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Durchstarten ab 13. April? Die Hoffnung des BFV lebt weiter

Corona

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat am Freitag nochmal klargestellt, dass er sich dem Abgesang auf die aktuelle Saison im Amateurfußball noch lange nicht anschließen möchte. Stattdessen ruht die Hoffnung auf ein Durchstarten ab dem 13. April.

Sieht die Zeit für einen Abbruch noch lange nicht gekommen: BFV-Präsident Rainer Koch

 / © picture alliance / HMB Media/Oliver Mueller

Der verbale Frühlingssturm, der aus nahezu allen Himmelsrichtungen in die Brienner Straße 50 in München - dort hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) seinen Hauptsitz - bläst, ist gewaltig. Da fordern Kreisspielleiter wie Max Habermann einen Abbruch, Kommentatoren in den Medien blasen ins gleiche Horn und deutschlandweit vollstrecken immer mehr Landesverbände das schmerzhafte Ende der Saison.

Doch die bayerischen Spitzenfunktionäre bleiben aktuell standhaft und glauben an ein im wahrsten Sinne des Wortes gutes Ende. BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher fasste den Ist-Zustand am Freitag nochmal zusammen und sagte mit Blick auf den 13. April: "Nach dem Ende der Osterferien werden abhängig von den Inzidenzen weitere Öffnungsschritte in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport erfolgen. Das ist ein kleiner Lichtblick, verbunden mit der großen Hoffnung, dass es nicht bei einer Absichtserklärung bleibt und die dringend nötigen Hausaufgaben nun endlich pragmatisch erledigt werden." Kontaktsport unter freiem Himmel könnte ab 13. April erlaubt sein, je nach Inzidenz mit tagesaktuellem Schnell- oder Selbsttest oder ohne. Eine Inzidenz von 50 ist hier die entscheidennde Grenze. Doch da viele Landkreise sogar über 100 liegen, ist aktuell vieles mit einem Fragezeichen verbunden.

Fragezeichen, die mit einer erheblichen Kraftanstrengung aller Beteiligten in Politik und Sport ausradiert werden sollen. So sagt BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher, ebenfalls den 13. April fest im Visier: "Bis dahin sind drei Wochen Zeit, um die Hausaufgaben zu erledigen. Unsere Vereine und wir als Verband stehen mit erprobten Hygienekonzepten und unserer Bereitschaft, Kontaktverfolgung und weitere notwendige Auflagen zu gewährleisten, bereit. Wir bekommen den Trainings- und Spielbetrieb verantwortungsvoll geregelt. Es wird Zeit, dass wir im Amateursport von einer Verbotskultur zu einer gemeinsam erarbeiteten Öffnung der Plätze kommen. Jeder muss hier seinen Beitrag leisten: Die Politik muss das Impfen und Testen organisieren, die Verbände Konzepte erarbeiten und an die Basis kommunizieren, die Vereine vor Ort die Maßnahmen verantwortungsvoll umsetzen. So würden wir es trotz dieser schwierigen Zeit schaffen, den gemeinnützigen Vereinssport in Bayern und das wichtige soziale und sportliche Miteinander für die Kinder zu erhalten." Der BFV wird nicht müde zu betonen, dass er sich als Teil der Lösung sieht, und nicht als Problem, denn Sport an der frischen Luft sei um Welten besser als "wilde Partys" zu feiern.

"So weit sind wir noch nicht"

Auch Präsident Rainer Koch will darum kämpfen, dass die Spielzeit "19/21" ein sportlich vernünftiges Ende erhält. Jetzt schon die weiße Fahne hissen, kommt für den beim DFB für Amateurfußball zuständigen Vizepräsidenten nicht in Frage. Als Reaktion auf Habermanns Abgesang auf die Saison antwortete Koch dieser Tage auf der Facebookseite von nordbayern Amateure: "Einfach auf die Schnelle abbrechen und Absteiger per Quotientenregelung festzulegen, das ist für mich eben nur das letzte Mittel. So weit sind wir aber noch nicht, denn aktuell stehen im laufenden Spieljahr noch über drei Monate im Kalender zur Verfügung." Bis 30. Juni sei schließlich noch Zeit, und je weniger für eine Wertung der Saison der Grüne Tisch benötigt werde, desto besser, meint Koch.

Und sollte es doch zum Worst Case kommen, verweist der BFV-Präsident darauf, dass der Verband mit der angepassten Spielordnung schon die formalen Voraussetzungen geschaffen habe. In Paragraf 93 heißt es: "Kann ein Spieljahr aufgrund einer staatlichen oder kommunalen Verfügungslage oder höherer Gewalt nicht bis zum festgelegten Spieljahresende beendet werden, wird dieses unter den nachfolgenden Regelungen abgebrochen und gewertet, sofern bei 75% der Mannschaften aus der jeweiligen Spielgruppe mindestens 50% der Verbandsspiele ausgetragen bzw. durch die Sportgerichte gewertet wurden. Ansonsten wird die Saison für die Mannschaften aus der betroffenen Spielgruppe annulliert. In diesem Fall kommt es nicht zum Vollzug der amtlich veröffentlichten Auf- und Abstiegsregelung." 

Zusätzlich erlaubt die Spielordnung aktuell, dass vermehrt Spiele unter der Woche angesetzt werden können. Zwischen zwei Spielen soll den Vereinen prinzipiell ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei vollen Tagen eingeräumt werden. In der Spielordnung ist aber auch verankert, dass der zuständige Spielleiter in Ausnahmefällen auch Verbandsspiele einer Mannschaft in kürzerer Reihenfolge ansetzen könne. Spiele an zwei drauffolgenden Tagen hintereinander darf es aber nicht geben. Verlegungen auf andere, vom BFV benannte Spielstätten, sind dabei grundsätzlich denkbar, wenn es Vereinen auf ihrer Anlage nicht möglich ist, Spiele unter der Woche auszutragen.

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