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TSV Buch
1. SC Feucht
15.
30.
45.
60.
75.
90.

Am Sonntag treffen in Nürnbergs Norden die beiden einzigen noch ungeschlagenen Mannschaften der Landesliga aufeinander. Die Bucher hatten schon am vergangenen Spieltag ein Spitzenspiel, aus dem sie dank eines Last-Minute-Treffers noch einen Zähler aus Stadeln (3:3) mitnahmen. Zuvor gab es Siege gegen die Bayernliga-Absteiger Erlangen-Bruck (4:2) und Forchheim (1:0). TSV-Trainer Manuel Bergmüller äußert sich deswegen in der Vereinszeitung seines Klubs dementsprechend positiv: "Schön zu sehen, dass wir aktuell auf diesem Niveau schon mithalten können. War das Spiel gegen Forchheim spielerisch doch etwas sehr dürftig, haben wir in der zweiten Halbzeit gegen Stadeln schon gezeigt, zu was wir fähig sind." Während Bergmüller den Sieg gegen Forchheim einer starken Defensivleistung zuschreibt, war der späte Punktgewinn in Stadeln eher eine Frage des unbändigen Willens. Vor Feucht hat Bergmüller mächtig Respekt: "Feucht von den Namen her den besten Kader der Liga." Doch gibt es keinen Grund für die Knolauchsländer, schon im Vorfeld die weiße Fahne zu hissen. Bergmüller: "Zu Beginn steht es immer 0:0 und unmöglich ist nichts." Feucht hat sich unter der Woche mit dem Sieg gegen Selb an die Tabellenspitze gesetzt. Dementsprechend groß war die Freude nach dem Spiel, trotzdem lag über dem Spitzenspiel gegen den starken Aufsteiger Kickers Selb ein dunkler Schatten. Denn in der Nacht zum Dienstag hatte Feuchts Wirbelwind Philipp Spießl eine schwere Herzattacke erlitten. Für Trainer, Spieler und Verantwortliche war dies ein Schock. „Da rückt dann schon vieles in den Hintergrund“, erklärte tags darauf Coach Florian Schlicker immer noch sichtlich mitgenommen. Die gute Nachricht ist: „Es war kein Herzinfarkt“, berichtet Schlicker. Spießl wurde bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Nun folgen tiefergehende Untersuchungen beim Kardiologen, um zu klären, was die Ursache der Attacke war. Mit einer raschen Rückkehr auf den Fußballplatz ist wohl nicht zu rechnen, denn ein verfrühtes Comeback könnte für den 23-Jährigen lebensgefährlich werden. Leider sind solche Vorfälle im Fußball heutzutage keine Seltenheit mehr. Immer wieder erschütterten in den letzten Jahren Horror-Meldungen über Spieler, die urplötzlich auf dem Platz zusammengebrochen sind, die Branche. Erst in diesem Sommer war der ehemalige spanische Nationaltorhüter und Real Madrid-Legende Iker Casillas beim Mannschaftstraining seines neuen Vereins FC Porto aufgrund eines Herzinfarkts zusammengeklappt und musste daraufhin sogar seine Karriere vorzeitig beenden. Warum es ausgerechnet Fußballer, die ja gemeinhin als fit und austrainiert und damit als wenig anfällig für Herzprobleme gelten, so häufig erwischt, darüber kann auch Schlicker nur rätseln. Im Amateurbereich, wo die medizinische Überwachung und Versorgung längst nicht so umfänglich ist wie bei den Profis, hilft seiner Meinung nach deshalb nur Hilfe zur Selbsthilfe: „Man muss die Jungs sensibilisieren, ihre Erkältungsgeschichten vollständig auszukurieren, weil ihnen sonst eine Herzmuskelentzündung droht.“ Im Fall des ehemaligen Feuchters Ljuban Ivic (22) hätte jedoch auch das nichts genützt. Beim Defensivspieler wurde letzte Saison ein angeborener Herzfehler diagnostiziert, der seine hoffnungsvolle Karriere in Deutschland abrupt beendete. Über ein halbes Jahr musste Ivic pausieren. Mittlerweile ist der junge Kroate in seine Heimat zurückgekehrt. So weit ist es bei Phillip Spießl natürlich noch lange nicht. Sein Coach gibt ihm selbstverständlich alle Zeit der Welt, plant aber weiter fest in der Hinrunde Neuzugang aus Roth, der sich zuletzt immer besser an das höhere Tempo in der Landesliga gewöhnt hatte. Und auch auf die Unterstützung der Kollegen kann Spießl bauen. Noch am Dienstagabend haben die Feuchter mit dem 3:1 gegen Selb bereits damit angefangen, denn wie Schlicker betont, „haben die Jungs den Dreier für Philipp geholt!“ // stw / Krischan Kaufmann