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Das war's mit der Saison

Kommentar

Die Öffnungsstrategie für den Sport ist ein gutes Zeichen - und ein überfälliger Schritt hin zur Normalität. Für den BFV aber heißt es: Die Spielzeit ist gelaufen. Ein Meinungsbeitrag.

Die Saison 19/21 kann nicht beendet werden, so die Meinung des Kommentators.

 / © Zink

Natürlich ist es eine wunderbare Vorstellung: Schönes Wetter, grüner Rasen, runder Ball – eine Rückkehr ins Training ist in Sicht. Zwar zunächst kontaktlos und nur für manche von uns - ob die in den Beschlüssen genannten Inzidenz-Werte regional übernommen werden oder sich landesweit daran orientiert wird, wurde bei der Bund-Länder-Konferenz noch nicht konkretisiert. Mit Spannung erwarten die Bayern daher die Signale aus München. 

Nahe liegt, dass bei der Inzidenz weiter auf die jeweiligen Kreise geschaut wird. Gute Nachrichten etwa für den Landkreis Weißenburg/Gunzenhausen, in dem mit einem aktuellen Wert von 20 in der kommenden Woche wieder mit zehn Menschen zum kontaktfreien Training auf den Platz gegangen werden darf. Gute Nachrichten obendrein für die Kinder, die sich zu zwanzigst austoben können.

Für den organisierten Spielbetrieb aber bedeuten diese Beschlüsse nichts Gutes: Wie sollen Verbände wie der Bayerische Fußball-Verband einen Re-Start ihrer Ligen organisieren? Beispiel Bayernliga Nord: Während nämlich in manchen Kreisen wie Erlangen die Inzidenz aktuell bei 36 liegt, steht sie in Hof mit 292 deutlich höher. Beide Städte haben Teams in der Liga. Die einen dürfen bald trainieren, die anderen auf absehbare Zeit nicht. Von spielen ganz zu schweigen.

Was die Politik aus guten Gründe macht – regional stark zu differenzieren - geht sich für einen Ligaspielbetrieb nicht aus. Örtlich sehr überschaubar dimensionierte A-Klassen könnte man so vielleicht zu Ende bringen, werten letztlich aber nicht. Die Bedürfnisse der ganzen Ligenpyramide sprächen dagegen. Schon eine Liga wie die Bezirksliga Süd, mit ihrer Ausdehnung von Zirndorf bis nach Marienstein, steht hier vor argen Problemen. Zöge man die eine Liga durch, während eine andere abbrechen müsste, wären Auf- und Abstiege nicht zu lösen.

Zumal: Führen einzelne Lockerungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen, werden alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen: Zurück auf Los, zurück auf den Zustand vor dem 8. März! Dann geht es frühestens (!) wieder zwei Wochen später mit Ligaspielen los für die Mannschaft aus der betroffenen Region, und dann zunächst mit tagesaktuellen Tests. Fraglich, ob da viele überhaupt mitmachen - für eine Saison, die ohnehin ständig auf der Kippe steht.

Selbst wenn – wie es aktuell so gar nicht aussieht – wir in der besten aller Sportwelten leben, wir die Inzidenzen überall drücken, wir Ende April auf breiter Front in den Ligabetrieb starten können, ist die Wahrscheinlichkeit gewaltig, dass regionale Ausbrüche alle Hoffnungen begraben. So wird ein regulär zu Ende gebrachter Spielbetrieb in der Praxis unmöglich sein.

Zeit für den Verband, sich um die Zukunft zu kümmern: Die Saison 2021/22.

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