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Spielabbruch in der A-Klasse 3: Lange Sperre für Verursacher und hohe Geldstrafen

Urteile nach Spielabbruch in der A-Klasse 3 verkündet

Lange hat sich das Kreissportgericht Zeit gelassen, um die Ereignisse nach dem Spielabbruch zwischen der SG Meinhardswinden/Oberreichenbach und dem TSV Lichtenau in der A-Klasse 3 am 31. März aufzuarbeiten. Nun verkündet das KSG etliche Urteile gegen beide Parteien und sprach dabei teils drastische Strafen aus.

© Sportfoto Zink

Was war passiert? In der 88. Minute kam es vor der Auswechselbank der Heimmanschaft zu einem Foulspiel an einem Heimakteur. Als der Gefoulte anschließend aufstehen wollte, stieß ihm sein Gegenspieler zusätzlich noch das Knie in den Oberkörper. Es kam zu einer Rudelbildung und "zu tumultartigen Szenen", wie es später in einer Pressemeldung der Polizei hieß, die in Folge anrücken musste. Davor sah sich Schiedsrichter Helmut Fischer bereits gezwungen das Spiel beim Stand von 3:2 (1:1) in der 90. Minute abzubrechen. 

Nach Aufarbeitung der vorliegenden Schiedsrichtermeldung, Stellungnahmen, Atteste, Beweisvideos und der am 25. April durchgeführten mündlichen Verhandlung kam das Sportgericht zu der Feststellung, dass "der Spielabbruch der SG Meinhardswinden anzulasten ist" und das Spiel zugunsten des TSV Lichtenau gewertet wird. Neben dem Punktverlust verurteilte das KSG die SG Meinhardswinden auch noch zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro.

Der Lichtenauer Spieler, der den Tumult mit seiner Tätlichkeit gar erst auslöste, wurde vom Sportgericht für sechs Spiele gesperrt. Lichtenaus Trainer, der mit seinem "unsportlichen Verhalten dazu beigetragen hat, dass sich die Gemüter weiter erhitzen", wurde zu einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt. Von einem "direkten Einfluss auf den Spielabbruch" spricht ihn das Sportgericht jedoch frei.

Keine Einsicht

Hauptschuldiger für den Spielabbruch ist laut Sportgericht ein Spieler des SV Meinhardswinden, der das Spiel als Zuschauer von der Tribüne verfolgte, im Zuge der Rudelbildung das Spielfeld betrat und dort meherer Personen körperlich anging. Der Spieler "wird gemäß § 67 Abs. 1 RVO wegen einer Tätlichkeit und Verursachen eines Spielabbruches vom 07.04.2019 mit einschließlich 30.06.2020 gesperrt", heißt es dazu in der Urteilsverkündung. Desweiteren wurde er zu einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro verurteilt und mit einer Teilnahme eines Anti-Gewalt-Kurses des BFV belegt. In ihrer Begründung schreiben die Sportrichter, dass der Spieler bei der mündlichen Verhandlung keinerlei Einsicht in sein Fehlverhalten zeige. "Er hat sich nicht entschuldigt und zog es vor, bei der mündlichen Verhandlung in grob unsportlicher Art und Weise, eine 'Show' abzuziehen." Dass der Spieler sich erst am Ende, nachdem alle anderen Aussagen angehört waren, selbst äußerte, stelle eine geplante Handlung dar, welche die Aufklärung des Sachverhaltes erschwert habe. "Das KSG duldet es nicht, dass Mitglieder des BFV eine mündliche Verhandlung, die zur Aufklärung eines folgenschweren Geschehens anberaumt wird, durch das o.g. unsportliche Verhalten sabotiert. Der Spieler hat durch sein gewalttätiges Verhalten den Spielabbruch verursacht, was sowohl für die beiden Vereine als auch den BFV eine rufschädigende Wirkung in der Öffentlichkeit/Presse hatte." Ein tätlicher Angriff auf Spieler eines anderen Vereins, vor allem in der durchgeführten Intensität, stelle aus Sicht des KSG ein nicht mehr zu tolerierendes Vergehen dar, was durch eine deutliche Strafe zu ahnden sei. "Straferschwerend kommen die mangelnde Schuldeinsicht und das unsportliche Verhalten bei der mündlichen Verhandlung hinzu."

Weitere Verfahren gegen Spieler und Veranwortliche stellte das Kreissportgericht dagegen mangels Beweisen ein.

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