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Coup für Großschwarzenlohe: Fabian Schäll und Tom Raffel kommen im Sommer

Landesliga Nordost

Erst am Mittwochmorgen war der Abschied aus Hilpoltstein bekannt geworden, nun steht der neue Verein von Fabian Schäll bereits fest: Der langjährige Regionalliga-Spieler wird spielender Co-Trainer beim SC Großschwarzenlohe. Tom Raffel wird ihn begleiten und wie schon zuletzt als Torwarttrainer an seiner Seite agieren. Beim Landesligisten ist die Begeisterung über den Coup spürbar.

Beim SC Großschwarzenlohe wollen sie Fabian Schäll ab Sommer am liebsten auf dem Platz sehen.

 / © Traub

Was einst beim gemeinsamen Joggen begann, mündet nun in eine Zusammenarbeit beim SC Großschwarzenlohe. Trainer Florian Bauer, der Fabian Schäll über dessen ehemaligen Trainer-Kollegen Florian Grau kennengelernt hatte, hat den scheidenden Hilpoltsteiner zum Landesligisten gelotst. "Wir hätten das lange Zeit nicht für möglich gehalten", sagt Bauer fast etwas ungläubig. "Die Qualität, die wir dazugewinnen, kann uns auf ein neues Level bringen."

Wenn der Trainer des SC, der sich das Amt mit Reiner Großberger teilt, über Schäll spricht, wird eine enorme Wertschätzung deutlich. Für die sportlichen Fähigkeiten des 30-Jährigen, der in Eichstätt lange Zeit Regionalliga spielte, aber noch mehr für seinen Charakter. Die Art und Weise, wie man ihn in Hilpoltstein verabschiedet hat, spreche Bände. Und dass er sich nun, gerade in diesen unsicheren Zeiten, nicht einem zahlungskräftigeren Verein aus der Gegend anschließt, zeuge von "seiner überragenden Persönlichkeit."

Beim Landesligisten soll Schäll neben seiner rein sportlichen Leistung, die er mit erst 30 Jahren unbestritten noch bringen kann, auch Trainingsinhalte übernehmen. Ein "Bindeglied" zwischen Mannschaft und Trainerteam soll er werden, wenn es nach dem Trainer-Duo geht. Zunächst aber werde sich Schäll wie jeder andere beweisen müssen. "Auch bei ihm zählt die Leistung", betont Bauer, "und das will er auch selbst so." Bauer kann aus eigener Erfahrung sprechen, wenn er sagt, dass die Landesliga auch für einen höherklassig erfahrenen Spieler zunächst gar nicht so leicht ist. "Mittelfristig wird er aber natürlich seine große Qualität zeigen."

Eine leise Befürchtung haben die beiden Coaches aber: Schäll hatte zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen. Da werde ihm die höchstwahrscheinlich zu kurze Vorbereitung auf die kommende Saison sicherlich nicht helfen. Auf den BFV sind die beiden ohnehin nicht gut zu sprechen. Sie wollen sich nicht mehr zur Thematik äußern, verweisen aber auf Martin Rosers kürzlich erschienen Kommentar, den sie "1:1 so unterschreiben" können.

Raffel übernimmt das Torwarttraining

Tom Raffel wird in Zukunft das Torwarttraining übernehmen. Der 46-Jährige hütete einst jahrelang das Tor der SpVgg Ansbach in der Regional- und Bayernliga und wurde unter anderem einmal vor Roman Weidenfeller zum besten Torhüter gewählt. Er hatte bereits im Vorfeld zugesichert, Schäll auch zu dessen nächster Station folgen zu wollen, nachdem die Zusammenarbeit in Hilpoltstein gut funktioniert hatte.

Auch mit ihm verbindet Bauer eine gemeinsame Vergangenheit. In dessen erster Herren-Saison stand Raffel in Ansbach im Tor und absolvierte mit ihm unter anderem das DFB-Pokal-Spiel gegen Karlsruhe (1:5). Nach dem sich die beiden aus den Augen verloren hatten, kommt es nun zum Wiedersehen. Raffel soll die Torhüter um den erfahrenen Martin Bachner und den aufstrebenden Luca Thöle weiterentwickeln und zudem "seine Weise, Fußball zu leben" einbringen. Bachner (33) soll zunächst aber die Nummer 1 bleiben, wie Großberger verrät. Noch habe der "die Nase vorn." Auch Thöle (20), dem er eine tolle Entwicklung bescheinigt, werde aber zu Einsätzen kommen.

Ist das kleine Großschwarzenlohe nun in die Riege der zahlungskräftigen Vereine aufgestiegen? Keinesfalls, bemüht sich das Duo zu versichern, auch wenn man kommende Woche weitere Transfers bekanntgeben will. "Großschwarzenlohe bleibt Großschwarzenlohe", betont Großberger und spielt damit auch auf die Zielsetzung für kommende Saison an, die sich nicht ändern wird und nach wie vor "Klassenerhalt" lautet. Die Vorfreude darauf ist jedenfalls riesig. Und vielleicht spiegelt sich das neue Level, von dem Bauer spricht, dann auch in Resultaten wider.

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