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DJK Falke: Eine Sicherheit für die Jugend

Nürnbergs liebste Liga Teil 8

Die Versuchung ist groß, sich über die SDN-Sicherheitsdienst-Nürnberg- Arena lustig zu machen. Da protestieren quer durch das Land Menschen in den Fankurven gegen die Auswüchse des modernen Fußballs, der unter anderem dafür sorgt, dass Bundesligastadien peinliche Sponsorennamen tragen, und dann machen sie bei der DJK Falke genau das: Sie verkaufen die Namensrechte an ihrem Stadion an einen Sponsoren.

Sperriger Name, schönes Stadion: Die DJK Falke geht neue Wege in der Kreisliga.

 / © Daniel Marr/ Zink

Die SDN-Sicherheitsdienst-Nürnberg- Arena — ehrlich jetzt, Daniel Hager? Ehrlich jetzt, sagt Daniel Hager und erzählt dann die Geschichte der Deutschen Jugendkraft Falke und danach verspürt niemand mehr Lust, sich lustig zu machen über diesen Kreisligisten, der die Namensrechte an seinem Sportplatz an einen Sicherheitsdienst verkauft hat.

26 Jahre jung ist Hager, er absolviert gerade sein Referendariat und ist nebenbei eben noch gemeinsam mit Björn Besocke Abteilungsleiter der DJK. 26, das ist jung für einen Abteilungsleiter, das weiß auch Hager. „Normale Menschen in meinem Alter spielen selbst Fußball“, sagt er. Er macht das nicht, weil einerseits zwei Verletzungen dazwischen kamen und er andererseits fand, dass der Fußball auf sein Talent als Spieler durchaus verzichten kann. Weil aber seine Freunde bei der DJK kicken, hat er irgendwann damit begonnen, sich um die Dinge abseits des Platzes zu kommen. Und weil in einem Verein einer der sich kümmert schnell immer mehr machen soll, wurde er eben irgendwann Abteilungsleiter.

Er hat aus dieser Perspektive einen Verein kennengelernt, der es schwer hat — wie es eben vielen Vereinen geht. Ständig müssen Vereine fusionieren, weil nicht mehr ausreichend Menschen Sport im Verein machen wollen. Bei der DJK würden sie diesen Schritt auch gerne gehen, weil sie zum Beispiel nur einen Fußballplatz haben, auf dem sie im Winter oder bei Regen nicht trainieren können. Die direkten Nachbarn vom TV Glaishammer haben aber kein Interesse an einer Fusion. Deshalb müssen sie bei Falke alleine weitermachen und irgendwie klarkommen mit den Widrigkeiten.

Klarkommen mit den Widrigkeiten bedeutet übersetzt: Sie brauchen Geld. Nicht um ihre Spieler in der Kreisliga zu bezahlen, sondern um den Verein am Leben zu halten. Sie haben immer noch Nachwuchsprobleme bei der DJK, haben seit längerer Zeit mehr keine A-Jugend in der Punkterunde gestellt. Also wollen sie attraktiver werden für die Jugend und stecken so alles Geld, das sie von Sponsoren bekommen, in die Jugend. Ausrüstung wird davon hauptsächlich bezahlt, sie wollen etwas bieten können.

Da trifft es sich gut, dass Lars Müller, der Besitzer des Sicherheitsdienstes, früher selbst für die DJK gespielt hat. Er gibt ein bisschen Geld und bekommt dafür seine eigene Arena. In der spielt die DJK auch in dieser Saison Kreisliga-Fußball. Nicht besonders erfolgreich, zuletzt gab es ein 1:2 gegen den TSV Buch II. „Wir sind null zufrieden mit den bisherigen Leistungen“, sagt Abteilungsleiter Hager und klingt streng, „spielerisch ist das nicht kreisligatauglich.“ Ob sich daran noch etwas ändert? Er hofft es, sagt Hager. Andererseits ist das aber auch ein kleines Problem für einen, der um das Überleben des Vereins kämpft.

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