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Spitzenreiter Pollenfeld bleibt am Boden

Vorschau Kreisliga Süd 6. Spieltag

In der Kreisliga Süd stehen nicht die im Vorfeld gepriesenen Favoriten wie der TV Hilpoltstein, der TV Büchenbach oder auch der TSV Meckenhausen auf Rang eins. Heimlich, still und leise hat sich ein Team empor gearbeitet, das in der Eichstätter Region zwar immer für soliden Fußball stand, zum großen Durchbruch kam es jedoch erst spät. Die Rede ist von der DJK Pollenfeld, die in einem knapp 3000 Einwohner zählenden Ort beheimatet ist.

Ein Sieg, eine Niederlage. So lautete die Bilanz bisher immer in den Punktespielen zwischen dem TSV Meckenhausen und der DJK Pollenfeld (gelb, Kapitän Manuel Mayer), das änderte sich auch nicht, als die beide Mannschaften die Trikotfarbe tauschten wie 2017.

 / © Tschapka

Fußballerisch zu Hause war die DJK in der Kreisklasse Süd in den Jahren 2012 bis 2014, als der sechste und neunte Platz in den Saisonabrechnungen standen. Bis dahin war es unspektakulärer Alltag, den die Sympathisanten dieses Vereins erlebten. Erst als in 14/15 Dieter Stoll das Traineramt übernahm, ging ein Ruck durch das gesamte Umfeld der DJK, einschließlich Fans und Spieler. Mit einem Vorsprung von zwölf Punkten landete die DJK Pollenfeld auf Rang eins und ließ sich den Meisterwimpel überreichen. Rainer Krieglmeier wurde im Sommer 2015 als neuer Coach vorgestellt, in der Kreisliga West gelang ihm auf Anhieb der sechste Tabellenplatz. Es folgte der Wechsel in die Kreisliga Süd, die in 16/17 mit Platz acht und 17/18 mit Rang neun abgeschlossen wurde. Krieglmeier hatte seine Mission erfüllt, seine unaufgeregte und besonnene Art wurde vom Vorstand besonders gelobt. Immer wieder war in Pollenfeld in den letzten Jahren am Spielfeldrand ein Mann zu beobachten, der sich für den dortigen Fußball interessierte. Dies nahm auch die Vereinsführung der DJK wahr, die Markus Rein ansprach und ihn als neuen Übungsleiter verpflichtete. Rein war in der letzten Saison von Juli bis Oktober bei der TSG Solnhofen in verantwortlicher Position, brach aber dort seine Zelte ab. „Es hatte keinen Sinn mehr, ich hatte immer mehr das Gefühl, dass das nichts werden kann.“ Rein hatte von 2000 bis 2017 den Mädchen- und Frauenfußball in Obereichstätt maßgeblich aufgebaut. Jetzt will sich Rein, der als Lehrkraft im Kinderheim Marienstein beschäftigt ist, voll seiner neuen Aufgabe widmen. „Ich bin bei einem sehr gut geführten Verein angekommen. Die DJK hat seit letztes Jahr keinen Spielleiter, die Aufgaben sind auf mehrere Köpfe verteilt. Einen großen Teil erledigt dabei Heiko Heinert, der mir beim Training assistiert. Die Mannschaft hat eine vorbildliche Einstellung, nimmt im Juni oder Juli Urlaub und steht mir dann zur Verfügung. Das ist nicht selbstverständlich. Sie ist vor drei Jahren in die Kreisliga aufgestiegen und hat ein Durchschnittsalter von Mitte 20. Die Spieler sagen sich, ich habe noch ungefähr sechs Jahre, in denen ich meine Leistung bringen kann, das will ich nutzen. Dazu muss man großen Trainingsfleiß attestieren“, sagt Rein. Vom Papier her lief alles optimal, fünf Siege belegen dies. Doch der Pollenfelder Coach hebt warnend den Zeigefinger. „Das war nicht alles heile Welt, denn bis auf den hohen Sieg gegen Ochsenfeld waren es knappe Ergebnisse, über zwei, drei Remis hätten wir uns nicht beschweren dürfen. Ich weiß, dass die Serie nicht ewig halten wird. Ein großer Prüfstein wird morgen der TSV Meckenhausen sein, den ich noch aus meiner Solnhofener Zeit kenne. Eine sehr kompakte Mannschaft, vor der ich großen Respekt habe.“ Rein hat sich bis Saisonende zwei Ziele gesteckt, nämlich mit der ersten Mannschaft genügend Punkte gegen den Abstieg zu sammeln und die zweite Garnitur in der A-Klasse zu halten. In Meckenhausen ist nichts mehr, wie es einst war, und Trainer Michael Brandl weiß nicht genau, woran er im Augenblick ist. Spielerisch und personell drückt der Schuh gewaltig und von dem Spiel gegen die DJK Limes war er einfach nur enttäuscht. „Wir rennen eine Stunde auf das gegnerische Tor und bewirken nichts. Der Kontrahent taucht bei uns zweimal auf und trifft auch so oft. Uns unterlaufen unnötige Abspielfehler, das kann ich nicht mehr als normal bezeichnen. Neun Gegentore in fünf Spielen ist nicht unser Maßstab, das kreide ich auch mir an. Wir müssen jetzt geduldig sein, denn wir haben auch im personellen Bereich Defizite aufzufangen. In der Abwehr fehlen Max Bürner und Martin Rögelein, im Sturm Stefan Hamperl. Gegen Limes haben wir mit zwei A-Junioren gespielt. Da kann ich nur sagen, gut, dass wir sie haben“, sagt Brandl. In Pollenfeld, so glaubt der Meckenhausener Übungsleiter, wird er auf eine selbstbewusste Mannschaft treffen, die für ihn schon überraschend den Platz an der Sonne einnimmt. Trotzdem strebt er mit voller Konzentration mindestens einen Zähler an.

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