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Dönmez: "Wenn uns das vorher jemand gesagt hätte…"

Vorschau Kreisliga 2 8. Spieltag

16 Punkte in sieben Spielen. Mehr Zähler auf das Konto hat niemand auf das Konto gebracht als der SV Hagenbüchach und der FC Stein, die nun im Topspiel aufeinandertreffen. Deren zwölf Zähler auf der Habenseite haben der SV Raitersaich (der mit dem besten Kuchen nach Messingschlagers Rangliste aufwartet) und die DJK Eibach (ohne Christoph „Löwe“ Kohler) auf der Habenseite, was den Vergleich zum Verfolgerduell macht. Sonst hat nur noch die DJK Falke das Dutzend vollgemacht, die beim SV Wacker antritt. Michael Lauth bekommt es mit seiner SG 83 Viktoria beim SV Burggrafenhof mit seinem Ex-Verein zu tun, wobei er keinen Geschenkkorb mitbringen wird. Der TSV Fischbach hofft auf den nächsten Heimcoup gegen die Turnerschaft aus Fürth. Der SC Germania bekommt es mit dem KSD Hajduk zu tun und die SpVgg Mögeldorf möchte gegen Poppenreuth ihr schönes Gesicht zeigen. Außerdem trifft der Post SV auf Tuspo Roßtal.

Mit vollem Einsatz geht Ahmet Dönmez (in blau) auch das Topspiel gegen Stein an. 

 / © Matthias Janousch

Der TSV Fischbach, der aktuell das geteilte Tabellenende der Kreisliga ziert, will den zweiten Heimsieg in Folge feiern. Nach dem 2:1-Erfolg über die DJK Falke wartet nun der Aufsteiger Turnerschaft Fürth. „Wir haben Heimspiel und spielen auf Sieg. Maxi Zeh ist wieder zurück, dafür fällt Stefan Lechner aus. Werden alles daran setzen den nächsten Dreier einzufahren. Es wird schwierig, aber wenn alle zusammenlangen, werden wir es schaffen“, erklärt ein optimistischer Daniel Möller, der sich den Gegner genauer angesehen hat. „Die Turnerschaft hat einige sehr gute Spieler in ihren Reihen. Auf die gilt es aufzupassen.“

Die Turnerschaft Fürth zeigte am Wochenende eine Reaktion auf die 0:7-Schmach gegen Mögeldorf und gewann gegen die Germanen mit 4:1. „Für uns war der Sieg gegen Germania sehr wichtig. Diese Woche können wir endlich mit einem vollen Kader zum Auswärtsspiel antreten. Das freut mich sehr. Das heißt jedoch nicht, dass es gegen Fischbach ein Selbstläufer wird“, erklärt Turnerschaft-Spielertrainer Adrian Mesek, der die Ausgeglichenheit der Liga betont. „Was ich in dieser Saison bemerkte, ist dass jeder jeden schlagen kann. Wir müssen 100 Prozent geben und nur unser Spiel spielen.“ Über den kommenden Gegner hat Mesek bereits Erkundigungen eingeholt. „Fischbach ist eine starke Einheit, die uns sicherlich Probleme bereiten wird. Sie kommen über das Kollektiv. Ich denke aber, unsere Einzelspieler werden den Unterschied machen.“

Post-Coach Birol Pirdal findet die bislang gezeigten Leistungen seiner Jungs durchaus ausbaufähig. „Wir haben aktuell mehr Schwächen, als wir das vor Beginn der Saison vermutet hatten. Deswegen sind wir momentan schlechter platziert als erhofft.“ Mindestens fünf Punkte hätten es mehr sein sollen. Damit wären die Poster gleichauf mit dem Spitzenduo. „Vor allem unsere Abschlussstärke müssen wir verbessern. Aber wir arbeiten daran und ich bin mir sicher wir werden das erreichen, was wir wollen“, stimmt ihn die Trainingsarbeit zuversichtlich.

Der Tuspo aus Roßtal hatte sich die Premiere auf der Sportmeile deutlich anders vorgestellt. Letztlich musste man sich dem Erzrivalen SV Raitersaich mit 1:4 geschlagen geben. „Nach dem Dämpfer vom Wochenende kann die Devise nur lauten: Wiedergutmachung!“ Coach Özcan Gündogan nimmt seine Spieler in die Pflicht. „Es ist wichtig, dass wir schnellstmöglich unseren Aufwand im Spiel auch mit Zählbarem belohnen. Dass wir weiterhin auf einem Weg der Entwicklung sind, ordne ich schon richtig ein, und das damit verbundene Auf und Ab natürlich auch. Die Ab-Phase darf einfach nicht länger andauern als die Auf-Phasen.“

Der SV Wacker konnte bislang erst einen Sieg feiern. Der gelang allerdings vor zwei Wochen just im Zaunderby gegen die DJK Eibach. Nun will die Sattler-Truppe auf eigenem Geläuf nachlegen, um sich nicht im Tabellenkeller festsetzen zu lassen. In der vergangenen Saison gewann man zu Hause auf dem B-Platz gegen die DJK Falke mit 4:0, was zuversichtlich stimmen sollte. Die DJK allerdings will dieses Ergebnis der Vergangenheit angehören lassen und ist auf Revanche aus für diese bittere Schlappe, die aufgrund des Spielverlaufs zu hoch ausfiel. Mit an Bord wird auch wieder Spielertrainer Eduard Hulm sein, der am vergangenen Wochenende Vater wurde und deshalb eine Auszeit verschrieben bekam. Fußball ist eben nicht das Wichtigste auf der Welt.

Der SV Raitersaich war der strahlende Sieger bei der Eröffnung der Sportmeile, dem neuen Sportgelände des Erzrivalen Tuspo Roßtal. „Durch den Sieg haben wir natürlich neues Selbstbewusstsein getankt“, sagt SVR-Coach Dietmar Kusnyarik, der mit seiner Truppe zuvor drei Niederlagen quittieren musste. „Wir wollen an die Leistung gegen Roßtal anknüpfen, aber defensiv noch ein bisschen stabiler stehen“, schließlich hatte man dem Tuspo auch einige Torchancen ermöglicht. „Das Spiel gegen Eibach wird richtungsweisend für die nächsten Wochen. Wir brauchen einen Sieg, wenn wir oben mit dranbleiben wollen.“ Dabei muss er auf Safak Cetin, den ersten Torschützen der Sportmeile, und Patrick Luger verzichten. Dafür kehrt Ngoc Luu wieder zurück.

Eibach gegen Raitersaich ist auch das Duell des Tabellendritten gegen den Vierten und damit das Verfolgerduell schlechthin. „Das Team von Spielertrainer Dietmar Kusnyarik rangiert mit 12 Punkten auf einem guten vierten Platz. Dreh- und Angelpunkt der Raitersaicher ist sicherlich Dietmar, der mit seiner Erfahrung und seinen technischen Qualitäten seine Mitspieler immer wieder gut in Szene setzen wird. Daher wird es wichtig sein seinen Aktionsradius so gut es geht einzuschränken“, bemerkt DJK-Trainer Christian Hüttl, der mit seiner Truppe zuletzt dreimal in Folge mit 0:1 verlor. „Durch die knappen Niederlagen in den letzten drei Spielen muss es unser Ziel sein wieder Torchancen herauszuarbeiten und darauf haben wir unter der Woche das Augenmerk gelegt.“ Traurige Nachrichten gibt es aus dem personellen Bereich. Ein Gesicht der DJK der vergangenen Jahre steht vor dem Karriereende.

„Leider müssen wir in Zukunft auf „Löwe“ Kohler verzichten, der sich gegen den FC Stein den Außenmeniskus gerissen hat und demnächst operiert wird. Da er schon mehrere Verletzungen in diesem Bereich hatte, wird er wohl seine Karriere beenden müssen. Wir wünschen ihm an dieser Stelle alles Gute und eine schnelle Genesung.“ Der Edeltechniker hat schon viele Kapitel in seiner Verletzungsgeschichte aufgeschlagen. Vorerst wird man also auf seine Kabinettstückchen verzichten müssen. Doch auch hier gilt eine der vielen Fußballerweisheiten: Während einer laufenden Saison beendet man seine Karriere nicht! Raitersaich ist vor allem für einen Eibacher immer ein gutes Pflaster. „Auf das Gastspiel in Raitersaich freut sich unser Spielleiter Claus Messingschlager ganz besonders, da es seiner Meinung nach dort den besten Kuchen gibt. Somit wollen wir uns nicht nur mit Kuchen verköstigen, sondern endlich auch wieder erfolgreich auf dem Platz sein.“

Für SVB-Coach Juri Judt ist das Spiel gegen seinen Vorgänger ein Spiel wie jedes andere. „Auch hier werden wir wieder versuchen etwas Zählbares mitzunehmen.“ Es ist noch kein Jahr her, da leitete noch Michael Lauth die Geschicke im Langenzenner Vorort. Für die Partie an der ehemaligen Wirkungsstätte hat sich Lauth einiges vorgenommen. „Nach einem guten Spiel gegen Fischbach erwarte ich von meinem Team eine konstant gute Leistung. Wir arbeiten sehr gut im Training, müssen uns dafür jedes Wochenende nur belohnen!“ Die Rückkehr zur „Ex“ ist für ihn aber auch ein besonderer Moment, wenngleich er nichts zu verschenken hat. „Freu mich auf das Wiedersehen mit den Hufern, Gastgeschenke werde ich aber Juri nicht mitbringen.“

Zweiter gegen Erster, das absolute Topspiel der Liga findet im Steiner Waldsportpark statt. „Wir freuen uns auf das Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Hagenbüchach, das wir aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs ohne jeglichen Druck angehen können“, gibt Steins Coach Thomas Eckert zu Protokoll, der mit seiner Truppe auf der Erfolgswelle schwimmt. Vor der Saison unkten einige, dass der FC den Blick nach unten richten müsste, doch Eckert und Co. haben die Liga eines Besseren belehrt. „Entscheidend wird für uns sein, wie wir im Defensivverbund gegen die individuelle Klasse in der Offensive des Gegners arbeiten. Wenn uns das wie zuletzt gut gelingt, ist für uns alles möglich.“ In Stein hat man gehörig Selbstbewusstsein getankt.

Auch SVH-Coach Ahmet Dönmez freut sich auf das Topspiel. „Ich denke beide Trainer hätten das unterschrieben, wenn einer gesagt hätte, dass am 8. Spieltag in diesem Duell die beiden Erstplatzierten aufeinandertreffen“, sagt Dönmez nicht ohne Stolz. „Ich freue mich auf meinen Kollegen Ender Yanik und meinen Schützling Pana sowie auch meinen Freund Erman Elibol wiederzusehen.“ Mit Pana meint Dönmez Panagiotis Kotaidis, der von 2015 bis 2017 das SVH-Trikot trug. Erman Elibol könnte derweil den Unterschied machen, denn der Goalgetter des FC Stein hat seinen verlorengeglaubten Torriecher wiedergefunden. „Wir arbeiten seit Dienstag hart auf das Spiel am Sonntag zu und natürlich habe ich mir auch hier einen Matchplan ausgedacht, wie wir Stein bezwingen können. Wenn du oben mitmischen willst, musst du solche Spiele gewinnen. Die nächsten 2-3 Spiele werden zeigen, ob wir die Jäger sein werden oder die Rolle des Gejagten einnehmen werden“, sagt Dönmez keineswegs überheblich, schließlich hat er mit seinem Team darin bereits Erfahrung sammeln können. „Denke wir haben hier einen Vorteil gegenüber dem ein oder anderen Verein, diese Situation haben wir letztes Jahr bis zum letzten Spieltag spüren müssen. Freue mich auf ein faires Spiel und es freut mich auch, dass wir Stand jetzt die fairste Mannschaft sind in der noch jungen Kreisligasaison.“

2:2 gegen Absteiger SG 83 Viktoria, 7:0 gegen Aufsteiger Turnerschaft Fürth und nun ein 0:4 gegen Mitaufsteiger KSD Hajduk. Aus der SpVgg Mögeldorf 2000 soll man offenbar nicht schlau werden. Coach Norbert Frey will nun eine Reaktion sehen. „Nach der völlig verdienten Niederlage bei Hajduk wollen wir im Heimspiel gegen Poppenreuth „Wiedergutmachung“ betreiben. Die Tugenden wie Laufbereitschaft, Einsatz- und Kampfgeist wollen und werden wir den heimischen Zuschauer in einem spannenden Spiel bieten. Zuschauen lohnt sich!“ Schließlich ist der Ausgang der Partie – wie eingangs erwähnt - völlig offen.

Derweil hat die Urlaubszeit beim kommenden Gegner SV Poppenreuth offensichtlich erst angefangen. Neben Coach Peter Meier haben sich auch einige Leistungsträger in die wohlverdiente Auszeit verabschiedet. Kapitän Francesco „Franco“ Russo, der ein gerechtes Remis „mit Mentalität“ gegen Post gesehen hat, ist nun in der Verantwortung und ist sich sicher, dass er trotz der Ausfälle eine wettbewerbsfähige Truppe auf den Platz schicken kann. „Die Jungen dürfen sich jetzt beweisen. Wir wollen aus einer geordneten Defensive heraus agieren. Vielleicht spielt uns unsere Erfahrung ja in die Karten.“ Schließlich werden noch genügend kreisligaerfahrene Haudegen auf dem Platz stehen. Gegen Mögeldorf spielte der SVP zuletzt in der Kreisklasse und das ist schon ein paar Jahre her, weshalb Russo den Aufsteiger auch als „die große Unbekannte“ bezeichnet.

Seine Hausaufgaben hat Germanias Trainer Serdar Dinc gemacht: „Ich konnte letzten Sonntag die Partie unserer nächsten beiden Gegner ansehen. Es ist - denke ich - für viele schwer auf dem Kunstrasen von Hajduk zu spielen. Du siehst sofort, dass sie sich da wohlfühlen, aber es ist schon sehr auffällig, wie physisch stark und athletisch sie sind.“ Offensichtlich haben sich bei Dinc auch einige Namen eingebrannt. „Vorne mit Jelec, Memedi und Saleem haben sie eine spielstarke und pfeilschnelle Offensive, mit Novinc einen sehr intelligenten Lenker, der seine Vorderleute gut in Szene setzen kann. Muric und Papa auf der Sechs spielen rigoros gegen den Ball und dann haben sie noch mit Pejic und Edenharter zwei Kanten in der Innenverteidigung. Mit 7 Punkten aus den letzten 3 Spielen scheinen sie auch die Urlaubsperiode hinter sich gelassen zu haben.“ Es hätte sicherlich einen besseren Zeitpunkt in der Saison für das Duell gegeben – zumindest aus Sicht Germanias. „Ich werde meine Mannschaft gut auf den Gegner einstellen. Auch wir haben Stärken, die wir allerdings letzte Woche gegen eine starke Turnerschaft nicht ansatzweise auf den Platz bringen konnten. Da werden wir uns definitiv steigern müssen, denn wir wollen die 3 Punkte in Schniegling behalten, um einen weiteren kleinen Schritt Richtung Klassenerhalt zu machen.“

Bestätigt in seinen Aussagen fühlt sich ein optimistischer Hajduk-Kapitän Mihael Papa: „Also, was habe ich letztes Mal gesagt: wir sind jetzt komplett, wir spielen besser und besser. Das haben wir auch im Spiel gegen Mögeldorf gezeigt.“ Nun will der Kapitän mit seiner Truppe das Feld von hinten aufrollen. „Für das nächste Spiel werden wir noch entschlossener sein und drei Punkte holen.“

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