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Florian Peter: "So ein Spiel zeigt doch, dass wir weiterhin komplett da sind"

Landesliga Nordost

Nach der 0:1-Niederlage gegen Selb verschärft sich beim FC Herzogenaurach die Lage in der Landesliga Nordost. Keeper Florian Peter will trotzdem die Ruhe bewahren.

Florian Peter musste gegen Selb einmal hinter sich greifen - am Ende aber stand eine Niederlage.

 / © Sippel

Am Ende rennen, drängen und stürmen sie unaufhörlich. Weiter, immer weiter, irgendwie in Richtung des gegnerischen Tores. Gegen die Niederlage. Und gegen den drohenden Abstieg. Doch als der Schiedsrichter den Schlusspfiff ertönen lässt und den Bemühungen wieder einmal ein Ende bereitet, sinken einige FCH-Spieler frustriert und erschöpft zu Boden. Für einen kurzen Moment scheint es, als würde sämtlicher Mut in sich zusammenfallen, als würde die Saison der Pumas, solange sie auch dauern mag, unaufhörlich auf ein einziges Ereignis zulaufen.

Dann verstreicht dieser Moment und man steht auf dem Rasen vor Florian Peter, der sich trotz der dritten Niederlage in Folge noch ein Lächeln abringen kann. Und sich auch keiner vermeintlichen Aussichtslosigkeit hingeben will. „So ein Spiel zeigt doch, dass wir weiterhin komplett da sind, dass wir Spaß am Fußball haben“, sagt der Keeper. „Aber uns fehlt derzeit ein wenig das Glück.“ Wenn jemand in den vergangenen Wochen einen Grund gehabt hätte, der Verzweiflung zu verfallen, dann die beiden Torhüter, die in den zwei Partien nach dem Re-Start elf Gegentreffer hinnehmen mussten. Immer wieder hatten die Gegner die Defensive der Pumas gebrochen, immer wieder konnten die Torhüter das kommende Unheil nur noch mitansehen. Doch so ganz will Florian Peter das nicht stehen lassen. Vor allem die 2:6-Pleite in der Vorwoche gegen Mitterteich müsse man ein wenig relativieren. „Das hätte auch in die andere Richtung kippen können“, meint der Keeper. „Dass ein Team am Ende ein wenig zusammenfällt, muss man auch mal zugestehen.“

„Nicht unbedingt das Verlangen, auf die Tabelle zu schauen“

Spricht man mit den erfahrenen Spielern wie ihm, schwingt immer auch eine gewisse Ruhe mit. Seit mehr als einem Jahrzehnt hütet der 30-jährige Peter inzwischen das FCH-Tor, einst noch in der Kreisklasse. Mentale Erschöpfung aufgrund all der Niederlagen? „Die Zeiten sind vorbei“, sagt er. „Wir mussten genügend Auf- und Abstiege durchmachen.“ Alles schon einmal erlebt, nichts Neues.

Auch das erklärt, wie der FC Herzogenaurach gegen Kickers Selb plötzlich eine Leistung aufbieten kann, die in den Vorjahren noch zum Standardprogramm gehört hatte, aber im Abstiegskampf beinahe vergessen schien. Immer scheuer und mutloser waren die Pumas im Saisonverlauf geworden. Der Wunsch nach Stabilität hatte Instabilität erzeugt, je defensiver sie spielten, umso mehr mussten sie die Defensive preisgeben.

Gegen Selb zeigt sich hingegen eine selbstbewusste Mannschaft, die trotz des Rückstandes diesmal nicht zusammenbricht, sondern den Gegner mit und ohne Ball zurückdrängen will und auch unter Druck sinnvolle Lösungen sucht. „Das ist die Spielweise, die wir uns jahrelang unter Jakob Karches erarbeitet haben“, sagt Peter. „Wir müssen mit dem Ball am Fuß das Spiel bestimmen, sonst tun wir uns schwer.“ Am Ende steht dennoch eine weitere, wenn auch diesmal knappere Niederlage. Vor dem Tor ist die Offensive zu fahrig, der Ausgleichstreffer fällt letztlich nicht. Der Umgang mit der eigenen Dominanz will gelernt sein. Und diesen Instinkt wieder zu wecken, das könnte die Chance sein, die sich in dieser Niederlage versteckt. „Ich habe jetzt zwar nicht unbedingt das Verlangen, auf die Tabelle zu schauen“, sagt Florian Peter abschließend. „Aber noch ist alles möglich.“ Sie müssen nur ewiter stürmen.

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