Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Dittenheim verliert seinen Top-Stürmer: Thomas Selz geht nach Eichstätt

Bezirksliga Süd

Der VfB Eichstätt bastelt weiter fleißig am Kader für die neue Saison. Neben der Vertragsverlängerung mit Defensivmann Markus Waffler (24) und der Verpflichtung von Jonas Halbmeyer (24, vom TSV Nördlingen) kann der Regionalligist jetzt auch einen Neuzugang aus dem Kreis Neumarkt/Jura verkünden: Thomas Selz (26) wechselt im Sommer vom FV Dittenheim zu den Oberbayern. Wie schon im Jahr 2016 bei der Verpflichtung von Fabian Eberle – damals von der TSG Solnhofen – holen die Eichstätter also erneut einen Top-Torjäger aus der Bezirksliga Süd. Wir haben uns mit dem 26-jährigen Angreifer über seinen Wechsel zum Regionalligisten, über den Vergleich mit Vorgänger Eberle und über seine Zauberkünste unterhalten.

Thomas Selz (links) stürmt künftig in der Regionalliga.

 / © Zink / MeZi

Herr Selz, Ihnen eilt der Ruf als „Zauberer“ voraus. Wie ist das zu verstehen?

Thomas Selz: Seit meiner Jugend fas-zinieren mich Kartentricks. Im Trai-ningslager habe ich deshalb mal ein paar Gags aufgeführt und die Mitspieler verblüfft sowie überrumpelt. Manche können der Zauberei auch überhaupt nichts abgewinnen. Aber wenn meine neuen Mitspieler vom VfB dazu bereit sind, dann kann ich ihnen gerne mal den einen oder anderen Trick außerhalb des Platzes vorführen (lacht).

Sie wohnen in Enderndorf im Fränkischen Seeland und haben als Ausgleich zum Beruf und zum Sport das Angeln für sich entdeckt. Wenn man nun die Abwerbeversuche der Eichstätter mit Ihrem Hobby vergleicht: Waren Sie der Zander, der dem VfB jetzt endlich ins Netz gegangen ist?

Das kann man so ausdrücken. Die sportlichen Argumente sprechen jedenfalls für die Eichstätter. Und für mich persönlich ist ein familiäres Umfeld immer sehr wichtig. Ich weiß aus Erzählungen und dem Probetraining, dass ich das in Eichstätt vorfinden werde. Es ist auch wichtig, dass man als Spieler, der aus einer unterklassigen Liga kommt, das Vertrauen und den Rückhalt geschenkt bekommt. So etwas erleichtert den Einstieg ungemein.

Gleich zu Beginn Ihrer Laufbahn im Seniorenbereich waren Sie zum TSV Absberg gewechselt. Warum?

Dort haben alle meine Cousins gespielt. Wir waren fünf Selz‘ auf dem Platz (lacht). In der Jugend habe ich übrigens immer für den TSV Spalt beziehungsweise dann später für die JFG Hopfenland mit den Vereinen aus Großweingarten, Wernfels, Spalt und Wassermungenau gespielt.

Nach zwei Jahren folgten Sie dem Lockruf des Bezirksligisten FV Dittenheim.

Auch da hatte ich vorher schon die halbe Mannschaft gekannt. Und die, die ich noch nicht kannte, sind mittlerweile zu Freunden geworden. Anfangs tat ich mich dort dennoch schwer. Ich kam aus der Kreisklasse und musste mich in einer eingespielten Mannschaft mit etablierten Spielern erst zurechtfinden. Außerdem wurde ich auf der für mich unliebsamen Position als Außenbahnspieler eingesetzt. Dabei sehe ich mich als zentralen Mittelstürmer.

Für diese Position hat Sie nun der VfB verpflichtet. Sind Sie der „neue“ Fabian Eberle?

Es ist unmöglich und es verbietet sich auch, sich mit so einem Ausnahmespieler zu vergleichen. Das kann man einfach nicht machen. Ich sehe den Eberle-Vergleich aber auch nicht als Last. Für mich ist das eher Motivation und Anreiz zugleich: Denn er hat mehr als eindrucksvoll bewiesen, dass sich auch unterklassige Spieler durchsetzen können. Ich bin zudem ein ganz anderer Stürmertyp und habe andere Vorzüge.

Welche?

Meine Stärken sind schnelles Kurzpassspiel, Tempodribblings, Tiefenläufe und Übersicht.

Wer waren die wichtigsten Ratgeber bei dem Wechsel? Immerhin überspringen Sie von der Bezirksliga schnell mal die Landes- und Bayernliga und versuchen sich in der vierthöchsten deutschen Spielklasse an der Schwelle zum Profifußball.

Ich bin vor einem Jahr mal im Probetraining in Eichstätt gewesen und habe von Trainer Markus Mattes ein positives Feedback erhalten. Er war im Großen und Ganzen mit mir zufrieden. Natürlich hätte er mich gerne noch ein zweites Mal gesehen, aber das war wegen Corona leider nicht möglich. Ansonsten habe ich mich mit dem Ex-Eichstätter Niklas Reutelhuber ausgetauscht. Er hat mir den Schritt empfohlen und gesagt, dass ich nichts zu verlieren habe. Er traut es mir zu.

Was treibt Sie persönlich am meisten an?

Für mich ist es der Ehrgeiz, die eigenen Grenzen auszutesten. Wenn man die Chance bekommt, sich in der höchsten bayerischen Amateurliga zu beweisen, dann muss man es versuchen. Die Dreiviertelstunde Fahrzeit nach Eichstätt macht mir dabei überhaupt nichts aus. Nach Dittenheim bin ich auch schon ungefähr eine halbe Stunde gefahren.

Sie belegen mit dem FV in der Bezirksliga den vierten Tabellenplatz...

. . . und wir sind nur einen Zähler vom Aufstiegs-Relegationsplatz entfernt. Wir spielen die beste Saison der Vereinsgeschichte. Das ist die Handschrift der ganzen Mannschaft. Ich würde mir deshalb sehr wünschen, dass die Saison zu Ende gespielt wird – unter anderem auch, damit ich mein sogenanntes „Abschiedsspiel“ bekomme. 

Die Torjäger der BZL Süd:

Mehr zum Thema