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Interne Lösung: Dominic Rühl soll die Kleeblatt-U23 übernehmen

Regionalliga Bayern

Petr Ruman verlässt die U23 der SpVgg Greuther Fürth am Saisonende. Die Mitteilung aus der Pressestelle kam wenig überraschend. Es hatte sich schon länger angedeutet, dass der Ex-Profi (1999 bis 2005, 183 Spiele, 44 Tore, 24 Vorlagen) beizeiten einen neuen Weg gehen würde. Der Nachfolger soll indes aus dem eigenen Verein kommen.

Ihm winkt ein großer Karrieresprung: Die SpVgg Greuther Fürth will U16-Trainer Dominic Rühl wohl die zweite Mannschaft anvertrauen.

 / © Sportfoto Zink

Seit Juli 2018 ist Petr Ruman Trainer in Fürth. Nach Stationen in Mainz, dem FSV Frankfurt, Offenbach und Darmstadt bejubelten die Kleeblatt-Fans den Rückkehrer bei seiner Vorstellung zur Saisoneröffnungsfeier, sein Name hatte am Ronhof immer noch einen guten Klang.

Doch der 44-Jährige will endlich durchstarten. Die Argumente für den Wechsel zu Türkgücü München liegen auf der Hand: 3. statt 4. Liga, mehr Verantwortung, mehr Gehalt, mehr Perspektive. Ruman, und daraus machte er nie einen Hehl, will noch Profi-Trainer werden.

Auch in den vergangenen drei Jahren lagen ihm immer wieder Angebote vor, unter anderem aus der tschechischen ersten Liga. Doch Ruman wollte warten, Türkgücü hat ihn jetzt überzeugt. Für vorerst ein Jahr hat er dort unterschrieben und stellt sich der Herausforderung bei einem Verein, der in dieser Saison viele Schlagzeilen lieferte: Ausstieg des Investors Hasan Kivran im Dezember 2020, im Januar die Kehrtwende, Niederlage im Zoff mit dem Bayerischen Fußball-Verband um die Teilnahme am DFB-Pokal. Aktuell versucht sich der Ex-Fürther Sercan Sararer aus seinem Vertrag zu klagen, den der Verein per Option vor kurzem um ein Jahr verlängert hat.

Sararers Berater Michael Ruhnau verkündete per Pressemitteilung, dass die Klausel unwirksam sei. Jetzt geht es vor Gericht. Für Türkgücü geht es um viel. Die festgeschriebene Ablöse für den 31-jährigen Angreifer beträgt 1,5 Millionen Euro. Die wird am Saisonende sicher keiner bezahlen wollen. Aber Sararer will weg.

Keine Interviews mehr

Ungeachtet dessen spricht Ruman von einer "sehr interessanten und großen Herausforderung" – zumindest vorige Woche bei der Verkündung des Deals. Aktuell will er sich nicht mehr äußern, mit Türkgücü gebe es die Abmachung, dass er erst nach seinem Wechsel wieder Interviews geben darf.

Die Münchner verfolgen große Ziele. Bis 2023 wollen sie in die 2. Liga aufgestiegen sein und suchen derzeit ein Gelände für ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ), denn das ist ab Liga zwei Pflicht. Eine feste Spielstätte haben sie noch immer nicht gefunden. Zuletzt traten sie als Heimmannschaft im Olympiastadion und im Sechzger-Stadion an.

Vielleicht ist Ruman mit seiner sachlichen Art gerade der richtige Mann für diesen aufgeregten Klub, zumal er sich auch im Jugendbereich gut auskennt. In Fürth konnte er in aller Ruhe abseits der großen medialen Aufmerksamkeit jedes Jahr eine Mannschaft formen. Zuletzt schloss sein Team beim Saisonabbruch auf dem soliden Mittelfeldplatz sieben ab. In München wird er aber vom ersten Spieltag an liefern müssen.

Die SpVgg strebt indes bei der Besetzung des vakanten Trainerplatzes eine interne Lösung an. Nach FN-Informationen soll Dominic Rühl ab Mitte Juni die U 23 übernehmen. Bislang betreute er in der Landesliga die U 16, zuvor war er in Veitsbronn.

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