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Trotz angespannter Lage: TSV Wilhermsdorf setzt Zeichen und verlängert mit Reinhold

Kreisklasse 3

Konstanz in dieser unruhigen Zeit demonstriert der TSV Wilhermsdorf. Der Verein verlängert trotz eines Abstiegsplatzes mit seinem Trainer Rico Reinhold.

Rico Reinhold bleibt Trainer in Wilhermsdorf. 

 / © Karlheinz Wunner

Während viele Amateurvereine gerade in eine unsichere Zukunft blicken und ihre Planungen daher vorerst auf Eis legen, setzt der TSV Wilhermsdorf auf Kontinuität und macht unbeirrt weiter.

Die sportlichen Gegebenheiten lassen beim TSV eher Unruhe und Unzufriedenheit vermuten. Vor der virusbedingten Zwangspause verlor die erste Mannschaft einen Großteil ihrer Spiele und steht daher in der Kreisklasse 3 auf Rang 13 der 14er-Liga, zwei Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz.

Leicht könnten sich nun negative Gedanken aufstauen und zu Aktionismus verleiten. Doch es ist anders. Vor dem Abstieg fürchtet sich in Wilhermsdorf niemand und anstatt jetzt alles in Frage zu stellen, setzt der Verein auf Kontinuität. Der Vertrag mit Trainer Rico Reinhold wurde kürzlich erst verlängert und ist nun auch über diese Saison hinaus gültig. Eine Entscheidung,die alle Parteien glücklich macht. Abteilungsleiter Jörg Zeilinger ist unabhängig vom Tabellenstand mit der Leistung seines Trainers „sehr zufrieden“. Der Übungsleiter komme gut an, habe eine gute Trainingsgestaltung und sei ein Vorbild für die Spieler.

Auch die Kicker selbst seien von ihrem Coach überzeugt und hätten sich über ihren Spielerrat einen Verbleib von Rico Reinhold ausdrücklich gewünscht. Der Trainer selbst sieht die Verlängerung zunächst pragmatisch. Er hat unterschrieben, „weil es mir einfach richtig Spaß macht“.

Er habe in Wilhermsdorf einiges vor: „Unsere Mission ist noch nicht beendet. Wir haben hier so viele Möglichkeiten, die Mannschaft und die einzelnen Spieler weiterzuentwickeln.“ Mit „wir“ meint er sich selbst und seinen langjährigen Co-Trainer Heinz Walter-Götz, der auf Wunsch des Vereins auch zeitnah verlängern soll.

Das große sportliche Ziel scheint – sofern die Saison denn zu Ende gespielt werden kann – vollkommen klar. Der Klassenerhalt soll geschafft werden. Abteilungsleiter Zeilinger stellt jedoch klar, dass der Verbleib in der Kreisklasse lediglich „ein Wunsch“ sei, kein Ziel, das verpflichtet. Damit soll der große Druck von der Mannschaft genommen werden. Auch negative Gefühle sollen erst gar nicht entstehen.

Nachdem der TSV Wilhermsdorf in der Vorsaison für viele überraschend aufgestiegen ist, wollen die Verantwortlichen die positive Grundstimmung mitnehmen und sich nach und nach fußballerisch weiterentwickeln. Um eine sportliche Zukunft zu sichern, muss allerdings die Altersstruktur überarbeitet werden. „Unser Altersschnitt liegt diese Saison in jedem Spiel bei über 30“, rechnet Zeilinger vor.

Trotzdem noch fit

Die besten Fußballertage hat der eine oder andere also schon erlebt, auch wenn sie laut Trainer noch „fit und einsatzfreudig“ sind. Einziges Problem am Umbruch ist der teils fehlende Nachwuchs. Trotz der Jugendspielgemeinschaft mit dem TSV Langenzenn reicht es derzeit nicht, um eine A-Jugend zu stellen.

Dafür dürfen die 17-jährigen jungen Erwachsenen bereits mit den Herrenmannschaften trainieren und, sobald sie 18 sind, auch auflaufen. „Bei uns bekommen sie auch Einsatzzeit. Sei es über die Zweite oder in den Vorbereitungsspielen“, verspricht Rico Reinhold. Was in den älteren Jugendjahrgängen etwas mau aussieht, machen die jungen Jahrgänge wieder wett. In der U7, U9 und der U11 gibt es jeweils drei Mannschaften. Die U13 ist doppelt besetzt und die Jahrgänge darüber jeweils einfach. Mit Ausnahme der U19 eben. Für Nachwuchs ist demnach durchaus gesorgt. Nur leider nicht in nächster Zeit. „So lange müssen die älteren Spieler einfach noch durchhalten“, fordert Zeilinger mit einem Augenzwinkern.

Auch wenn sich Abteilungsleiter und Trainer auf die anstehenden Aufgaben freuen, stellen beide klar, dass es derzeit wichtigere Dinge gibt. „Wir machen uns mehr Gedanken über die aktuelle Situation als über den Fußball. Gesundheit steht über allem.“ Für einige leider immer noch keine Selbstverständlichkeit, deshalb sei es hier explizit erwähnt: Die Fußballer des TSV Wilhermsdorf verzichten derzeit auf jegliche Trainingseinheiten, Treffen oder sonstigen Kontakt, um so bald wie möglich wieder kicken zu dürfen.

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