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ASV Fürth: Das Forschungsprojekt des Nathan Gebremichael

Seele des Vereins

Ein fußballspielender Informatiker beim ASV Fürth sorgt für die Präsenz des Vereins im Netz. Auch sportlich hat Mittelfeldspieler Nathan Gebremichael noch einige Ambitionen.

Seine technische Finesse begeistert beim ASV Fürth auch außerhalb des Platzes: Nathan Gebremichael

 / © Hans-Joachim Winckler

Wer sich in seinem Leben viel mit Computern befasst, ist entweder ein eher einsamer Mensch oder er hat sehr viele Freunde. Denn wer übers Telefon helfen kann, einen Drucker zu installieren, ist nicht nur in der eigenen Verwandtschaft der König. So wie Nathan Gebremichael.

Der Informatikstudent, der seinen klangvollen Namen den äthiopischen Eltern zu verdanken hat, wirkt nicht introvertiert. Als echtes Kind der Fürther Südstadt spielt der 26-Jährige seit der F-Jugend Fußball beim ASV Fürth. Zudem produziert er Musik ("ich würde es Caribbean Music nennen", sagt er), tritt manchmal als DJ auf und kann gut reden.

Und als sie im vergangenen Winter einen Trainer bis Saisonende für die zweite Mannschaft gesucht haben, hat er das mit seinem Mitspieler Aaron Moses auch noch übernommen. "Zwischenzeitlich wurde ich auch als Stadionsprecher gehandelt, als der bisherige aufgehört hat", erzählt er und muss lachen, "da habe ich mich aber drüber gewundert. Wahrscheinlich, weil ich mich technisch gut auskenne."

Als "Seele des Vereins" würde er sich niemals selbst bezeichnen, "da gibt es andere wie den Armin Kupka", er ist im Vorstand. Doch irgendwie scheint beim ASV die Meinung vorzuherrschen, Gebremichael sei ein Alleskönner. "In der Verwandtschaft PC-Probleme beheben und den Drucker installieren ist der Klassiker für Informatiker", erzählt er, "zuletzt ist dazugekommen, Zoom-Videokonferenzen richtig einzustellen." Und weil seine Fähigkeiten auch im Verein nicht lange verborgen blieben, fiel irgendwann der entscheidende Satz: "Wir müssten mal was an der Homepage machen."

Mit seiner Antwort kam er zu seinem Ehrenamt: "Dann habe ich mich drum gekümmert." Aus einer "simplen HTML-Seite mit ein paar Links" wurde "ein schöner Auftritt", der in der heutigen Zeit als Service für die Mitglieder unabdingbar ist. Außerdem ist er der Social-Media-Beauftragte des Vereins und hat die Mitgliederverwaltung "aufgerüstet", wie er es nennt. Alles für lau, ab und zu zeige man sich erkenntlich, aber darum geht es Gebremichael eh nicht.

Ziel ist die erste Mannschaft

Seinen Antrieb will er gar nicht als ritterlich werten. "Es geht mir vorwiegend ums Lernen von neuen Sachen." Klar sei sein Credo: "Die Sachen, die man für den Verein tun kann, sollte man auch tun." Im Vordergrund aber steht: "Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Es gibt Dinge, von denen ich keine Ahnung habe, und einen Monat später weiß ich viel darüber. Mich interessiert das wie ein Forschungsprojekt."

Ein paar Stunden pro Woche können es für ihn und einen weiteren Internet-Beauftragten schon werden, wenn der Sportbetrieb in vollem Gang ist. Sein Anspruch an die Homepage war, alle Sparten des Vereins zu repräsentieren. Momentan aber halte sich der Aufwand in Grenzen, "ich brauche nicht so viel Zeit, weil ich schnell bin".

Anerkennung hätte er gerne lieber auf sportlicher Ebene. Das große Ziel des zentralen Mittelfeldspielers der zweiten Mannschaft sei es, nach vielen kleinen Verletzungen endlich den Sprung in die "Erste" zu schaffen. Bis er angreifen kann, will er aber erst eine Liste auf der Internetseite auf den neuesten Stand bringen: die gesammelten Lieblingslieder seiner Mitspieler auf Spotify.

Als virtueller DJ namens "D-Jinnz Nathan" wird er dazu im neuen Jahr eine Umfrage in der Mannschaft starten, dieser Tausendsassa.

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