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Re-Start: Unter Vorfreude mischt sich Skepsis rund um Bad Windsheim

Vereine fühlen sich vom BFV nicht ausreichend informiert

Vor dem Re-Start der Amateurfußball-Saison am 20. September sehen die Vereine auch manch neues Problem. Ein kurzfristig abgesagtes Testspiel des TSV Marktbergel dient als anschauliches Beispiel.

Die Fußballvereine müssen sich auf neue Umstände für ihren regulären Spielbetrieb einstellen.

 / © Bastian Lauer

Marktbergel gegen Gallmersgarten und vor allem Oberndorf gegen Bad Windsheim – mit zwei rassigen Derbys in der Kreisklasse 2 darf der Amateurfußball in der Region am 20. September sein Comeback vor Zuschauern feiern. Danach geht es peu à peu im Wechsel zwischen Liga und Ligapokal weiter. Doch es herrscht nicht nur Vorfreude. Die Vereine müssen sich mit neuen Problemstellungen beschäftigen.

Beispiel FSV Lenkersheim: Dort wurde es bei den bisherigen Testspielen so gehandhabt, dass die Gäste sich die beiden einzigen Kabinen aufteilen, im Raum des Sportheims, wo sonst Bier und Wurst verkauft wird, zog sich die Heimelf um, erläutert Vorsitzender Florian Schäfer. Einen Verkauf wird es für die Zuschauer also aus Mangel an Platz und auch an Zugängen wohl nicht geben können.

Eine Episode vom TSV Marktbergel: Dessen Zweite wollte vergangene Woche ein Testspiel bei der SpVgg Gülchsheim bestreiten. Die Spieler saßen schon in den Autos, als bei Abteilungsleiter Bernd Schuh das Telefon klingelte: Bleibt daheim, wir haben einen Corona-Verdachtsfall in der Mannschaft! Die TSV-Kicker kehrten um. Das Testergebnis war letztlich negativ, doch das Spiel war abgeblasen. "Damit musst du jetzt jede Woche rechnen", sagt Bernd Schuh. "Aber die haben genau richtig reagiert, du hast keine andere Wahl." 

Die Sorge von Volker Prehmus vom TSV Burgbernheim: die Zuschauer. Er verweist darauf, dass der Bayerische Fußballverband (BFV) - mal wieder - nach einer Entscheidung mit genauen Vorgaben geizt. TSV-Abteilungsleiter Prehmus erwarte kommende Woche strenge Regelungen, wie mit den zahlenden Gästen zu verfahren ist. "Wir müssen ja sicher alle Daten notieren, da musst du alleine eine Person dafür abstellen." Bei aller Vorfreude, die auf jeden Fall da sei, betont Prehmus, der Aufwand, der auf die Vereine zukommt, werde von Verbandsseite gerne in den Hintergrund gedrängt. Schäfer sieht das ähnlich: "Du musst dich ja immer erst einlesen, und jede Woche kommt was Neues, da bist du einfach unsicher." Ein Blick auf die Entwicklung im DFB-Pokal genüge aus seiner Sicht: Dort haben diverse Amateurvereine ihr Heimrecht freiwillig an ihren Gegner aus der Bundesliga oder der 2. Liga abgegeben. "Die scheuen sich, weil die Investitionen zu groß sind. Und das zieht sich letztlich durch bis in die untersten Klassen", findet Schäfer.

Markierungen entlang der Banden

In Marktbergel hat man in dieser Hinsicht Glück, hält Schuh fest. Das Sportgelände ist weitläufig, die beiden Plätze liegen direkt nebeneinander, es stehen vier Umkleiden zur Verfügung. Und zur Not können die Fußballer auch die angrenzende Sporthalle des TSV nutzen. Die Unterstützung in der Hinsicht durch den Hauptverein sei sehr groß, lobt Schuh. Insgesamt fühle er sich gut gerüstet und versucht sogar vorauszudenken: Da auch er nicht weiß, wie viele Zuschauer letztlich zugelassen werden, wolle man entlang der Banden Markierungen anbringen, zur Orientierung für die vorgeschriebenen 1,5 Meter Abstand.

Auf dem Rasen freilich soll und wird es letztlich keine Sicherheitsabstände geben. Bei allen Unsicherheiten, vor allem die Spieler freuen sich auf den Re-Start, das betonen alle. "Es wartet jeder drauf", sagt Prehmus. "Jeder ist erleichtert", sagt Schuh. Und Schäfer meint: "Corona hat viel durcheinander gebracht. Als Spieler willst du ja Leistung erbringen. Du weißt ja gar nicht, für was du trainierst, und dann gehst du halt auch mal nicht. Klare Strukturen haben gefehlt. Ich hoffe, dass jetzt wieder alles in geordneten Bahnen läuft."

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