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Frühlingserwachen beim FC Stein?

Nürnbergs liebste Liga Teil 12

Kreisligist FC Stein versucht sich an einer Verjüngung, Rückschläge auf dem Weg kalkuliert man bewusst ein.

Gegen BaKi reichte es für den FC Stein zu einem Remis. Doch vor allem neben dem Platz steht der FC Stein vor einer gro0en Herausforderung.

 / © Daniel Marr/ Zink

Was sein Trainer damit gemeint hat, als er ihm mitgeteilt hat, dass er ihn ins kalte Wasser schmeißen wird, weiß Daniel Manz an diesem Sonntagnachmittag spätestens nach 34 Minuten. Nach einem langen Ball des Gegners schreit der Torwart des FC Stein „Torwart“, nur dummerweise flutscht dem Torwart der Ball durch die Hände und weil hinter dem Torwart ja meistens niemand mehr steht, landet der Ball im Netz – 1:0 für den FC Bayern Kickers.

„Wenn man auf junge Leute setzt“, sagt Thomas Eckert eineinhalb Stunden später, „muss man auch Fehler verzeihen können.“ So sei das eben, wenn man 18 Jahre junge Männer ins kalte Wasser schmeißt, „aber irgendwann müssen wir ja den Umbruch beginnen“, findet der Trainer der Fußballmannschaft, die in den vergangenen Jahren fast nicht mehr ohne den Zusatz „Altherren“ auskam. Ziemlich überaltet kam der FC daher, weil ihm einerseits der Nachwuchs fehlt und der Verein andererseits nicht so viel dafür getan hat, besonders attraktiv zu wirken. In der Bezirksliga ging es Jahr für Jahr ein paar Plätze nach unten, bis irgendwann der Abstieg in die Kreisliga nicht mehr zu verhindern war, dort angekommen,musste man sich ebenfalls zunächst nach unten orientieren, erst vergangene Saison haben sie den Negativtrend gestoppt. Jetzt soll alles besser werden, vor allem soll der FC Stein jünger werden – Rückschläge kalkulieren sie auf diesem Weg bewusst ein.

Rückschläge wie dieses Missgeschick beim 0:1 gegen die Bayern Kickers,das Manz später noch vergessen macht, weil er bis zur Halbzeitpause noch zweimal stark hält, wie sein Trainer bemerkt. Manz’ Vorderleute wiederum sind auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht auf der Höhe. Obwohl die Gäste seit der 27. Minute und nach der umstrittenen Roten Karte für Niklas Horlamus in Unterzahl spielen, kommen nur sie zu Chancen. Eine davon nutzt Dustin Koricic in der 53. Minute zum 2:0, danach lassen die Bayern Kickers aber beste Gelegenheiten zum 3:0 aus und der Tabellenneunte Stein darf aus dem bislang so missglückten doch noch einen halbwegs gelungenen Sonntagnachmittag machen. Erman Elibol gelingt mehr oder weniger aus dem Nichts der Anschlusstreffer (63.), Christian Gastner erzielt per Strafstoß den 2:2-Ausgleich (78.) und Steins Kai Rupprecht verletzt sich am Knöchel so schwer, dass er vom Krankenwagen abgeholt werden muss, dann ist Schluss.

„Wir haben eine Stunde in Überzahl gespielt. Gemerkt hat man das aber nicht“, stellt Eckert kritisch fest, und: „Dass die Rote Karte uns gut getan hat, wage ich zu bezweifeln.“ Das Steiner Spiel ist eher auf eine kompakte Defensive und schnelle Gegenangriffe ausgelegt, schnell war an diesem Tag meistens aber nur der Gegner, der sich vor der Partie noch von seinem Trainer Saim Kök getrennt hat.

Dass sie in Stein lieber den anderen das Spiel und das Laufen überlassen, liegt wahrscheinlich auch an den vergangenen Jahren, als sie den Spielstil ans Personal anpassen mussten. In dieser Spielzeit haben sie den Altersdurchschnitt nun immerhin schon auf 28 Jahre gesenkt, in den nächsten Jahren soll er weiter auf 25 runtergehen, wenn es nach Eckert geht, es wird wohl doch nicht so weit kommen, dass die Väter noch gemeinsam mit ihren Söhnen auf dem Platz stehen.

Im Sommer hat sich der FC Stein mit dem SV Großweismannsdorf-Regelsbach in der A-Klasse auf eine Kooperation geeinigt, davon profitiert nun vereinzelt auch schon die Herrenmannschaft, es ist ein zartes Frühlingserwachen im Herbst 2019. „Bislang läuft es gut“, sagt Vorstand Uwe Kroll über die Integration der jungen Spieler, in Zukunft wollen sie noch mehr Fußballer überreden, die woanders auf der Bank sitzen, an die Mühlstraße zu wechseln. Und dann? Vielleicht sogar wieder Bezirksliga? „Naja“, sagt Thomas Eckert, „wir müssen erst einmal den Umbruch schaffen, damit der FC Stein überlebt.“

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