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Alles neu beim FSV Stadeln II - Großer Ehrgeiz in Weinzierlein

Kreisklasse 3

Trainer, Liga, Spieler: Die U23 Stadeln verliert zwar zum Auftakt in der Kreisklasse 3, deutet in Weinzierlein aber ihr Potenzial an. Der ASV setzt sich indes ehrgeizige Ziele, muss sich dafür aber laut eigener Analyse noch gewaltig steigern.

Gleich mit zwei Stadelnern, Florian Kauerauf (li.) und Anthony Alvarado (re.), nimmt es hier Tim Burghart vom ASV Weinzierlein-Wintersdorf im Laufduell auf.

 / © Zink / DaMa

Die Kreisklasse 3 ähnelt ein wenig einer Wundertüte. Durch ihre vielen Neuzugänge ist sie nur schwer einzuschätzen: Der TSV Roßtal sowie der SV Losaurach sind aus der Kreisliga abgestiegen, der TSV Wilhermsdorf und der SV Gutenstetten/Steinachgrund II aufgestiegen. Dazu kommen mit dem ASV Weinzierlein-Wintersdorf und dem FSV Stadeln U23 noch zwei Wechsler, die aus der Kreisklasse 5 beziehungsweise der Kreisklasse 4 dazugekommen sind. Sie trafen zum Saisonauftakt in Wintersdorf aufeinander.

In Stadeln ist heuer vieles neu. Die Erste gibt in der Landesliga Gas. Die neu geformte Dritte besteht quasi aus der ehemaligen Zweiten des TSV Burgfarrnbach und die eigene Zweite kommt auch mit vielen neuen Spielern sowie einem neuen Trainer in einer neuen Liga daher. Coach Patrick Reichenauer ist zwar offiziell Spielertrainer, soll aber laut FSV-Vorstand Erwin Brunner selbst nur selten auf dem Platz aktiv werden. Stattdessen soll er seine junge Mannschaft so gut wie möglich von außen coachen, damit sich die Truppe "in der Runde gut behauptet".

Vorsichtig mit den Zielen

Das ist auch das von Brunner ausgegebene Saisonziel. Der erinnert sich noch an die Zeit von 2011 bis 2014, als die Stadelner bereits einmal in der Landesliga waren und das große Ziel der Reserve Aufstieg lautete, um den Klassenunterschied zu verkürzen. Jetzt will er die Ziele "nicht ganz so offensiv formulieren". Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Mannschaft aus vielen jungen Spielern besteht.

"80 Prozent der Mannschaft sind 19 oder 20", so der Vorstand. Viele kamen aus der eigenen Jugend. Einige hat aber auch der neue Trainer mitgebracht. Vor allem ein paar ältere Spieler haben so den Weg nach Stadeln gefunden: "Die Erfahrenen tun uns gut." Der Namenszusatz "U23" soll vor allem ein Zeichen nach außen sein, so Brunner.

Der Wechsel von der Kreisklasse 4 in die Kreisklasse 3 erfolgte auf Wunsch des Trainers. Zwar sind die Auswärtsfahrten jetzt zum Teil etwas weiter, aber "der Trainer kennt sich in der Kreisklasse 3 einfach besser aus".

Auch wenn das Projekt noch recht neu und der Unterschied zur Landesliga denkbar groß ist, ist "die Durchlässigkeit zwischen den Mannschaften immer gegeben". Das gilt auch für die dritte Mannschaft. Die muss zwar ganz neu und dementsprechend in der B-Klasse starten, jedoch hat Erwin Brunner den Eindruck, dass sich die eingeschworene Truppe aus Burgfarrnbach bereits gut integriert hat.

Dass die Stadelner U23 viel Potenzial besitzt, hat sie in ihrem ersten Spiel bereits angedeutet. Bei der knappen 3:4-Niederlage lagen die Gäste sogar bis kurz vor Schluss trotz Unterzahl in Führung. Das 1:0 markierte Daniel Schwarzländer nach einer knappen Viertelstunde. Lange hielt die Führung aber nicht. Der ASV kam durch Peter Strickstrock zehn Minuten später zum Ausgleich. Das war gleichzeitig der Halbzeitstand.

Danach schwächte sich der FSV Stadeln selbst, als Artur Boxler innerhalb von einer Minute zwei Gelbe Karten sah und das Feld entsprechend vorzeitig verlassen musste. Wenige Minuten später zog ASV-Stürmer Proepster in den gegnerischen Sechzehner und wurde per Grätsche zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Manuel Antweiler sicher.

Die Unterzahl war dem Spiel in der Folge allerdings nicht anzumerken, die Gäste gingen nach einem Doppelpack von Florian Kauerauf kurz vor Schluss sogar in Führung. Dann schlug die Stunde von ASV-Routinier Daniel Proepster, der seinerseits noch einen Doppelpack schnürte und seine Mannschaft damit in der Nachspielzeit zum knappen 4:3 schoss.

Urlauber und Verletzte

Damian Gliscinski, Trainer des ASV Weinzierlein-Wintersdorf freute sich im Anschluss der Partie zwar über drei Punkte zum Auftakt. Wirklich zufrieden war er allerdings nicht. Die Vorbereitung beschreibt er als "insgesamt zufriedenstellend", den aktuellen Leistungsstand aber nur mit "70 Prozent". Grund dafür sind zahlreiche Urlauber und auch Verletzte. Mit Fischer, Hüttinger und Schubert fallen aktuell drei Stammspieler langfristig verletzt aus. Am Ende waren so wenige Spieler verfügbar, dass der Trainer kurz vor dem Schlusspfiff sogar selbst noch ran musste.

All das ist für Gliscinski allerdings nebensächlich. "Die Vorbereitung zählt nichts mehr. Es geht wieder los. Die sechs Wochen waren lang." Das Saisonziel ist dabei klar formuliert: "Besser als letzte Saison." Da der ASV die vergangene Spielzeit als Tabellenvierter beenden konnte, würde das automatisch den Aufstieg, oder zumindest die Relegation bedeuten. Richten sollen es für den ASV Weinzierlein-Wintersdorf unter anderem die vielen jungen Spieler, die zur letzten Saison in den Herren-Bereich aufgerückt sind.

Nach ihrem ersten Jahr Seniorenfußball erwartet Gliscinski jetzt den nächsten Schritt. Auf noch mehr Verstärkung aus der Jugend darf der ASV auf absehbare Zeit allerdings nicht hoffen. Aktuell gibt es in der Spielgemeinschaft JFG Bibertgrund keine A-Jugend.

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