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SV Seligenporten
TSV Aubstadt
15.
30.
45.
60.
75.
90.

Seitdem die Drei-Punkte-Regelung im Fußball eingeführt wurde, ist es eine Binsenweisheit: Mit Unentschieden kommt man nicht vom Fleck. So auch nicht der SV Seligenporten, der dem Titelanwärter aus dem nordbayerischen Grabfeld zwar einen Zähler abtrotzte, aber mit drei Punkten weiterhin das Tabellenende ziert. Noch kein Grund zur Panik, haben die Oberpfälzer doch zuletzt gegen vermeintliche Topteams der Bayernliga Nord eine durchaus gute Figur gemacht. Das möchten sie auch am nächsten Sonntag wieder, wenn sie zum neuen Spitzenreiter Don Bosco Bamberg reisen. Umso ärgerlicher nun der verpasste Sieg gegen den TSV Aubstadt, der eine Woche zuvor – durch eine überraschende Niederlage in Erlangen – die Tabellenführung abgeben musste. „Die Macht im Grabfeld“, so der Hashtag, mit dem sich der TSV crossmedial brüstet, legte im Kloster auch mächtig los: In der zweiten Minute lenkte SVS-Torhüter Dominik Dachs einen Knaller von Christoph Schmidt an die Latte. Viel Aufregendes tat sich in den folgenden Minuten nicht gerade. Gut für den SVS, dem es gelang, den spielstarken Gegner schon im Mittelfeld in Zweikämpfe zu verwickeln. Dann erste Annäherung ans Aubstädter Tor, doch Kamron Crow verzog. Auf er anderen Seite Glück für Kai Neuerer, der nach einem Freistoß vor dem einköpfbereiten Gästestürmer klären wollte, dabei aber seinen eigenen Keeper prüfte: Dachs war zur Stelle. Nach einem Querschläger von Feser dann Eckstoß für die Klosterer (25.). Und deren derzeit beste „Waffe“ schlug zu: Wiedmann bringt den Ball nach innen, wo der lange Kapitän Marco Janz einsam am Elfmeterpunkt das Leder mit dem Kopf aufs Tor wuchtet. Ein Abwehrbein ist zwar noch dran, doch der Ball hüpft über die Linie zum 1:0 für den SVS.Nach dem Führungstreffer ließen die Hausherren den Gegner erst einmal kommen. Doch anstatt Konter zu setzten, stellte Seligenporten bis zur Pause fast alle Angriffsbemühungen ein. Zunächst konnten die nun besser kombinierenden Aubstädter nur wenig Torgefahr erzeugen. Aber dann drehte ihr Goalgetter Martin Thomann auf der linken Außenbahn auf. Der technisch versierte und schnelle Angreifer bereitete mit einer weichen Flanke von links den Ausgleichstreffer vor. Der Abnehmer in der Mitte war Michael Kraus, der nur noch einnicken musste (38.). Eine Minute vor dem Pausenpfiff verhinderte Dachs mit einer Fußparade die Gästeführung. Mit 1:1 gingen beide Mannschaften in die Kabinen. Gleich nach Wiederanpfiff brach Thomann erneut links durch, seine Hereingabe fand einen Mitspieler, doch dessen Schuss wurde gerade noch abgeblockt. Ebenso kurz darauf ein Versuch von Thomann aus elf Metern. Nun brachte SVS-Trainer Baumgart Piwernetz für Petrakis, und Kai Neuerer engte von nun an – und das mit Erfolg – Thomanns Kreise ein. Auf der anderen Seite hatte nun auch Stürmer Raffael Kobrowski endlich gute Szenen. Etwa in der 63. Minute: Da sprintete er nach einem Zuspiel diagonal durch Aubstadts Hälfte und flankte von halbrechts nach innen auf Sturmpartner David Ekern. Der US-Amerikaner reckte sich zwar vergebens, sein Gegenspieler Christian Köttler kam vor ihm mit dem Scheitel an den Ball – und köpfte an seinem Keeper Felix Reusch vorbei ins eigene Netz zum 2:1 für den SVS. In der folgenden Viertelstunde zeigten die Platzherren eine konzentrierte Abwehrleistung, hielt Aubstadt erfolgreich vom eigenen Tor fern. Der TSV wankte, leistete sich viele Fehlpässe – allerdings auch Seligenporten bei einigen Kontergelegenheiten. Erst in den letzten zehn Minuten des Spiels gelang es den Gästen, Druck auf Dachs’ Tor aufzubauen. Die Klosterer kämpften verbissen um die drei Punkte, die Abwehrtürme Janz und Olschewski nutzen ihre Lufthoheit im Sechzehner und so war der Heimsieg zumr Greifen nah. Doch dann, in der (unerklärlich langen) Nachspielzeit: Flanke vors Tor, Janz klärt mit dem Kopf, aber etwas kurz und Kleinhenz hämmert aus zehn Metern das Ding flach ins Tor. Kurz danach der Abpfiff und die totale Enttäuschung auf den Seligenportener Gesichtern. NICOLAS DAMM