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Tim Müller: "Die Geburt meines Sohnes hat mich beflügelt"

Kreisliga 1

Die Kreisliga 1 hatte in den vergangenen Jahren schon einige Talente und Torjäger in seinen Reihen. Mit Tim Müller von den Sportfreunden Dinkelsbühl, dem aktuellen Top-Torjäger der Liga, könnte in diesem Jahr aber sogar die Bestmarke der vergangenen Jahre geknackt werden. Das begeistert auch einen Bayernliga-Goalgetter.

Tim Müller (links) auf dem Weg zum 1:0 gegen den SV Arberg.

 / © Gruber

Keine Frage: Wenn man in der Kreisliga um den Aufstieg spielen möchte, braucht man Angreifer, die wissen, wie man Tore schießt. Mit Matthias Arold und Tim Müller haben die Sportfreunde Dinkelsbühl gleich zwei brandgefährliche Stürmer in den eigenen Reihen. Wie wichtig die beiden für den derzeitigen Tabellenführer aber wirklich sind, wird erst deutlich, wenn man die irren Zahlen betrachtet. Zusammen kommt das Duo nach 23 Spieltagen schon auf 39 Treffer. Die Angreifer erzielen somit zwei Drittel aller Dinkelsbühler Tore – insgesamt trafen die Sportfreunde in der laufenden Saison 61-mal. Während Arold mit zehn Treffern in nur 16 Auftritten schon regelmäßig für Torgefahr sorgt, liest sich die Quote von seinem Sturmkollegen aber noch etwas spektakulärer. In 23 Spielen traf Müller schon 29-mal und führt damit die Torjägerliste mit großem Abstand an. Sein engster Verfolger, Felix Semmlinger vom SV Arberg, steht trotz seiner sehenswerten Torausbeute von 21 Treffern in 22 Spielen noch deutlich hinter dem Top-Torjäger.

Rekord in Gefahr

Während es für die meisten Amateurfußballer nach der langen Coronapause im Sommer vor allem darum ging, erst einmal wieder zu alter Stärke zu finden, konnte Müller nach dem Restart sogar noch einmal eine Schippe drauflegen. In den vier Kreisligapartien nach der Pause erzielte Müller stolze sieben Treffer – eine Torquote von 1,75 Treffern pro Spiel. Mit diesem Schnitt könnte sogar die Bestmarke der vergangenen Jahre – aufgestellt von einem der bekanntesten Gesichter im mittelfränkischen Amateurfußball – gebrochen werden. Patrick Kroiß, der inzwischen bei der SpVgg Ansbach in der Bayernliga Nord die Fäden zieht, erzielte in der Saison 13/14 im Alter von 19 Jahren unglaubliche 42 Treffer. Diese Marke könnte in der laufenden Saison aber tatsächlich übertroffen werden. Sollte Müller seinen Toreschnitt von der Zeit nach dem Restart beibehalten, käme er am Ende der Saison auf 44 Treffer.

"Ohne die Mannschaft geht da relativ wenig"

Für Kroiß, der inzwischen auch in der Bayernliga Nord großes Ansehen genießt, ist es keine Überraschung, dass gerade Müller und die Sportfreunde Dinkelsbühl in dieser Saison so viele Tore erzielen. „Ich kenne Tim persönlich und weiß, was für ein guter Kicker er ist. Es würde mich nicht wundern, wenn er diese Marke tatsächlich überschreiten würde. Ich denke auch, dass die Sportfreunde eine sehr gute Mannschaft mit viel Erfahrung haben“, erklärt Ansbachs Spielmacher. Dass Kroiß nach der laufenden Saison diese Bestmarke verlieren könnte, stört ihn nicht weiter. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich damals nicht damit beschäftigt, ob ich eine Bestmarke erreiche.“ Trotzdem weiß er genau, worauf es ankommt, wenn man als Stürmer häufig treffen möchte. „Dass man als Stürmer ein gewisses Torjäger-en braucht, steht, glaube ich, außer Frage. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass die Mannschaft einen großen Anteil am Erfolg des Einzelnen hat. Wenn das Umfeld nicht passt, wird man als Angreifer nicht so viele Tore schießen.“ Er fügt hinzu, dass auch er damals keinesfalls 42 Tore hätte schießen können, wenn er nicht so starke Mitspieler gehabt hätte. „Wir kamen damals geschlossen aus der A-Jugend-Bayernliga in die zweite Mannschaft der Herren, was in meinen Augen heute nicht mehr selbstverständlich ist. Wir hatten dementsprechend viel Qualität im Kader. Ohne die Mannschaft geht da einfach relativ wenig“, schildert Kroiß.

Müllers Glücksbringer

Doch was ist Müllers Geheimnis für diese außergewöhnliche Quote in der laufenden Saison? Für den Angreifer ist das eine klare Angelegenheit. Er selbst möchte die Lorbeeren nicht für sich alleine beanspruchen und weiß genau, bei wem er sich bedanken muss. „Man muss ehrlicherweise sagen, dass es mir meine Mannschaft in dieser Saison sehr einfach macht, sodass ich manchmal wirklich nur noch den Fuß hinhalten muss. Am Anfang der Saison hatte ich eine Ladehemmung, doch mit der Zeit hat sich diese gelöst. Seitdem kann ich befreit aufspielen. Wenn der Kopf erst einmal frei ist, wird auch das Toreschießen leichter“, erklärt der Stürmer. Auch den erneuten Leistungsschub nach dem Restart kann Müller erklären. „Ich denke, dass mich die Geburt meines Sohnes im August in einer gewissen Weise beflügelt hat“, zeigt er sich glücklich. Ob er am Ende der Saison aber tatsächlich die 42-Tore-Marke von Kroiß knacken wird, ist für Müller Nebensache. „Ich habe das damals mitbekommen. Patrick ist ja auch ein toller Fußballer. Prinzipiell setze ich mir in jeder Saison das Ziel, mehr Tore als die Anzahl meiner Spiele zu erzielen. Trotzdem steht der Mannschaftserfolg natürlich im Vordergrund“, so Müller. Die Sportfreunde überwintern in der Kreisliga an der Tabellenspitze, zwei Punkte vor dem SV Arberg.

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