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"Wir sind in einem Lauf, den ich so auch noch nicht erlebt habe"

Kreisliga 1

Elf Spiele, elf Siege. Was in den untersten Klassen schonmal vorkommt, ist für einen Saisonstart in einer Kreisliga zumindest ungewöhnlich. Dem FC Dombühl aber ist dieses Kunststück in der laufenden Spielzeit der Kreisliga Frankenhöhe gelungen - er steuert hart auf Kurs Bezirksliga.

Sieht so der Kreisliga-Meister der Saison 18/19 aus? Dombühl legt aktuell zumindest eine fulminante Serie hin. 

 / © FC Dombühl

Befragt nach den Ursachen der Dominanz, die sein FC Dombühl aktuell ausstrahlt, muss Markus Engelhardt etwas ausholen: Er arbeite bei einem kleinen, familiären Verein, der in den letzten Jahren aber gute Jugendarbeit geleistet habe: "Da kam Futter vom Unterbau in die 1. Mannschaft nach - und diese Spieler sind jetzt weiter gereift", erklärt der Trainer. Und zwar offenbar nicht nur soweit, um "eine etablierte Kreisligamannschaft zu werden und im vorderen Bereich mitzuspielen", wie es sich der Verein auf die Fahnen geschrieben hat, sonden mit Potenzial für Größeres: "Wir waren vor zwei Jahren ja schon in der Relegation zur Bezirksliga." Letztes Jahr sei man nach den verlorenen K.O.-Spielen und durch Verletzungen in ein kleines Loch gefallen, "das Ziel, vorne anzugreifen, war aber immer da. Dass das jetzt so gut klappt, damit hat man natürlich nicht rechnen können." Die Mannschaft bringe ihr Potenzial auf den Platz, verletzte Spieler seien zurück - auf den Punkt gebracht: "Wir sind in einen Lauf hineingekommen, den ich so als Trainer auch noch nicht erlebt habe."

Der Lauf in Zahlen: Der FC Dombühl hat bislang alle seine elf Ligapartien gewonnen, steht mit 33 Punkten an der Spitze der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe 1. Die aktuell schärfsten Verfolger haben zwölf Punkte weniger und eine Partie mehr auf dem Buckel. Was vor allem ins Auge sticht: Dombühl hat - neben wenigen klaren Siegen - seine Partien meist mit ein, zwei Toren Abstand gewonnen. Mit 28 erzielten Treffern bewegt sich der Primus auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Es sind die erst fünf kassierten Gegentore, die den Unterschied machen.

Das bestätigt auch Coach Engelhardt, der seit Juli 2017 in Dombühl trainiert: "Gegen uns ein Tor zu schießen, ist ziemlich schwer. Das ist schon der Schlüssel zum Erfolg. Letzte Saison haben wir zu viele Gegentreffer kassiert, ich habe aufzeigen können, dass man so vorne in der Tabelle nichts verloren hat: Das hat die Mannschaft auch gut verstanden, jeder arbeitet richtig konsequent nach hinten mit", so Engelhardt. Hinter der stabilen Viererkette kann er sich dabei auf Schlussmann Dominic Wächter verlassen, vorne ist es vor allem Felix Schnotz, der mit seinen bislang zehn Treffern für Gefahr sorgt. Denn Engelhardt sieht es ganzheitlich: "Unsere Abwehr kann sich voll und ganz auf ihre Aufgaben konzentrieren - mit dem Wissen: Wir sind vorne derzeit einfach immer gut für ein Tor."

"Eine gute Mischung aus Euphorie und Konzentration"

Und so siegen sie sich Woche für Woche quer durch die Liga. Die Stimmung in der Mannschaft ist entsprechend prächtig: "Wenn du eine solche Serie hinlegst, macht Fußball einfach Spaß. Es herrscht eine gute Mischung aus Euphorie und Konzentration, die Mannschaft weiß aber auch, dass wir bei diesen knappen Ergebnissen auch das ein oder andere Mal das Quäntchen Glück hatten," sagt Engelhardt. Zudem werde man natürlich irgendwann auch wieder ein Spiel verlieren - "und vielleicht nicht nur eins. Es wird darauf ankommen, dass man das dritte dann wieder gewinnt." Darauf will er sein Team vorbereiten: "Wir wollen dann schnell wieder aufstehen, uns nicht durcheinanderbringen lassen und weiterhin unsere Qualitäten ausspielen."

Gelingt es ihm, die Durststrecken, die fast jedem Team irgendwann im Laufe einer Saison begegnen, zu meistern, könnte am Ende der größte Erfolg der Vereinsgeschichte stehen, denn Dombühl hat noch nie auf Bezirksebene gespielt: "Die Bezirksliga wäre eine riesige Herausforderung für das ganze Umfeld. Es träumen momentan sicher viele davon, dass wir es heuer packen. Die Chance ist da, und wir wollen sie wahrnehmen."

Ein heißes Wochenende

Doch natürlich haben da noch andere ein Wörtchen mitzureden. Engelhardt sieht drei Teams als schärfste Konkurrenz im Meisterschaftsrennen: "Uffenheim hat eine erfahrene Kreisligamannschaft, die lassen sich nicht nervös machen. Sie sind zwar schlecht gestartet, werden aber ihre Punkte holen. Markt Erlbach war letztes Jahr schon in der anderen Kreisliga vorne dabei, sie haben zwar etwas geschwächelt zuletzt, werden aber auch mitmischen." Dann lobt er noch Weigenheim, "ein Aufsteiger, der offensiv viel Qualität hat."

Für Dombühl selbst geht es zunächst mit einem Doppelspieltag weiter. Dabei kommt es am Freitagabend zu einem dieser Duelle, vor dem Trainer in seiner Situation immer warnen. Es geht zum SV Arberg, der als Vorletzter momentan in Schwierigkeiten steckt. Kann man der Gefahr entgegensteuern, dass sein Team meint, einen solchen Gegner im Vorbeigehen zu erledigen? "Da habe ich jetzt schon lange dagegengesteuert, irgendwann werden sie es mir nicht mehr glauben", lacht Engelhardt. Er warnt: "Arberg ist ein richtig gefährlicher Gegner, zumal dort Kirchweihspiel ist und die Stimmung entsprechend gut. Jeder ist natürlich auch heiß, der erste zu sein, der uns zum Fallen bringt, das haben wir in den letzten Spielen schon gemerkt." Zwei Tage später kommt mit Weigenheim einer seiner Mitfavoriten nach Dombühl, "das gibt ein ganz heißes Wochenende", glaubt er. Dennoch: Die Serie soll natürlich auch am Montag noch bestehen, denn jedes Spiel beginnt bei null: Beste Voraussetzungen für den FC Dombühl.

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