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Yannick Scholz verlässt Buch und wechselt in die Regionalliga

Landesliga Nordost

Nach sechs Jahren verlässt Yannick Scholz den TSV Nürnberg-Buch. Er wechselt in die Regionalliga zum FC Memmingen.

Yannick Scholz verlässt Buch gen Regionalliga.

 / © Sportfoto Zink

Als er seinem Ziel schon nahe war, da stellte sich Yannick Scholz ein großer Gegner in den Weg. Es war ein Gegner, der so anders war als die vielen, die ihm in den vergangenen Jahren auf dem Fußballplatz begegnet waren. Der 24-Jährige nahm den Zweikampf mit dem Coronavirus an, es war ein tagelanges Auf und Ab, doch am Ende ging Yannick Scholz als Sieger vom Platz. Einen knappen Monat und eine intensive Untersuchung beim Kardiologen später konnte er die letzten Schritte Richtung Ziel gehen.

Schon in der U19 bei der SG Quelle Fürth, mit der er in der Bayernliga spielte, hatte er sich vorgenommen, es eines Tages in die Regionalliga zu schaffen. Doch mit 19 Jahren war er noch nicht reif für diesen Schritt. Stattdessen wechselte er 2015 zum TSV Buch, für den er in den vergangenen fünf Jahren fast immer auf dem Platz stand. Aus einem jungen und ambitionierten Verteidiger wurde eine Stütze des Bucher Spiels, in der vergangenen Saison war Scholz einer der drei Kapitäne beim TSV.

Doch Yannick Scholz verheimlichte nie, dass er es weiter nach oben schaffen will. Deshalb arbeitete er hart an sich. In jedem Training, aber auch abseits des Sportplatzes. Es verging in den vergangenen Jahren kaum ein Tag, den er nicht im Kraftraum, bei der Physiotherapeutin, auf dem Rad oder beim Laufen verbrachte. Es war manchmal hart, doch er hatte ja dieses Ziel: jeden Tag besser zu werden – und es in die Regionalliga zu schaffen.

„Ich habe echt viel gemacht, doch dann kam Corona und ich war drei Wochen platt“, erinnert sich Scholz. Nach einigen Tiefschlägen ging es aber schnell wieder bergauf – und ins Allgäu. Denn dort, beim FC Memmingen, hatte er sich selbst für ein Probetraining angemeldet. Durch die Pandemie verzögerte er sich alles immer weiter, doch Anfang Juni sollte er vorbeischauen und eine Woche mit der Mannschaft trainieren. Dass er schon einen guten Monat nach seiner Corona-Infektion wieder so fit war, nennt er eine „glückliche Fügung, ich denke, Gott hat da viel mit eingewirkt“.

Anfang des Monats setzte er sich also ins Auto und fuhr ins Allgäu. Sein Stiefvater wohnt 60 Kilometer entfernt vom Memminger Gelände, bei ihm zog er für die Woche der Wahrheit ein. Zum Trainingsauftakt stand er unter anderem mit dem ehemaligen Bundesligaprofi und jetzigen Kapitän Timo Gebhart auf dem Platz. „Ich habe sofort gemerkt, dass es etwas anderes ist, alles war schneller und aggressiver“, erzählt Scholz, „ich bin aber mit jeder Einheit besser reingekommen und habe immer mehr Selbstvertrauen entwickelt.“

„Anspruch an mich selbst“

Nach sechs Einheiten und ein paar Tage Warten bekam der 24-Jährige die Nachricht, dass er bleiben und künftig in der Regionalliga gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern, des Kleeblatts, des 1. FCN sowie große Namen wie die SpVgg Unterhaching oder die SpVgg Bayreuth spielen darf. „Ich will realistisch an die Sache herangehen, erstmal jedes Training bestreiten und gesund bleiben“, sagt Scholz. „Es kann sein, dass ich Geduld brauche, aber ich habe auch einen Anspruch an mich selbst.“

Er will sich durchsetzen und auch in der Regionalliga Bayern zum Stammspieler werden. Fragt man seinen ehemaligen Trainer Manuel Bergmüller, dann wird sein ehemaliger Spieler das auch schaffen. „Ich bin sowohl als Mensch, der Yannick jetzt nicht mehr so oft sehen wird, als auch als Trainer traurig“, sagt Bergmüller. „Letztlich überwiegt aber ganz klar die Freude, dass er es geschafft hat und ich ihn ein Stück auf seinem Weg begleiten durfte.“

In den vergangenen Jahren haben die beiden oft miteinander gesprochen, „er war manchmal etwas übereifrig“, erinnert sich Bergmüller, „ich konnte das gut nachvollziehen, weil ich als Spieler selbst so war.“ Doch nicht nur im Kopf ist er gereift – auch fußballerisch hat er sich in den sechs Jahren beim TSV Buch enorm weiterentwickelt. Seine Diagonalpässe sollen zuletzt sogar den Memminger Trainer überrascht haben. „Natürlich sind wir alle stolz auf ihn“, sagt der Trainer. „Auf seine eigene Leistung kann er aber nur selbst stolz sein.“

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