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Kalchreuth vs. Buckenhofen: Rasse, Klasse und Kumpel auf der Alm

Bezirksliga Nord

Die Anzeichen für eine weitere Saisonunterbrechung noch in der kommenden Woche verdichten sich. Wer zumindest am Sonntag auf der Alm bei der Partie Kalchreuth gegen Buckenhofen (2:1) war, konnte noch einmal rassigen Bezirksligafußball genießen.

Kalchreuth ließ die Punkte gegen Buckenhofen zuhause.

 / © Sportfoto Zink

Aufgrund der aktuellen Inzidenzwerte war Maskenpflicht angesagt. Bei den Zuschauern und auch bei den Spielern in der Kabine und auf dem Weg zum oder vom Platz. An den 143 Zuschauern in Kalchreuth wird es nicht liegen, sollte ein zweiter „Lockdown“ im Amateurfußball nahen. Beim FCK wurde das Hygienekonzept gut umgesetzt.

Bei den Zuschauern beider Fanlager vibrierte es allerdings verbal ordentlich unterm Mundschutz. „Ich bin der Meinung, dass sich der Schiedsrichter doch etwas zu sehr in den Mittelpunkt gestellt hat“, befand Buckenhofens Spielertrainer Tobias Eisgrub. Der 25-Jährige – übrigens im gesamten Spielverlauf eher verhalten im Meckerverbund auftretend – flog in der 90. Minute mit Gelb-Rot vom Platz.

„Ich habe dem Schiedsrichter nur gesagt, dass die Mauer keine neun Meter vom Ball wegsteht. Das war ihm anscheinend zu viel. Selbst der Gegner musste lachen. Na ja, jetzt zahle ich als Trainer halt doppelt in die Mannschaftskasse“, sagte Eisgrub. Auch sein Trainerkollege Christopher Kraus vom FCK schlug in die gleiche Kerbe: „Das Spiel war intensiv, aber nie unfair.“ Jonas Weber brachte Buckenhofen mit einem Schlenzer früh in Führung (12.), Tom Weickmann glich drei Minuten später aus. In beiden Halbzeiten erwischten die Gäste den besseren Start, der FCK konnte sich aber wieder aus der Umklammerung befreien. „Insgesamt war es ein Spiel auf Augenhöhe, nach der Pause mussten wir aber zehn Minuten ums Überleben kämpfen“, sagte Kraus.

Buckenhofen konnte die sich bietenden Chancen nicht nutzen, in der Folge tat es ihnen der FCK gleich. Der Siegtreffer für die Almkicker fiel dann nach einer Ecke aus dem Getümmel heraus. Dominic Stöhr netzte ein (69.). „Am Ende war es ein geiles und faires Spiel. Wir haben unsere Chancen nicht gemacht, und am Ende bekommen wir zwei klare Elfmeter nicht“, monierte Eisgrub.

Der 25-Jährige ist seit Sommer Spielertrainer in Buckenhofen. Die laufende Saison hat er – zumindest was die sportlichen Ziele angeht– abgehakt. „Der Zug nach oben ist weg, wir haben im Sommer sechs Stammspieler verloren und auch einige verletzte Akteure.“ Vielmehr geht es ihm darum, für die Zukunft einen soliden Grundstock in Buckenhofen aufzubauen. Weg von der Mentalität, auswärtige Spieler zu holen, hin zu einer eigenen Identität. Ein Prozess, den viele Vereine für sich reklamieren, der aber nur über eine gute Jugendarbeit, persönliche Bindung zum Klub und gute Kontakte funktioniert. „Wir wollen nachlegen, mit eigenen Leuten. Sozusagen von Kumpel zu Kumpel. Wir wollen in Zukunft einfach ein guter Haufen sein.“ In der Bezirksliga fühle sich Buckenhofen gut aufgehoben, meint Eisgrub. Ob es da weiter aktuell weitergehen wird, stellen sowohl er als auch Kalchreuths Kraus in Frage.

„Mir steht ein Urteil nicht zu, aber wenn ich an diesem Wochenende die vielen Absagen in den unteren Klassen sehe, fragt man sich schon, ob es rein sportlich noch Sinn macht“, sagt Kraus. Die 143 Zuschauer sahen am Sonntag zumindest noch einmal ein spannendes Bezirksligaspiel. Es könnte sein, dass es für längere Zeit das letzte war.

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