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Aus Hofstetten nach Groß'lohe: Patrick Willemsen wagt den Zwei-Klassen-Sprung

Landesliga Nordost

Ein Sturmtalent versucht sich in der Landesliga Nordost: Der 19-jährige Patrick Willemsen läuft ab Sommer für den SC Großschwarzenlohe auf.

Patrick Willemsen (rechts) stürmt ab Sommer in der Landesliga.

 / © Giurdanella

Große Sprünge in seiner Fußballerkarriere machte Patrick Willemsen, ehemaliger Torjäger der Sportfreunde Hofstetten, in den letzten zwei Jahren: Schon als 17-jähriger Jugendspieler erkämpfte er sich in der Ersten seinen Stammplatz und war seitdem nicht mehr aus der Elf wegzudenken. Als drittbester Torschütze der Kreisliga Ost erzielte er 14 Treffer und trug somit zum Klassenerhalt seines Heimatvereins mit bei. Nun steht für ihn ein weiterer großer Schritt an: Mit dem Wechsel zum SC Großschwarzenlohe versucht der 19-Jährige nun Fuß in der Landesliga zu fassen.

Lediglich einmal in seiner Fußballer-Laufbahn suchte er sein Glück außerhalb von Hilpoltstein, und das war als D-Jugendspieler: "Ich wechselte für knapp ein Jahr zum ASV Neumarkt, seltsamerweise stellte mich der Coach damals als Innenverteidiger auf", schmunzelt der Stürmer heute noch. Nach dem kurzen Gastauftritt in der Oberpfalz zog es ihn wieder zurück nach Hofstetten, in die JFG Rothsee Süd: "Ich wollte einfach wieder zu meinen Freunden zurück und mit ihnen zusammen Fußball spielen.“

Erst kürzlich musste sich Willemsen aber erneut verabschieden, das fiel dem 19-Jährigen sichtlich schwer: "Das letzte Jahr in Hofstetten war eines der schönsten Jahre in meiner Laufbahn. Ich konnte zusammen mit meinen Freunden Fußball spielen, und wir konnten gemeinsam unser vorher gestecktes Ziel, den Klassenerhalt erreichen." Dies sei umso erfreulicher gewesen, da der Aufsteiger durchaus seine Startprobleme hatte und teils hohes Lehrgeld bezahlen musste. Nebenbei machte man sich aber auch zum Favoritenschreck, Willemsen hatte da auch immer seinen Anteil daran. Ob gegen den FC Holzheim, SV Pölling oder gegen den TSV Meckenhausen, stets vermasselte der Youngster diesen Teams den Nachmittag und konnte mit seinen Treffern wichtige Punkte für seine Farben einfahren.

Einige Talentscouts waren deshalb des Öfteren in der Kreisliga Ost unterwegs, einer davon vom Landesligisten Großschwarzenlohe: "SCG-Coach Reiner Großberger wohnt ja in Hilpoltstein und schaut sich deshalb auch hier und da mal etwas um. Dann bin ich ihm anscheinend aufgefallen. Er hat mich dann angesprochen und zu einem Gespräch eingeladen", berichtet Willemsen. Die Kommunikation sei sehr positiv verlaufen, und auch bei einem weiteren Gespräch mit dem zweiten Coach Florian Bauer hätte die Chemie sofort gepasst: "Beide Trainer sind offene und lockere Typen, ich hatte ein gutes Gefühl“, so Willemsen. Der Wechsel nach Großschwarzenlohe fand wegen Corona im Stillen statt: „Leider konnte ich es keinem aus Hofstetten persönlich sagen, sondern teilte es über Zoom mit. Vielleicht holen wir das aber alles nach, wenn es wieder erlaubt ist, bestenfalls bei einer Feier.“

Ein Spiel der Landesliga hat sich der Youngster als Zuschauer auch schon mal angesehen: "Ich habe mir damals das Topspiel der Landesliga Nordost (SC 04 Schwabach – Feucht) angeschaut und war echt erstaunt. Das Tempo, die körperliche Härte und auch der taktische Aspekt waren eine ganz andere Nummer.“ Darum versucht der Torjäger, sich in Zukunft auch seinen vermeintlichen Schwächen zu stellen: "Da wäre zum einen meine Kopfballtechnik. Eigentlich habe ich so gut wie fast keine Treffer per Kopf erzielt, also da ist noch reichlich Luft nach oben“. Er will zudem lernen, besser mit Druck umzugehen: "Ich hadere ja leider immer noch sehr lange mit meinen vergebenen Chancen, das verkrafte ich nicht so schnell, da muss ich noch abgebrühter werden.“ Selbstvertrauen tanken sei jetzt also angesagt, um so etwas wieder schnell wegstecken zu können. Auch im körperlichen Bereich will er etwas zulegen: "Viele sagen mir ja, ich hätte die typische Thomas-Müller-Figur. Um mich in der Landesliga besser durchsetzen zu können, werde ich auch in diesem Bereich hart an mir arbeiten".

Der Wechsel sei gut durchdacht und überlegt gewesen. Natürlich sei eine gewisse Angst präsent, dass die eigene Leistung für die Liga nicht ausreiche, immerhin ist es ein Zwei-Klassen-Sprung nach oben. Die Familie steht jedenfalls hinter ihm: "Mein Papa sagte, ich solle es einfach ausprobieren, wenn's nicht klappen sollte, kann ich ja wieder nach Hofstetten zurückkehren.“ Auch die alten Kameraden aus Hofstetten stehen hinter seiner Entscheidung und sprachen ihm Mut zu: "Teils standen mir schon die Tränen in den Augen. Einige haben sogar angekündigt, einen Fanbus zu organisieren, um zu den Spielen mitzufahren und um mich anzufeuern.“

Das Gespräch mit seinem Ex-Coach Mathias Berner wegen seines Wechsels hielt für den Youngster zwei Überraschungen parat: "Erst dachte ich, es wird wohl so ne halbe Stunde dauern und er wird da wohl eher versuchen, mir das alles auszureden, um mich in Hofstetten zu halten. Dann dauerte das Gespräch den halben Nachmittag, wir redeten über die Vor-und Nachteile des Transfers und über viel Privates", blickt der Goalgetter zurück. Der 19-Jährige absolvierte am letzten Samstag bereits sein erstes Training in Großschwarzenlohe: "Der erste Eindruck der Mannschaft war einfach klasse, alle waren von Anfang an super offen und locker." Und nicht nur der neue Verein bereitet ihm gute Laune: "Es ist einfach ein geiles Gefühl, wieder auf dem Rasen zu stehen und zum Ende ein schönes Abschlussspiel zu machen."

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