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FC Stein: Jungdynamiker verzweifelt gesucht

Kreisliga 2

Vom sicheren Absteiger zum Aufstiegskandidaten: Der FC Stein darf in der Kreisliga dank der alten Hasen träumen. Doch die Nachwuchssorgen machen sich bemerkbar: Die Steiner Reserve muss in der kommenden Spielzeit eine SG mit Großweismannsdorf eingehen.

Routinier Erman Elibol trifft immernoch für den FC Stein.

 / © Zink/ OGo

In der vergangenen Saison ist der FC Stein dem Abstieg aus der Kreisliga nur durch einen furiosen Schlussspurt entgangen. Vier Siege in Folge mussten her. In dieser Saison sind viele Beobachter überrascht, dass der Blick phasenweise sogar nach ganz oben ging; der Aufstieg war in diesem Jahr lange möglich für die Steiner. Und das, obwohl der Kader der gleiche und der Altersschnitt damit sogar noch weiter gestiegen ist. Aus der Jugend kommt schon lange nichts mehr nach, das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Der Verein stellt derzeit keine Großfeld-Jugendmannschaft, ab der D-Jugend sind keine Jahrgänge besetzt. Ein Dilemma, das bereits Spuren im Kader der ersten Mannschaft hinterlassen hat. Bei der Partie am Sonntag gegen die SpVgg Mögeldorf schätzt FC-Vorstand Uwe Kroll den Altersschnitt seiner Mannschaft auf 32 Jahre. Dass kurz vor Schluss mit Wilmar Slavik ein Fünfzigjähriger eingewechselt wurde, ist nur ein weiterer Beleg für die prekäre Lage.

Was tun? Die Vereinsführung um Uwe Kroll versucht, geeignete Trainer für sich zu gewinnen, um damit junge Fußballer anzulocken. Eine Spielgemeinschaft zu gründen, wie es andernorts auch geschieht, hat in der Jugend bislang noch nicht funktioniert. Allerdings schließt sich die zweite Mannschaft der Steiner zur kommenden Saison mit der ersten Mannschaft des SV Großweismannsdorf zusammen. Die Großweismannsdorfer müssten ihre Abteilung aus Spielermangel andernfalls dicht machen, und der FC Stein erhofft sich neue Spieler für die erste Mannschaft. Eine Win-Win-Situation.

Kroll: „Wir können voraussichtlich noch die nächsten zwei, drei Jahre in der Konstellation spielen.“ Spätestens dann muss eine Lösung her. Aktuell kommt erschwerend hinzu, dass der FC Stein sieben teils schwer verletzte Spieler zu beklagen hat. Speziell in der Offensive lief es am Sonntag beim Spiel in der Kreisliga 2 trotzdem sehr gut für die Steiner.

Christian Kauntz, Christoph Sitzmann und Erman Elibol sorgten schon in der ersten Halbzeit für eine komfortable 3:0-Führung. Alle drei Treffer waren toll herausgespielt, von einem körperlichen Defizit der erfahrenen Spieler war nichts zu sehen. Das änderte sich im Verlauf der zweiten Hälfte. Zunächst erhöhte der starke Kai Rupprecht auf 4:0, dann ließen die Kräfte langsam nach. FC-Keeper Hans-Jürgen Salemi brachte die Gäste durch eine Unkonzentriertheit zurück ins Spiel. Bei einem Dribbling verlor er den Ball, den Mögeldorf-Angreifer Tobias Ubrig nur noch einschieben musste. In der Folge brachten Arthur Rein mit einem direkt verwandelten Freistoß und Steffen Klein ihr Team nochmal auf 4:3 ran. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.

Damit brachte der FC Stein einen lange sicher geglaubten Sieg gerade so noch über die Zeit. Uwe Kroll weiß nach dem Spiel, wo er sich zu bedanken hat: „Wenn alle fit sind, haben wir fast den besten Sturm der Liga.“ Das wird allerdings nicht ewig so bleiben. „Unser Ziel war der Klassenerhalt. Den wollen wir auch nächstes Jahr schnellstmöglich sichern.“ In der aktuellen Verfassung sollte das gelingen.

Das ist nicht zuletzt der Verdienst von Trainer Thomas Eckert, der die Mannschaft in der vergangenen Saison in einer schweren Zeit übernahm. „Alle haben wieder mehr Spaß am Fußball und sind wieder bereit, an ihre Leistungsgrenzen zu gehen.“ Was dem Verein an Nachwuchs fehlt, macht er mit Oldies wieder wett. Der FC Stein stellt derzeit vier Altherrenmannschaften, eine Ü32, eine Ü40, eine Ü45 und eine Ü50. Den Altersschnitt wieder zu senken, bleibt natürlich trotzdem die Hauptaufgabe. Kroll: „Es wird ein langfristiges Projekt, aber wir kämpfen.“

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