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Bei Heng und Feucht wird zur Aufholjagd geblasen - Hofstetten verwundert über Pöllings Vorwürfe

Vorschau Kreisliga Ost 21. Spieltag

Im Abstiegskampf befinden sich der Henger SV und der TSV Feucht im Aufwind, während die Sportfreunde Hofstetten Pöllings Vorwürfe kontern. Bei Göggelsbuch gegen Berg kommt es zum Kräftemessen Dritter gegen Zweiter.

Die Trendwende? Nach zwei Niederlagen zum Auftakt, hat der Henger SV zuletzt den SC Pollanten besiegen können.

 / © Fritz-Wolfgang Etzold

Trotz eines leistungsgerechten Remis beim letzten Spiel in Holzheim (1:1) war Berchings Co-Trainer Andy Weiß nicht zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge: "Im vorherigen Spiel gegen Göggelsbuch hatten wir das besser gemacht. In Holzheim standen wir taktisch nicht gut, machten zu viele Fehler und waren vom Gegner zu weit weg. Dank der klasse Leistung unseres Keepers nahmen wir aber einen Punkt mit." Gegen den Tabellenführer müsse da auf alle Fälle eine Leistungssteigerung zu sehen sein. Der Lauterhofener Coach Thomas Roth kann sich noch an das 2:0 im Hinspiel in Berching erinnern: "Das war 'ne enge Kiste. Das hätte auch anders laufen können. Berching ist eine gute Mannschaft, die zudem noch einen guten Start hatte", ist Roth überzeugt und sieht eine schwierige Aufgabe auf ihn und seine Jungs zukommen: "Die werden uns alles abverlangen."

Die DJK Berg musste im Hinspiel eine ihrer bis jetzt lediglich drei Niederlagen hinnehmen. Für DJK-Spielertrainer Alexander Lang und seine Truppe gilt derzeit: Nach dem Topspiel ist vor dem Topspiel. Das letzte Duell gegen Meckenhausen (4:3-Sieg) verdiente diese Bezeichnung definitiv auch: "Ich fand es klasse von der Mannschaft, dass sie die zwei individuellen Fehler, die zum 0:2-Rückstand geführt hatten, wieder glattbügeln konnte. Auch im Hinblick auf die gesamte Spielzeit und Chancenverteilung war es für mich ein verdienter Sieg", lautet das Fazit von Lang, der mit seiner Auswahl jetzt nach Göggelsbuch fahren muss: "Nach Meckenhausen kommt jetzt der nächste Gegner, der sich den Aufstieg als Ziel gesetzt hat. Die wollen bestimmt mit aller Macht gewinnen. Da werden wir uns natürlich dagegenstemmen." Der Göggelsbucher Coach Stephan Handl versucht die Stimmung nach dem letzten Spielausfall in seiner Truppe hochzuhalten: "Bei uns sind alle Mann an Bord, das heißt, wir können gegen Berg eine schlagkräftige Truppe ins Duell werfen." Der DJK-Trainer erwartet ein Spiel auf Augenhöhe: "Berg hat Qualität, wir aber auch", so Handl der jetzt im Heimspiel endlich den ersten Dreier nach dem Re-Start einfahren will.

Die Erleichterung beim Henger SV nach dem letzten Heimsieg gegen Pollanten ist groß. Spielertrainer Eleftherios Sadikis zeigt sich zufrieden: "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Schon beim Aufwärmen hatte ich ein gutes Gefühl. Wir waren von Beginn an gut eingestellt." Das könne aber erst der Anfang gewesen sein, denn die Aufholjagd sei jetzt eröffnet: "Ich weiß, wir sind von vielen Vereinen bereits als Absteiger abgestempelt worden, aber das ist für uns gerade noch mehr Anreiz, aus dem Keller rauszukommen. Wir haben eine gute Truppe, die muss nur funktionieren." Wolfstein kenne man ja bestens: "Im Derby versuchen wir natürlich den nächsten Dreier zu landen. Wir müssen jetzt einfach nachlegen, um den Abstand so gering wie möglich zu halten", ist Sadikis optimistisch. Hengs Neuzugang Jakob Neumann wird dagegen wegen Rotsperre nicht auflaufen: "Jakob wird uns fehlen, aber wir haben einen großen Kader, der das kompensieren kann", ist Sadikis zuversichtlich. Der TSV Wolfstein kann nach dem Re-Start bisher nur auf ein verlorenes Spiel gegen den TSV Feucht zurückblicken und hat im ersten Heimspiel nun die Chance, diesen Patzer wieder gut zu machen.

Die Sportfreunde Hofstetten können sich wohl kaum über den Re-Start beschweren, denn sie haben sich von den Abstiegsrängen auf Platz sechs hochgearbeitet. Der Hofstettener Übungsleiter Mathias Berner ist daher nach den bisher eingefahrenen sechs Punkten entspannt: "Am Sonntag steht das wohl leichteste aller restlichen Spiele in 2020 an, denn meine Jungs brennen auf das Hilpoltsteiner Stadtduell. Dem Gegner geht es sicherlich genauso, konnten wir doch das Hinspiel überraschend für uns verbuchen (1:0). Nachdem wir nun unsere Hausaufgaben gegen Pölling erfolgreich absolviert haben, können wir völlig frei in das Derby gehen. An einem guten Tag können wir sicherlich auch den Aufstiegsfavoriten aus Meckenhausen ärgern." Richtigstellen will Berner den umstrittenen Siegtreffer in der Nachspielzeit im letzten Spiel gegen Pölling (4:3): "Ich war doch sehr verwundert über die Reaktion des Pöllinger Trainers. Unser Spieler wurde am Pöllinger Strafraum gefoult und konnte den Ball dann noch im Fallen zu einem Mitspieler spielen. Der Schiedsrichter hatte auf Vorteil entschieden und daraus ergab sich dann die Torchance mit dem Torerfolg. Es ist mir einfach unerklärlich, wie man diese Situation so subjektiv beziehungsweise falsch bewerten und meinen Spieler dafür als unfair bezeichnen kann. Trotz der Brisanz des Spiels und dem dramatischen Ausgang sollte man trotzdem die Objektivität bewahren", gibt Berner zu Protokoll. Erwähnenswert bei diesem Spiel war aber ebenso der Hattrick von Hofstettens Youngster Patrick Willemsen, für den der Torjäger rekordverdächtige 17 Minuten benötigte und so seine Farben auf die Siegerstraße brachte: "Patrick hat gerade einen sehr guten Lauf, aber man darf ihn nicht nur an seinen Toren messen. Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft und belohnt sich endlich auch dafür", lobt Berner. Sein Gegenüber, Coach Michael Brandl vom TSV Meckenhausen, hatte letzten Sonntag spielfrei und konnte die letzte knappe Niederlage gegen Berg (3:4) verdauen: "Die Niederlage gegen Berg hat schon ein paar Tage geschmerzt. Wir hatten eine gute erste Halbzeit, konnten das Niveau aber nicht über 90 Minuten halten. Mit Hamperl, Kerl und Geitner fehlten uns drei wichtige Spieler, so verließen uns in der zweiten Hälfte die Kräfte. Der späte Treffer wäre vermeidbar gewesen, aber solche Spiele machen den Fußball aus. Das spielfreie Wochenende tat uns gut und wir hoffen, dass sich die Personalsituation etwas entspannt und der ein oder andere Spieler wieder mitwirken kann. Ein ungewohntes Bild: Die Sportfreunde Hofstetten (Rang sechs) sitzen dem TSV Meckenhausen (Rang fünf) nun erstmals direkt im Nacken und haben nach dem Re-Start eindeutig einen besseren Lauf vorzuweisen: "Hofstetten ist sehr diszipliniert in der Verteidigung, sie werden hoch motiviert sein und alles, was sie haben, in jeden Zweikampf investieren. Sie werden auf ihre Chance lauern, um die ein oder anderen Nadelstiche nach vorne zu setzen. Das gelang ihnen im Hinspiel sehr gut, wir haben uns nach vorne sehr schwergetan und nur wenig zustande gebracht. Meine Jungs zeigen aber dieses Mal ein anderes Gesicht. Noch einen Punktverlust in den nächsten drei Spielen können wir uns nicht erlauben, sonst war es das mit den vorderen Plätzen", so Brandl.

Für den FC Ezelsdorf besteht in diesem Spiel die Chance, sich in der oberen Tabellenhälfte zu etablieren. Für den SV Pölling geht es dagegen um den puren Abstiegskampf. Das Hinspiel entschieden die Oberpfälzer per Knipfer-Doppelpack noch knapp mit 2:1 für sich. Dem Pöllinger Coach Johannes Feihl fällt die Einschätzung des Gegners schwer: "Ezelsdorf war schon von Anfang an eine gute, junge und kompakte Mannschaft. Dazu haben sie mit Daniel Wolf ja noch einen neuen Spielertrainer." Aber das Augenmerk sollte zuerst auf die eigene Leistung gerichtet sein: "Bei uns zählt nur eines, und das sind Punkte holen", sagt Feihl. Der Start des FC Ezelsdorf fiel durchwachsen aus. Ein Sieg und eine Niederlage bei einem Torverhältnis von 1:3 zeigen aktuell nur, dass der Angriffsmotor etwas ins Stocken geraten ist. In der Hinrunde ergab sich immerhin ein Schnitt von gut zwei Treffern pro Spiel.

Holzheims Trainer Benjamin Harmel ist einerseits mit der Chancenverwertung aus dem letzten Spiel gegen den TSV Berching (1:1) nicht zufrieden: "Da muss der Knoten noch platzen", aber seine Truppe habe andererseits nach dem frühen Gegentreffer (3. Minute) eine Reaktion auf die vorherige 0:4-Schlappe gegen Feucht gezeigt und schönen Offensivfußball gespielt. Nur die Tore wollten einfach nicht fallen: "Das ist bei uns in Holzheim fast schon typisch. Im Training machen wir die alle rein", ärgert sich Harmel. Gegen Pollanten erwartet er "ein extrem heißes Spiel" und würde seinem ehemaligen Chefcoach Vahan Yelegen im Falle eines FC-Dreiers sogar nach dem Spiel ein Bier ausgeben: "Mich hat es nicht gewundert, dass Pollanten das letzte Spiel gegen Heng verloren hat, denn irgendeine Überraschung gibt es in dieser Liga ja fast jeden Spieltag. Jedenfalls muss unsere Chancenverwertung am Sonntag effizienter werden." Irgendwie bleibe ein Spiel gegen Holzheim für SCP-Coach Vahan Yelegen ein "besonderes Spiel". Er ist sich sicher: "Gerade gegen uns werden sie eine brutale Leistung abrufen", denn so sei es auch im Hinspiel gewesen.

Der TSV Feucht surft derzeit auf einer Erfolgswelle. Nach zwei Siegen in Folge ist das rettende Ufer nicht mehr weit entfernt: "Von den Ergebnissen her sind wir natürlich sehr zufrieden, Fußball haben wir allerdings schon besser gespielt. Die Stimmung ist natürlich aber nach Siegen immer einen Tick besser als nach Niederlagen. Wir wissen allerdings schon, dass es bis zum Ende ganz eng wird. Das zeigen ja auch die bisherigen anderen Ergebnisse, gerade auch dieses Wochenende wieder", lautet der Stimmungs-und Situationsbericht vom Feuchter Übungsleiter Jan Völkel. Beim anstehenden Sechs-Punkte-Duell gegen den SV Rasch könnte der Gewinner in das Tabellenmittelfeld aufschließen: "Am Wochenende gegen Rasch erwarte ich ein wie immer enges und zweikampfbetontes Spiel. Bei dem wird es wieder darum gehen, 90 Minuten total konzentriert zu sein und den Raschern keine Freiräume und Möglichkeiten zu geben, denn diese würden sie sicherlich nutzen. Wir hoffen, dass nach dem spielfreien Wochenende unseren angeschlagenen Spieler Kreyßig und White wieder bis Sonntag fit sind, und wir wieder alle Mann an Bord haben", so Völkel. Der aktuelle Tabellenzwölfte will seinen Lauf natürlich beibehalten: "Wir wollen natürlich jetzt auch auswärts einen Dreier nachlegen und damit den Anschluss ans Mittelfeld herstellen, vor allem da wir ja dann bis zur - aus unserer Sicht sinnlosen - Ligapokalpause mit Göggelsbuch und Lauterhofen zwei Mannschaften aus der Spitzengruppe als Gegner haben." Kreisliga-Dino Rasch befindet sich nach den erfolgreichen Spielen der Kellerkinder derweil nun auch mitten im Abstiegskampf.

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