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Abiama und sein Ex-Verein: "Es ist toll, dass er uns nicht vergisst"

Kreisliga 2

Die SpVgg Mögeldorf fiebert mit ihrem Ex-Kollegen Dickson Abiama, der zuletzt sein erstes Zweitliga-Tor geschossen hat.

"Wir haben ihn als einen sehr sympathischen Jungen kennengelernt": Der Mögeldorfer Christian Jonczy (kniend rechts) mit Dickson Abiama. 

Als Dickson Abiama zum Sprint ansetzte,da ahnte Christian Jonczy schon, was gleich passieren würde. Ein paar Sekunden später schoss Abiama in Sandhausen das 3:0 für die Spielvereinigung Greuther Fürth – und in einem Nürnberger Wohnzimmer freute sich Jonczy mit. Das liegt nicht daran, dass der Jugendleiter der Sportvereinigung Mögeldorf ein großer Fan des Kleeblatts ist, auch die Mehrheit im Verein drückt dem 1. FC Nürnberg die Daumen, aber natürlich fiebern sie alle mit dem 22 Jahre alten Angreifer mit, der mehrere Jahre lang ihr Trikot trug.

Die Geschichte ist ja auch zu schön, um wahr zu sein. Ein kleines Fußballmärchen, wie es selten geworden ist im modernen Fußball. Im Sommer 2016 stand ein 17 Jahre junger Fußballer mit seiner Mutter am Mögeldorfer Sportplatz und wollte mittrainieren. „Wir haben sofort gemerkt, dass er ein sehr Guter ist und ihm direkt nach dem Training einen Mitglieds- und einen Pass-Antrag gegeben“, erinnert sich Christian Jonczy, der damals für die A-Jugend verantwortlich war.

Als alle Formalitäten erledigt waren, ging sie los, die wundersame Reise des Dickson Abiama. Mit 29 Toren in 21 Spielen schoss er die A-Jugend in die Bezirksoberliga, im ersten Jahr bei den Erwachsenen gelangen ihm in 25 Partien 27 Tore – am Ende der Saison feierten die Mögeldorfer den Aufstieg in die Kreisliga. Abiama stieg noch höher auf. Nach 13 Toren für die SG Quelle Fürth in der Landesliga ging es zum SC Eltersdorf in die Bayernliga, wo ihm wieder 17 Treffer in 17 Spielen gelungen. Seit dieser Saison trägt er nun das weiß-grüne Trikot der Spielvereinigung Greuther Fürth, die TV-Kommentatoren erzählen gerne die Geschichte des Aufstiegs von der Kreisklasse bis in die zweite Liga.

Ein Tor in der zweiten Bundesliga war dem 22-Jährigen bis Freitag nicht gelungen, im Pokal traf er doppelt gegen den Fünftligisten Meinerzhagen. Diesmal aber war es soweit: Abiama rannte los, spitzelte den Ball im Laufduell am Verteidiger vorbei und hämmerte ihn dann zum 3:0-Endstand ins Sandhäuser Tor. Es war ein Treffer, der sich angekündigt hatte – schon, als Abiama nach einem weiten Ball los lief. „Ich wusste: Jetzt geht er seinen Weg“, erinnert sich Jonczy, „das hat er bei uns mit seiner Schnelligkeit auch immer gemacht.“ Der Unterschied zwischen der Kreisklasse und dem Profifußball ist natürlich ein sehr großer, das weiß auch Jonczy.

Jubel nach dem Premierentor: Dickson Abiama in Sandhausen.

 / © Zink

Umso mehr freut er sich, dass Dickson Abiama immer noch regelmäßig in Mögeldorf vorbeischaut. „Er ist ein Profi, der ziemlich nah am Amateursport ist, weil er da groß geworden ist“, sagt Jonczy. „Es ist toll, dass er uns nicht vergisst.“ Zum Beweis schickt Jonczy nach dem Telefonat zwei Bilder: Sie zeigen Dickson Abiama auf dem Mögeldorfer Sportplatz, wie er seinem ersten Trainer ein Trikot überreicht und mit seinen ehemaligen Mitspielern, die heute in der Mögeldorfer U23 kicken, posiert.

„Wir haben Dickson alle als einen sehr sympathischen Jungen kennengelernt“, sagt Jonczy, „und wir sind sehr stolz, dass er es in die zweite Liga geschafft hat. Es ist ja das Ziel jedes kleinen Vereins, solche Spieler hervorzubringen.“

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