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FC Herzogenaurach: Mit verjüngtem Kader und einem Hauch von EM-Flair

Landesliga Nordost

Der 1. FC Herzogenaurach hatte einige schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen und doch überwiegt im Verein der Optimismus. Mit einem verjüngten Kader soll der erneute Klassenerhalt gelingen, der aber gegenüber der Spielerentwicklung nur zweitrangig ist. Ein langjähriger Bekannter des Trainers wird neuer Torwarttrainer.

Jakob Karches und der FC Herzogenaurach gehen verjüngt in die neue Saison.

 / © Sportfoto Zink

Es sind spannende Zeiten in Herzogenaurach. Neben dem lang ersehnten Trainingsauftakt liegt das vor allem an den prominenten Gästen, die ihr Quartier in der Stadt bezogen haben. Schließlich ist niemand Geringeres als die DFB-Elf für die Zeit der Europameisterschaft zu Gast. Und das hat konkrete Auswirkungen für die Pumas. Spielertrainer Jakob Karches erklärt: „Wir können aktuell nicht wie sonst am Gymnasium trainieren, weil sich dort teils die Nationalmannschaft vorbereitet.“ Er scherzt: „Dementsprechend hoffen wir natürlich auf ein möglichst frühes Ausscheiden.“

Aber auch im eigenen Verein ist viel los. Vergangenen Montag war Trainingsauftakt mit einem üppig bestückten Kader von 30 Mann - und das, obwohl es den einen oder anderen schmerzhaften Abgang gab. Bereits im Winter hatte Stoßstürmer Yannick Jassmann den Verein in Richtung Niederndorf verlassen, mit Alexander Ronneburg ist nun ein weiterer wichtiger Baustein der Offensive weg. Den „feinen Kicker“, wie Karches ihn bezeichnet, zieht es berufsbedingt zurück in die Heimat. Routinier Jens Reinhardt und Raphael Geinzer, der sich bereits dreimal das Kreuzband riss, hören auf. Auch Dominik Burkhardt könnte aus beruflichen Gründen womöglich nicht mehr zur Verfügung stehen.

Dass der Kader dennoch so breit ist, liegt vor allem daran, dass der Verein diverse Spieler aus der A-Jugend in die Herrenmannschaft hochgezogen hat. Aus der eigenen Jugend kommen drei Spieler: Fabian Kittler soll die linke Außenbahn beackern, während Sven Nahr für die Mittelfeldzentrale eingeplant ist. Defensivspieler Anton Ruß zog sich bereits eine Verletzung zu und wird zunächst ausfallen. Drei weitere Talente kommen vom TV48 Erlangen: Philipp Denk und Niklas Bergner fürs Mittelfeld, sowie Philipp Nierlich, der sich den beiden auf deren Anraten anschloss, für die Verteidigung.

Vier externe Neuzugänge

Daneben gibt es auch vier externe Verpflichtungen zu vermelden. Von Absteiger Baiersdorf kommt Ian Heller, an dessen Verpflichtung Karches bereits seit zwei Jahren gearbeitet hatte. Der Trainer hebt besonders hervor, dass der Defensivspieler trotz seiner erst 21 Jahre bereits Landesligaerfahrung sammeln konnte. Schließlich habe man einiges an Erfahrung verloren und die meisten Lücken mit talentierten, aber unerfahrenen Spielern geschlossen. Erfahrung bringt auch Fabian Dollhäupl mit: Der 28-jährige Mentalitätsspieler war zuletzt Spielertrainer in Hemhofen gewesen und kehrt noch einmal zurück auf Landesliga-Niveau. Er kennt Jakob Karches bereits aus gemeinsamen Baiersdorfer Zeiten. Zudem kommt von der DJK Erlangen Christopher Fichtel, der ebenfalls schon vergangenes Jahr auf der Liste stand und „ein echtes Laufwunder“ in der Mittelfeldzentrale darstellt.

Die vierte Verpflichtung ist die einzige Verstärkung für die Offensive: Philip Fleischmann kommt von Forst aus der Bezirksliga Schweinfurt und wurde von Studienkollege Fichtel von Herzogenaurach überzeugt. Einen ausreichend breiten Kader werden die Herzogenauracher also zur Verfügung haben, was wichtig ist, da erfahrungsgemäß regelmäßig Akteure verhindert sind. Doch werden die Qualität und Erfahrung für das hohe Niveau der Landesliga Nordost reichen? Jakob Karches kann die Skepsis nachvollziehen und gesteht sich selbst ein: „Unter dem Strich haben wir fünf, sechs gestandene Landesliga-Spieler verloren und die Lücken überwiegend mit Jugendspielern aufgefüllt“. Eine leichte Saison werde es also nicht werden, doch er sieht viel Potenzial in den jungen Spielern. Außerdem: „Irgendwann hätte der Umbruch sowieso kommen müssen. Entwicklung steht nun im Vordergrund und ist wichtiger als die Ligazugehörigkeit.“

Bei dieser Entwicklung soll auch Dzenan Kesetovic helfen. Der ehemalige Eltersdorfer füllt die zuvor vakante Torwarttrainer-Position gemeinsam mit Stefan Gaschbauer. Bereits zuvor war klar gewesen, dass Christoph Juckelandt, der das Torhüter-Training angeleitet hatte, diese Aufgabe abgeben würde. Kesetovic und Karches kennen sich bereits seit der Grundschule und haben nun wieder zusammengefunden. 

Unglückliche Einteilung

Etwas unglücklich ist der 35-jährige Trainer über die Einteilung der beiden Gruppen für die kommende Landesliga-Saison. Herzogenaurach ist in Gruppe A eingeteilt, was viele attraktive Derbys mit der mittelfränkischen Konkurrenz verhindern könnte. So wird es zu Duellen mit Mannschaften wie Buch, Kornburg oder Schwabach womöglich gar nicht kommen. Weite Fahrten in den Osten nach Mitterteich oder Röslau sind nicht nur anstrengend, sondern die körperbetonte Spielweise der dortigen Teams liegt den Pumas Karches‘ Einschätzung nach auch nicht so sehr. Zudem ist die Gruppe A gerade in der Breite die wohl stärkere.

Mit dem neuen Modus an sich kann der Spielertrainer leben. Einzig die weggefallenen Spiele sorgen für die Befürchtung, dass im breiten Kader nicht jeder die nötigen Spielminuten erhalten könnte, um sich gut entwickeln zu können. Die Spielzeit dürfte für den 1. FC Herzogenaurach also keinesfalls leicht werden. Dennoch freut sich der Verein auf die Rückkehr des Fußballs. Und wer weiß – vielleicht überträgt sich von der Klasse der Nationalspieler ja ein wenig auf die verjüngten Pumas.

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