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Club-Coach Marek Mintal: "Wir bekamen viele freie Räume"

Regionalliga

Club-Altstar Andreas Wolf fuhr am Samstag zweigleisig: Nachdem er in den Stuhlfauth-Stuben vor dem Bildschirm die erste Halbzeit der Profis in Braunschweig verfolgt hatte, sah er die Partie der U21 gegen den TSV Aubstadt – es war nach fast einem Jahr das erste Heimspiel – live. Er erlebte ein Spektakel, das sich in der ersten Hälfte nicht angedeutet hatte.

Torfestival im Spitzenspiel der Regionalliga Bayern: Hier freuen sich die jungen Nürnberger über den vierten Treffer durch Arman Ardestani – es sollte nicht das letzte Tor in der Partie gegen Aubstadt gewesen sein.

 / © Sportfoto Zink

„Das war nicht gut“, analysierte Trainer Marek Mintal und lag damit absolut richtig. Die Abwehr zeigte Unsicherheiten, von denen sich Torhüter Benedikt Willert bei Rückpässen anstecken ließ. Den Reigen einiger „Doppelschläge“ eröffnete dann aber in der 16. Minute Profi Kevin Goden nach Vorarbeit von Eric Shuranov, dem Timo Pitter 180 Sekunden später mit einem Schuss aus spitzen Winkel den 1:1-Ausgleich folgen ließ. Damit sind schon die einzigen interessanten Szenen eines Regionalliga- Spiels erwähnt, in dem die zahlreichen Fehlpässe unerklärlich waren.

An dem Geschehen bei diesem Geisterspiel hatten nach dem Wiederanpfiff auch drei Club-Fans, die es aus dem nahen Hotel verfolgten, ihre helle Freude. Als Muntermacher für die Gastgeber erwies sich offensichtlich der 2:1-Führungstreffer für die Unterfranken durch Ingo Feser, der in der 47.Minute einen von Marco Zietsch verursachten Foulelfmeter sicher verwandelte. Doch nur zwei Minuten später schlug der eingewechselte Arman Ardestani mit dem Ausgleich zurück. Mintal zog auch später noch mit weiteren Wechseln Glückslose.

Dass die Begegnung nicht nur an Spannung, sondern auch an Format zunahm, lag auch an den Gästen, die spielerisch – so sah dies selbst der Club-Trainer – durchaus ebenbürtig waren. Ihr fünfter Tabellenplatz, dies sogar als Aufsteiger, kommt nicht von ungefähr. Mit ihren schnellen Flügelleuten setzten sie mutig weiter auf die Offensive und wurden dafür bestraft: Goden in der 60.Minute und Ardestani (65.) mit ihrem jeweils zweiten Streich sorgten für klare Verhältnisse. Ein Irrtum. Zum einen war der Ehrgeiz der Aubstädter keineswegs gebrochen und zum anderen dieClub-Abwehr nicht unbedingt sattelfest. Der Beweis: Timo Pitters Anschlusstreffer in der 68.Minute und noch die eine oder andere gute Chance, die aber überhastet vergeben wurde.

Dass die Gäste total auf Offensive setzten, behagte natürlich dem Club. „Wir bekamen viele freie Räume, die wir genutzt haben“, kommentierte Trainer Mintal, der sich über zwei weitere Joker besonders freuen konnte. David Siebert (87.) und Pascal Moll (90.) sorgten aus Sicht der Gastgeber für das ideale Finale eines lange Zeit nicht für möglich gehaltenen Torfestivals. Nicht so auffällig wie gewohnt agierte Sturmtalent Shuranov, das aber auch – dies muss erwähnt werden – von seinen Mitspielern kaum einmal richtig in Szene gesetzt worden ist. An Eifer und Ehrgeiz ließ es der Stoßstürmer nicht mangeln.

Wie aber geht es jetzt in der Regionalliga weiter? „Wir warten auf die Entscheidung des Verbandes am Montag“, sagte Mintal, der jetzt für drei Spiele der A-Nationalmannschaft seines Heimatlandes Slowakei freigestellt worden ist. Beim Club soll Andreas Wolf in dieser Zeit als Stellvertreter fungieren. Viel deutet daraufhin, dass auch die Regionalliga bald pausiert und die Winterpause vorgezogen wird.

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