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Neunsinger: "Halten die Knochen hin, um dem Verband die Taschen zu füllen"

Kreisliga 2 Nachholspiel, Mittwoch

Das Nachholspiel zwischen dem TSV Markt Erlbach und dem TSV Burgfarrnbach ist die wohl letzte Chance für die Hausherren, noch einmal für etwas Spannung im Kampf um den Relegationsrang zu sorgen. Erstrebenswert ist die Relegation aber auch für Uwe Neunsinger nicht und er hat dafür gute Gründe. Sogar eine Wette bietet er an.

Uwe Neunsinger will die Vereine aufwecken.

 / © Matthias Janousch

Der TSV Markt Erlbach könnte den Rückstand auf Rang zwei, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt, auf acht Zähler verkürzen, wenn man den TSV Burgfarrnbach besiegt. Der Elf von Sebastian Kamberger blieben dann noch vier Spiele, um das Unmögliche möglich zu machen. „Wir wollen die Saison sauber zu Ende bringen. Gegen Burgfarrnbach wollen wir mithalten und werden versuchen, ihnen ein Bein zu stellen.“ Das käme Bären-Coach Uwe Neunsinger durchaus gelegen, denn über die Relegationsteilnahme würde er sich keineswegs freuen. „Zuerst hieß es, dass die Relegation zwischen dem 13. und 24.06.2018 stattfindet. Jetzt spielen wir innerhalb von sechs Tagen.“Für den, der sich in der Relegation durchsetzt, bedeutet das, dass er innerhalb der angesprochenen sechs Tage (13., 16. und 19.06.) drei Spiele erfolgreich bestreiten müsste. Denn es ist davon auszugehen, dass lediglich ein oder zwei Plätze (dies kommt auf die Einteilung der Relegation zur Landesliga an und wie sich die mittelfränkischen Vertreter dabei schlagen) in der Bezirksliga frei werden, wenn man überhaupt von „frei werden“ sprechen kann. Denn eine Liga höher wird es in der nächsten Saison den verschärften Abstieg geben. Nicht mehr vier, sondern sechs Vereine müssten aus der Bezirksliga absteigen. In welchem Modus dies geschehen wird, ist derweil noch nicht klar. Sechs direkte Absteiger werden es wohl nicht, Neunsinger selbst hat schon eine Ahnung. „Ich gehe davon aus, dass es vier oder fünf Direktabsteiger geben wird und Playoffs eingeführt werden. Mehr Relegationsspiele, mehr Geld für den Verband. Wir halten die Knochen hin, um dem BFV die Taschen zu füllen“, findet er drastische Worte. Sogar in die Zeit der Römer fühlt er sich zurückversetzt. „Wir sind die Gladiatoren und werden am Ende zum Fraß vorgeworfen.“ Sollte es tatsächlich so kommen, dass Burgfarrnbach über die Relegation aufsteigen sollte, sieht Neunsinger eine düstere Zukunft auf sich und seine Jungs zukommen. „Wer als Kreisliga-Zweiter aufsteigt, ist die ärmste Sau. Ich halte jede Wette, dass derjenige sofort wieder absteigt.“ Seiner Meinung nach hätte die Reduzierung der Bezirksligamannschaften an einem der Runden Tische diskutiert werden müssen. „Das Thema wurde aber unter der Decke gehalten. Soviel zur Transparenz, die immer proklamiert wird.“Auswirkungen hat das Thema freilich auch auf die Kreisligisten. Kreisspielleiter Thomas Raßbach erklärt auf seiner Webseite: „Die Kreisligen müssen derzeit davon ausgehen, dass es aufgrund des verschärften Abstieges aus den Bezirksligen in der Saison 2018/2019 bei Kreisligen mit 16 Mannschaften zu einem verschärften Abstieg mit je vier Direktabsteigern und je einem Releganten kommt!“ Bislang gibt es drei Direktabsteiger und einen Teilnehmer an der Abstiegsrelegation. Es steht zu befürchten, dass die ohnehin schon mit einigem Aufwand einhergehende Relegation zur Bezirksliga dann noch schwerer zu bewältigen ist, wenn nicht mehr nur die Kreisligazweiten daran teilnehmen (wie bisher), sondern auch der Fünft- bzw. Sechstletzte der Bezirksliga (die oben erwähnten Playoffteilnehmer). Dann würden sich acht bzw. zehn anstatt wie bisher sechs Vereine um die Plätze streiten. „Man muss die Vereine wecken. Es wäre dumm, wenn sie sich nicht vor der Bezirksligatagung über die anstehenden Veränderungen ein Bild machen würden", hebt Neunsinger mahnend den Finger.

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