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Winkelhaids Abteilungsleiter Markus Lang fordert ein baldiges Ende der Corona-Zwangspause

Kreisklasse Ost

Markus Lang, Fußballabteilungsleiter des TSV Winkelhaid und Jugendtrainer der JFG Reichswald, sieht aktuell schwarz für eine zeitnahe Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebes, wenn man sich strikt an den anvisierten Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen binnen sieben Tagen halten wolle.

Markus Lang vom TSV Winkelhaid ist enttäuscht von den aktuellen Corona-Maßnahmen.

 / © Sportfoto Zink / privat

Lang macht seine Skepsis an einem Beispiel fest: Sobald es in einem Wohn- oder Pflegeheim im Landkreis wieder, wie zuletzt, zu Ausbrüchen kommt, leiden laut Langs Meinung alle Amateurvereine im betreffenden Landkreis darunter, obwohl der Ausbruch nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Amateursport stehe.

"Nach einem Jahr Corona und den daraus gewonnenen Erkenntnissen hätte ich mir von den Entscheidungsträgern doch etwas mehr erwartet", so Lang weiter. Der Abteilungsleiter hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und führt Studien aus China und Dänemark an, die zwischenzeitlich belegen, dass die Ansteckungsgefahr im Freien so gut wie nicht vorhanden ist, wenn man sich nicht über längere Zeit in einer "Aerosol-Wolke" des Gegenübers aufhält. Im Gegenzug habe er von keiner Studie gehört, die ein erhöhtes Infektionsrisiko belegen könne. Es gebe aber bereits einige Studien, die wiederum zu dem Ergebnis kommen, dass Kinder im Lockdown an Bewegungsmangel und Gewichtszunahme leiden, was sich auch negativ auf deren Immunsystem auswirke und auch, dass zunehmend psychische Probleme die Kinderarztpraxen füllen. Von den fehlenden sozialen Kontakten ganz abgesehen. Mit Beginn der Testungen in den Schulen dürfte es nach Langs Meinung auch keinen Grund mehr geben, die getesteten Kinder und Jugendlichen nicht wieder auf den Platz zu lassen.

Lang erwähnt in seiner Argumentationskette auch Prof. Dr. Tim Meyer, den Vorsitzenden der Medizinischen Kommission des DFB, der "mit seiner Einschätzung vom Frühjahr Recht behalten sollte, dass die Ansteckungsgefahr am Sportplatz sehr gering ist".

Keine Relevanz fürs Gesundheitsamt

Im Gegensatz zu den zwischenzeitlich unzähligen Demonstrationen im Freistaat, hätten nach Langs Feststellung die Sportvereine sichergestellt, dass eine Kontaktnachverfolgung jederzeit möglich war, hätten zu jedem Training und Spiel Kontaktlisten geführt oder entsprechende Apps benutzt. "Von den knapp 100 Zetteln mit über 1000 Kontaktdaten, die ich im Herbst durch den Reißwolf gejagt habe, musste ich keine einzige Liste für das Gesundheitsamt auswerten", so der Winkelhaider Abteilungsleiter. "Die Trainer und Hygienebeauftragten haben dafür gesorgt, dass es keine Ansteckungen am Sportplatz gab und die Konzepte laufend den aktuellen Vorgaben angepasst wurden", bricht Lang eine Lanze für seine Funktionärskollegen.

Von dem zuletzt veröffentlichten Sechs-Stufen-Plan der SPD-regierten Bundesländer hält Lang, aufgrund seiner obigen Ausführungen, gar nichts. "Dann würden wir im September wieder mit Punktspielen anfangen und Ende Oktober mit Beginn der Grippezeit wieder aufhören."

Zum Ende des Gesprächs verknüpft der Abteilungsleiter seine Hoffnung mit einem Appell, dass die Verantwortlichen des Bayerischen Fußball-Verbandes zusammen mit dem Bayerischen Innenministerium eine bessere und vor allem schnellere Lösung finden. Sei es beginnend mit Kleingruppentraining, gefolgt von Mannschafttraining mit Testspielen und Re-Start spätestens zum 1. Mai.

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