durften.

TSV Kornburg: Namhafte Verstärkung

Im Nürnberger Süden hat sich mittlerweile eine durchaus bemerkenswerte Diskrepanz zwischen der Qualität des Kaders und der aktuellen Tabellensituation ergeben. Auf dem Papier würde man die Mannschaft des TSV Kornburg wohl durchaus im oberen Tabellendrittel erwarten, doch aktuell steht man nur auf Relegationsplatz 14. Freilich muss man dem Team von Trainer Hendrik Baumgart dabei zugute halten, dass es in der jetzigen Besetzung mit einigen durchaus prominenten Gesichtern noch keinerlei Gelegenheit hatte, diese Qualität auf den Platz zu bringen. Die Neuzugänge um den ehemaligen Erfurter Danilo Dittrich und den regionalligaerfahrenen Stanislaus Herzel (aus Illertissen) stießen schließlich im Winter oder - wie in Herzels Fall - gar erst im Sommer zum Team. Fest steht aber auch: Mit dieser Mannschaft darf es nicht nach unten gehen, schließlich soll der Blick langfristig eher in Richtung Bayernliga gehen. Möglich scheint für die Kornburger vieles im restlichen Saisonverlauf. Von weiteren Abstiegssorgen bis zum überraschenden Pokalsieg liegt fast alles im Bereich des Möglichen. Die Liga blickt gespannt nach Kornburg.

FC Vorwärts Röslau: Es wird sofort ernst

Die Mannschaft des neuen Trainers Andreas Lang (zuvor drei Saisons in Mitterteich) hofft im Saison-Endspurt neben neuen Impulsen von der Seitenlinie auch auf zusätzliche Qualität durch die Verpflichtungen von Dennis Buchmann (zuvor SpVgg Bayreuth) und Daniel Hacker (ehemals Neudrossenfeld). In den ersten Wochen wird es mit Spielen gegen die Konkurrenten aus Großschwarzenlohe, Kornburg und Baiersdorf direkt ernst für die Oberfranken.

SV Schwaig: Wie im Eishockey

"Eingeschlagen wie eine Bombe" hat die Nachricht vom Re-Start laut Trainer Helmut "Alu" Rahner beim SV Schwaig. Nun habe der Tabellenzwölfte endlich wieder etwas, worauf man als Mannschaft hinarbeiten könne. "Wir haben jetzt noch sechs Ligaspiele in recht kurzer Zeit", sagt Rahner, "das fühlt sich fast an wie Playoffs beim Eishockey." Und diese Spiele haben es in sich. Schließlich stehen bis zur Winterpause noch vier Duelle mit direkten Konkurrenten an. Nachdem man zum Auftakt den SC Großschwarzenlohe empfängt, geht es nach Feuchtwangen, bevor mit dem TSV Kornburg ein schwer einschätzbarer Gegner wartet. Auch mit Schlusslicht Baiersdorf bekommt es der Aufsteiger noch im laufenden Kalenderjahr zu tun. Nachdem die Saison des SVS vor der langen Pause sehr wechselhaft verlaufen war, könnten diese Partien bereits den Weg in Richtung Klassenerhalt oder auch Relegation weisen. Am Freitagabend steht ein Test gegen Ligakonkurrent Stadeln an, der Aufschluss über die Frühform geben könnte.

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