Das Amateurfußballportal für Mittelfranken
Partner im
Amateurfußballnetzwerk
Partner im Amateurfußballnetzwerk

Jan Völkel: "Es macht Spaß, eine Entwicklung voranzubringen"

Kreisliga Ost

Mit vier Siegen aus vier Spielen und einem Torverhältnis von 12:1 gilt der TSV Feucht als die Überraschungs-Elf nach dem Re-Start in der Kreisliga Ost. Die Völkel-Truppe hat sich vorerst aus der Abstiegszone herauskatapultiert und belegt derzeit mit Rang neun einen Nichtabstiegsplatz. Coach Jan Völkel, der seit der Saison 2017/18 an der Seitenlinie des TSV steht, stellt sich unseren Fragen zu seiner Person und erklärt, warum manchmal das Sonntagsessen mit der Familie besonders gut mundete.

Jan Völkels (rechts) Fußballerlaufbahn als Keeper begann in der Jugendabteilung des SC Feucht (E-Jugend) und führte ihn danach unter anderem zum FV Wendelstein, Henger SV und zum TSV Gräfenberg. Seine Trainerkarriere startete er beim VfR Moorenbrunn. Danach coachte er den TSV Gräfenberg, den SV Plech, sowie den TSV Burgthann und landete schließlich wieder in Feucht, diesmal aber beim TSV.

 / © TSV Feucht

Wie ist dein kurzes Resümee deines ersten Kreisliga-Jahrs als Trainer?

Na ja, als Trainer war ich schon mit Gräfenberg in der Kreisliga, allerdings in Erlangen/Pegnitzgrund tätig. Jede Kreisliga hat so ihre Eigenheiten, unsere zeichnet sicherlich aus, dass sie sehr ausgeglichen ist. Das zeigt sich nicht nur in der Tabelle, dass man mit einer Serie schnell mal nach oben gespült wird. Diese Liga zeichnet vor allem aus, dass jedes einzelne Spiel hart umkämpft ist, egal ob einem der Tabellenführer oder Tabellenletzte gegenübersteht.

Was wird der Schlüssel zum Klassenerhalt sein?

Eine gute, hoffentlich diesmal auch nur eine einzige Vorbereitung, um das abrufen zu können, was wir fußballerisch drauf haben.

Wie bist du eigentlich Torwart geworden?

Wie ich angefangen habe in der E-Jugend des SC Feucht, fehlte vielleicht am Anfang "a bisserl" die Lust zum Training, und wie das dann so war, wird derjenige, der wenig läuft, mal ins Tor gestellt, und das hat dem Trainer damals getaugt und mir auch.

Wie bist du dann Trainer geworden?

Ich habe schon als aktiver Spieler beim FV Wendelstein meinen Trainerschein - den B-Schein - gemacht und dann beim SC Feucht begonnen als D-Jugend-Trainer. Die erste Station als Herrentrainer war dann nach dem zweiten Gastspiel in Gräfenberg der VfR Moorenbrunn, zusammen mit meinem Kumpel Gino Cesa.

Was bedeutet dir dieser Beruf und was macht dir am meisten am Trainerjob Spaß?

Ich finde es interessant und herausfordernd, eine Gruppe von ganz unterschiedlichen Charakteren zusammenzubringen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Insgesamt finde ich es auch spannend, Spielern meine Idee vom Fußball zu vermitteln und das dann am und auch neben dem Platz umgesetzt zu sehen. Es macht mir Spaß, mit Menschen zusammenzuarbeiten und vor allem, dass man, wenn man die Zeit bekommt, durch Training eine Entwicklung voranbringen kann. Insgesamt empfinde ich einfach die gemeinsamen Momente als Mannschaft als sehr angenehm.

Was war für dich bisher dein größter sportlicher Erfolg, sowol als Spieler als auch als Trainer?

Als Spieler sicherlich der Aufstieg mit dem FV Wendelstein in die Landesliga 2002, beziehungsweise der Klassenerhalt in der Bayernliga mit dem SC Feucht in der Saison 1997/98 unter Dieter Nüssing. Als Trainer vom Papier her sicherlich der Aufstieg mit dem TSV Feucht in die Kreisliga. Wobei für mich auch der Klassenerhalt mit Gräfenberg in zwei Relegationsspielen oder gerade auch einfach eine Entwicklung von einer Mannschaft, wie ich sie in Plech gestalten und erleben durfte, dazu zählen.

Mit dem SC Feucht in Brasilien

Was waren deine schönsten Momente in deiner bisherigen Karriere?

Es gibt eigentlich zu viele, um da den einen rauszunehmen. Was ich aber sicherlich nie vergessen werde ist der Klassenerhalt als Spieler mit der A-Jugend des SC Feucht in Weißenburg, nicht zuletzt, da viele Mitspieler von damals nach fast 25 Jahren immer noch zu meinem engsten Freundeskreis gehören. Aber auch der Aufstieg mit Wendelstein mit einem Wiederholungsrelegationsspiel zählt in diese Kategorie. Ein Erlebnis besonderer Art war sicher auch ein Trainingslager mit dem SC Feucht in Brasilien.

Wie sieht deine Familie diese Leidenschaft für Fußball? Fiebern die mit?

Meine Eltern waren selber jahrelang ehrenamtlich als Vorstand, Kassier und als Betreuer beim SC Feucht aktiv. Mein älterer Bruder war jahrelang mein Jugendtrainer, sodass bei uns das Wochenende oder Familienfeiern nach dem Fußballkalender gelegt wurden. Und gerade in den Zeiten, als mein Bruder mein Trainer war, war die Stimmung beim Sonntagsessen nach einem Sieg deutlich besser. Daran hat sich auch bis heute nix geändert, auch wenn ich mittlerweile Niederlagen meistens etwas schneller verarbeiten kann.

Gibt es für dich ein Trainer- oder Spieler-Vorbild?

Als Spieler waren es zu meiner Zeit sicherlich Torhüter wie Andy Köpke oder sogar noch davor Jean-Marie Pfaff. Als Trainer muss ich sagen, dass ich als Spieler in meiner aktiven Zeit das Glück hatte, mit vielen herausragenden Trainern und Persönlichkeiten zusammenarbeiten zu dürfen und da habe ich mir sicherlich das ein oder andere abgeschaut.

Hat sich in der Corona-Zeit etwas an der Grundstimmung in der Mannschaft verändert? Sind die Spieler angespannter?

Grundsätzlich in der Trainingsarbeit am Platz nicht, aber das ewige Hin und Her vor dem Re-Start war sicherlich nervig, weswegen wir ja auch immer für einen Neubeginn gewesen sind, denn wirklich sportlich fair wird diese Saison eh nicht zu Ende gehen. Was aber natürlich abgeht, ist das gemeinsame Feiern in der Kabine oder zusammensitzen beim Mannschaftsabend oder bei Spielersitzungen.

Mehr zum Thema