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Abenbergs Matthias Deuner: "Jetzt wird es ein Rumgeeiere"

Kreisklasse Nord

Nach dem rassigen 1:1 zwischen Pfaffenhofen und Abenberg in der Kreisklasse Nord glaubt auch Matthias Deuner, dass nun Schluss ist für 2020.

Vertritt seinen „Chef“ auf dem Platz: Matthias Deuner (rechts).

 / © Salvatore Giurdanella

Während ringsum die Fußballspiele reihenweise abgesagt wurden, lieferten sich der SV Pfaffenhofen und die DJK Abenberg in der Kreisklasse Nord noch einmal ein rassiges Duell. Bei herrlichem Oktoberwetter ließen sich auch die Zuschauer von Corona nicht von ihrem Sportplatzbesuch abbringen, der SVP durfte nahezu „ausverkauft“ – also die maximal erlaubten 200 Zuschauer – vermelden. Auf ihre Kosten kamen die Fans beim 1:1 (0:1) auch, und dürften damit mit schönen Fußball-Erinnerungen in die Winterpause gehen. Denn dass der Bayerische Fußball-Verband (BFV) Anfang dieser Woche ob der Entwicklung in der Corona-Pandemie die Einstellung des Spielbetriebs verkündet, davon gehen viele Beteiligte im Amateurfußball aus.

Matthias Deuner bildet da keine Ausnahme. „Ich denke, das war es für dieses Jahr“, sagte der spielende Co-Trainer der DJK Abenberg, der derzeit seinen eigentlichen „Chef“ Stefan Lausecker auf dem Platz vertritt. Lausecker ist derzeit verletzungsbedingt zur Untätigkeit verdammt. Im Sommer waren Lausecker und Deuner von der DJK Veitsaurach nach Abenberg gewechselt und hatten zum Wiederbeginn nach der Corona-Pause übernommen. „Ein sehr gut geführter Verein, die Rahmenbedingungen stimmen, die Mannschaft ist jung, zieht mit, es passt“, sagt Deuner nach den ersten Monaten in der Burgstadt. Zwei Unentschieden, einen Sieg und zuletzt eine Niederlage gegen formstarke Katzwanger hat das Duo Lausecker/Deuner seither mit der DJK eingefahren. Beim um die Aufstiegsrelegation mitspielenden SV Pfaffenhofen hätte es der zweite Sieg werden können – oder aber die zweite Niederlage.

Vogel hat die Finger im Spiel

„Zwei unterschiedliche Spielhälften“, hatte nicht nur Deuner gesehen. Etwas überraschend gaben die Gäste im ersten Durchgang den Ton an, führten aber zur Pause nur mit 1:0. Eine Flanke von Lukas Glauber segelte noch abgefälscht und damit unhaltbar nach einer guten halben Stunde ins lange Eck. „Uns fehlt ein Knipser“, sagte der 28-jährige Deuner zum weiteren Verlauf treffend. Die zahlreich mitgereisten Abenberger Anhänger hätten schon noch öfter hinter ihren Masken jubeln könne, hätte ihre Mannschaft ihre Chancen besser genutzt. Wobei auch der starke Pfaffenhofener Schlussmann Marco Vogel immer wieder seine Finger zu Ungunsten der DJK im Spiel hatte.

SVP-Trainer Daniel Meßthaler hatte dann aber in der Pausenansprache wohl den richtigen Ton getroffen. Die nicht einfach zu leitende Partie wurde hektischer und die Gastgeber zugleich zwingender und zielstrebiger. „Die sind offensiv schon richtig gut“, sagte Matthias Deuner anerkennend nach einer zweiten Hälfte, in der wiederum die Abenberger Dusel hatten, dass nur SV-Kapitän Mike Schuster nach einem herrlichen Spielzug über Omeed Akbar Shakoor und Daniel Grauthoff traf (75.). Die dickste Gelegenheit zum Siegtreffer für Pfaffenhofen hatte Kevin Löhlein in der 83. Minute, er schoss aber freistehend aus kurzer Distanz drüber. Sein Vater Martin, Urgestein des TV 21 Büchenbach, dort lange Jahre Torjäger vom Dienst und freilich unter den Zuschauern, dürfte ob dieser ausgelassenen Großchance in seine Maske geflucht haben.

Eine tolle Parade von Marco Vogel bei einem von Glauber aus spitzem Winkel scharf vors Tor gezogenen Freistoß war dann die letzte gefährliche Situation in einer unterhaltsamen Partie, Schiedsrichter Markus Bayerl beendete das zum Ende hin immer ruppiger werdende Geschehen mit seinem überpünktlichen Schlusspfiff. Ob es im übertragenen Sinne zugleich der finale Pfiff für den Amateurfußball im Jahr 2020 war?

Im Kreis Neumarkt/Jura sollte am kommenden Wochenende der Ligapokal starten, Zweifel daran gibt es wie eingangs erwähnt einige. Matthias Deuner hat die Linie des BFV mit der unterbrochenen und nun fortgesetzten Saison bislang grundsätzlich mitgetragen, seit diesem Wochenende sieht er die Lage aber anders. „Jetzt wird es ein Rumgeeiere, der BFV sollte für dieses Jahr alles absagen.“ Ein schöner Abschluss wäre es ja eigentlich auch gewesen.

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