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Wettelsheim beendet seine Durststrecke: "Ich freue mich einfach für meine Mannschaft"

Kreisliga West

Nach langer Durststrecke gewinnt der SV Wettelsheim wieder ein Spiel – und blickt auf ein schwieriges Jahr zurück.

Der SV Wettelsheim durfte nach langer Durststrecke mal wieder feiern.

 / © Mühling

Etwa 20 Minuten waren gespielt, als sich treue Beobachter des Wettelsheimer Fußballs an die Niederlagen der vergangenen Wochen erinnert gefühlt haben müssen. Kapitän Hans-Christian Döbler verliert an der eigenen Strafraumgrenze als letzter Mann den Ball – doch diesmal kann der Gegner den Patzer nicht zur frühen Führung nutzen. In allen drei Pflichtspielen seit dem Re-Start hat der TV durch „Leichtsinnigkeiten oder haarsträubende Aussetzer“, wie Trainer Stephan Zengerle sagt, sein erstes Gegentor bekommen. In Rednitzhembach dauerte es drei Minuten, gegen Büchenbach stand immerhin fünf Minuten die Null.

Vor allem das 0:11-Debakel gegen den SV Rednitzhembach Ende September hat Mannschaft und Trainer schockiert. „Auch eine Frage der Mentalität“ sei das, wie Zengerle mit Blick auf das Spiel kritisch anmerkt. „Das darf in dieser Form nicht passieren.“ Weil es aber doch passiert ist, und die Partien gegen Pollenfeld und Büchenbach ebenfalls mit null Punkten für Wettelsbach endeten, fand sich der SV vor dem Anpfiff bei der SG Ramsberg/St.Veit plötzlich im unteren Tabellendrittel der Kreisliga Neumarkt/Jura West wieder. Man drohte gar, auf einen Relegationsplatz abzurutschen.

Wenn der Glaube fehlt

Eine Ausgangssituation, die das Spiel gegen den direkten Konkurrenten einigermaßen brisant erscheinen ließ. Auch wenn Coach Zengerle im Vorfeld für eine gelassenere Herangehensweise plädierte: „Die Situation ist nicht anders als letzte Woche. Wir müssen ein Spiel gewinnen, nicht rechnen.“ Das mit dem Gewinnen ist für Mannschaften, die schon lange kein Erfolgserlebnis mehr hatten, jedoch so eine Sache. Da schwindet der Glaube an die eigene Stärke, kurz vor dem gegnerischen Tor werden die Füße plötzlich schwer, in der Defensive häufen sich slapstickartige Einlagen. Probleme, die sie in Wettelsheim gut kennen. Dabei hatte man sich viel vorgenommen, damals vor dem 10. August 2019, als man in diese in jeder Hinsicht einzigartige Saison startete. Irgendwie oben mitspielen wollte der Bezirksliga-Absteiger, der damals noch von Stefan Birngruber betreut wurde. Doch zunächst waren die Ergebnisse durchwachsen, dann brachte die Corona-Krise den Sport zum Stillstand und im Sommer übernahm schließlich Stephan Zengerle die Mannschaft. Der musste schließlich feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, ein Team, das sich coronabedingt monatelang nur zum lockeren Kicken getroffen hat, wieder in den Wettkampfmodus zu bringen. Nun scheint die Elf aber ihren Weg gefunden zu haben, das 1:2 gegen Büchenbach am 4. Oktober war spielerisch ansprechend – nur das Ergebnis stimmte noch nicht.

Ein Makel, den es am Samstag in Ramsberg zu korrigieren galt. Auf dem Sportgelände am Brombachsee haben sie sich alle Mühe gegeben, den rund 100 Zuschauern ein pandemiegerechtes Fußballvergnügen zu ermöglichen. Zehn Ordner haben die Verantwortlichen der SG Ramsberg/St.Veit bereitgestellt, das Gelände in verschiedene Sektoren unterteilt. Zudem mussten alle Zuschauer ihre Kontaktdaten am Eingang hinterlegen. Das Geschehen auf dem Rasen entwickelte sich derweil weitgehend ausgeglichen mit einem leichten Chancenplus für Wettelsheim in der Anfangsphase. Auch bedingt durch den schweren Boden boten die Teams insgesamt jedoch eher fußballerische Hausmannskost. „Das ist echt ein Scheißspiel, da passiert ja gar nichts“, bilanzierte Ramsbergs Schlussmann Christoph Böhm nach 30 Minuten. Eine übertrieben strenge Beurteilung, vor allem mit Blick auf die zweite Hälfte. Das Spiel wurde offener, die Chancen besser. Eine davon nutzte Florian Bunz zum 1:0 Wettelsheim (77.). Ein Treffer, der trotz Ramsberger Überzahl in den Schlussminuten und eines Pfostentreffers zum Sieg reichen sollte. „Ich freue mich einfach für meine Mannschaft“, sagte ein erleichterter Stephan Zengerle nach dem Schlusspfiff. Ob das die Wende war? Abwarten, meint er, „aber ich hoffe es.“

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