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Bezirksligen 2021/22 mit alternativem Saisonmodell?

Mehrere Varianten stehen zur Auswahl

Bezirksspielleiter Thomas Jäger bittet zur Urne. Es geht um den Spielmodus der neuen Saison 2021/22. Zur Diskussion stehen mehrere Varianten. Bis zum 3. März haben die Bezirksligisten Zeit, um abzustimmen: Wollen sie herkömmlich oder alternativ spielen?

© Sportfoto Zink

Noch weiß niemand, ob die verlängerte Saison 2019/21 überhaupt regulär beendet werden kann. Am Mittwoch, den 3. März 2021, beraten Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut über das weitere Vorgehen während der Corona-Pandemie. Lockerungen für den Amateursport sieht die Regierung nach bisher durchgesickerten Informationen jedoch nicht vor. Im Gegenteil: Aktuell steht im Raum, den Lockdown bis Ende März zu verlängern. Somit wäre ein Spielbetrieb mit vier Wochen Vorbereitung frühestens im Mai wieder möglich. 

Nichtsdestotrotz laufen im Hintergrund freilich bereits die Planungen für die neue Spielzeit und darüber hinaus. Im Bezirk Mittelfranken hat Spielleiter Thomas Jäger bereits im vergangenen September damit begonnen, das Gespräch mit den Bezirksliga-Vereinen zu suchen, um die Problematik rund um den Rahmenterminkalender 2021/22 zu besprechen. Fehlende Feiertage und eine Mannschaftsüberzahl, so Jägers Worte, würden von Beginn an zu mehreren Wochenspieltagen führen. Zudem sei die Mehrheit zu diesem Zeitpunkt auch noch von einer "normalen" Saison 2021/22 ausgegangen. "Durch das derzeitige Pandemiegeschehen ist aber davon auszugehen, dass es auch die Saison 2021/22 beeinflussen wird", so der Bezirksspielleiter. 

In den Bezirksligen wird deshalb abgestimmt: Bewährtes Modell mit Hin- und Rückrunde und voller Ligastärke oder alternatives "Pilotprojekt", wie es Jäger bezeichnet, mit Herbst- und anschließender Auf-/Abstiegsrunde? Um den Spielmodus zu ändern, benötigt es einer Zweidrittelmehrheit unter allen Bezirksligisten. Die Abstimmung läuft noch bis zum Mittwoch, 3. März. Bereits am Donnerstag will Thomas Jäger in einer Videokonferenz dann über die Ergebnisse der Umfrage berichten. Aktuell sei noch keine Tendenz erkennbar, verrät der Bezirksspielleiter auf Nachfrage. Noch hätten zu wenige Vereine abgestimmt.

Sollte die Zweidrittelhürde genommen werden, stehen mehrere alternative Varianten zur Auswahl, für die es dann nur eine einfache Mehrheit benötigt.

Herbstrunde Variante 1

Die beiden Bezirksligen werden regional auf vier Staffeln á neun Teams aufgeteilt und spielen eine Herbstrunde mit Hin- und Rückspiel (18 Spieltage mit 16 Spielen für jedes Team) bis zum Jahresende 2021 aus. Vorteile hier sind viele Derbys und gleiche Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen. Anschließend folgt 2022 eine Auf- bzw. Abstiegsrunde. Für die Aufstiegsrunde qualifizieren sich insgesamt zwölf Mannschaften. Hier stehen ebenfalls zwei Modelle zur Auswahl: Entweder die drei besten Teams jeder Gruppe (Modell 1) oder die zwei besten Teams jeder Gruppe plus die vier punktbesten Mannschaften aller vier Ligen (Modell 2).

Herbstrunde Variante 2

Variante 2 sieht, wie bisher auch, eine zweigeteilte Bezirksliga vor, die in einer Einfachrunde bis Ende 2021 ausgespielt wird. Hier würde es nur 17 Spiele geben, sicherlich ein Vorteil in der knapp bemessenen Zeit. Ein Nachteil wäre hingegen die ungleiche Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen. Auch bei Variante 2 wird im neuen Jahr eine Auf- und Abstiegsrunde gespielt. Auch hier stehen zwei Modelle zur Auswahl für die sich jeweils zwölf Teams qualifizieren: Entweder die sechs besten Teams jeder Gruppe (Modell 1) oder die vier besten Teams jeder Gruppe plus die insgesamt vier punktbesten Mannschaften beider Ligen (Modell 2).

Sollten durch Wetter oder Pandemie nicht alle Spiele absolviert werden können, greift die Quotientenregelung bei beiden Varianten.

Punkte mitnehmen: Ja oder nein?

Zur Diskussion steht außerdem die Mitnahme der Punkte ins Jahr 2022. Hier gibt es vier Auswahlmöglichkeiten. Hinzukommt eine Regelung bei ungleicher Anzahl an Spielen.

A) alle Punkte der Herbstrunde
B) die Hälfte der Herbstrunden-Punkte (nur ganze Punkte werden gezählt)
C) keine Punkte aus der Herbstrunde
D) es werden nur Punkte gegen andere für die Aufstiegsrunde qualifizierte Mannschaften mitgenommen (nur jeweils bei Modell 1)

Aufstiegsrunde Variante 1

Wir bereits im Herbst werden bei Variante 1 die Ligen geteilt - sprich zwei Ligen á sechs Teams, die in Hin- und Rückspiel (insgesamt zehn Spieltage) pro Staffel einen Aufsteiger in die Landesliga ermitteln. Die Tabellenzweiten gehen in die Relegation. Die Vorteile hier: Viele Derbys, gleiche Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen sowie ein Spieltag weniger als bei Variante 2.

Aufstiegsrunde Variante 2

Diese sieht nämlich eine Einfachrunde mit allen zwölf Teams mit insgesamt 11 Spieltagen vor. Der Tabellenerste und -zweite würden hier das Ticket für die Landesliga buchen, Platz drei und vier ihr Glück in der Relegation versuchen. Nachteile hier wären wieder ungleiche Heim- und Auswärtsspiele sowie ein Spieltag mehr.

Abstiegsrunde Variante 1

Die Abstiegsrunde würde bei Variante 1 in vier Sechser-Gruppen mit Hin- und Rückspiel (insgesamt zehn Spiele) ausgetragen. Vorteile wären auch hier viele Derbys, gleiche Anzahl an Heim- und Auswärtsspielen sowie ein Spieltag weniger als bei Variante 2.

Abstiegsrunde Variante 2

Die Absteiger werden in zwei Zwölfer-Ligen ausgetragen (elf Spiele für jedes Team). Nachteile hier wären wieder ungleiche Heim- und Auswärtsspiele sowie ein Spieltag mehr.

Die Anzahl der Absteiger und Abstiegsreleganten wird erst nach Abschluss der Saison 2019/21 festgelegt.

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