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Mittwoch, 28.10.2020

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Anthrotech aus Eckental hat sich auf Trikes spezialisiert

Zwei frühere Elektrotechnikstudenten stellen in ihrer Werkstatt in Frohnhof Liegeräder her - 10.10.2020 05:48 Uhr

Haben mit ihren Rädern Erfolg: Matthias Krauß (rechts hinten) und Walter Scheidt.

© Foto: Reinhard Kalb


– Obwohl die Konzeption des Liegerads wie auch erste Prototypen schon über hundert Jahre alt sind, ist es nach dem Aufschwung um 1980 herum sein Image als Fortbewegungsmittel für Alternative und Unangepasste kaum losgeworden.

Vorsichtige Gemüter wagen sich damit kaum in den Stadtverkehr, aus Angst, aufgrund der geringen Höhe von Autofahrern übersehen zu werden. Und einem Laster auf einem knappen Meter Augenhöhe zu begegnen, löst selbst bei Routiniers noch ein gewisses Kribbeln aus.

Am Anfang war es ein Hobbyprojekt

Das ist bei den Liegerädern der Anthrotech-Leichtfahrzeugtechnik GmbH schlecht möglich. Der Viermannbetrieb im Eckentaler Ortsteil Frohnhof stellt seit 1993 ausschließlich Dreiräder her. Zwei Reifen vorne, einer hinten – aufgrund seiner relativen Breite und mit greller Lackierung fällt solch ein Trike schon ins Auge.

Dreirädrige Liegeräder haben den Vorteil, dass sie kaum umkippen und auch in engen Kurven recht wendig sind.

© Foto: Reinhard Kalb


Begonnen hatte das Ganze tatsächlich ganz hobbymäßig, als Matthias Krauß und Walter Scheidt Anfang der Neunziger Jahre ihres Studiums der Elektrotechnik langsam müde wurden und sich dem Fahrradbasteln widmeten. "Im Prinzip war es ein Hobbyprojekt" erinnert sich Matthias Krauß, heute 61, an damals. "Ich bin immer mit dem Rennrad von Frauenaurach nach Erlangen gefahren und wollte es irgendwann einmal bequemer haben." Tatsächlich ist das Liegerad gegenüber dem Hochrad ergonomisch im Vorteil. Rücken und Wirbelsäule sind entspannt, Schultern und Nacken müssen den Kopf nicht ständig aus der gebückten Haltung heben, und das Hinterteil scheuert sich auch bei Langstrecken nicht wund.

Liegeräder kippen kaum um

Dreirädrige Liegeräder haben den Vorteil, dass sie kaum umkippen und auch in engen Kurven recht wendig sind. Dass die zwei Räder paarweise vorne liegen statt hinten, verbessert ihre Kurvenstabilität. "Außerdem sehe ich so besser, wie breit mein Fahrzeug ist, und bleibe nicht irgendwo an einem Pfosten oder einer Ecke hängen", weiß Krauß.

Wer zählt zur Klientel? Hauptsächlich Leute, die es sich leisten können, denn so ein Liegerad kostet ohne Elektromotor 2680 Euro, mit Motor nochmal 2500 Euro dazu. "Dann sind es vor allem ältere Kunden, die nicht mehr so ganz kräftig sind, aber immer noch gerne in die Pedale treten", zählt Krauß auf, "ebenso Personen mit leichten körperlichen Einschränkungen. Und natürlich die ganz eingefleischten Liegeradler, die seit Jahr und Tag radeln. Jüngeren Leuten hingegen ist solch ein Rad zu teuer. Jedenfalls taugen unsere Räder für den Alltagsgebrauch, für Stadt und Land. Und mit dem Pedelec erweitert sich der Aktionsradius enorm."

Um die 30 Kilo bringt ein Liegerad auf die Waage

Ein ordentliches Gewicht bringt so ein Liegerad auf die Waage: 23 Kilo ohne Motor, mit Motor sind es 30 bis 32 Kilo. Das liegt am Material, denn statt Aluminium verwendet Anthrotech Stahlrohre von 1,5 Millimeter Durchmesser. "Das hält ewig", meint Krauß.

Aber auch ohne Motor bezwingt der Radler Steigungen wie den Marloffsteiner Berg dank der Neun-Gang-Kettenschaltung bzw. Acht-Gang-Nabenschaltung. Es dürfen aber auch 14 Gänge sein.

Die Farbe kommt in Baiersdorf drauf

Seit 1995 arbeiten Krauß und Scheidt in ihrer Werkstatt in Frohnhof. Mit insgesamt vier Mann in Vollzeit und einer Teilzeitkraft widmen sie sich dem Bau und der Weiterentwicklung ihrer Trikes. "Wir schneiden den Stahl zurecht und schweißen das Chassis zusammen. Dann kommt in Baiersdorf die Farbe drauf und danach bauen wir hier alles weitere zusammen: Bremsen, Schaltung, Licht und eventuell den Elektromotor." Etwa 130 Räder pro Jahr verlassen die Werkstatt und rollen in die Welt.

Entweder zu bundesweit 45 Händlern mit einem Faible für spezielle Fahrräder, oder direkt zum Endkunden.

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Ein Abflauen des Interesses an Liegerädern ist nicht in Sicht: "Ganz im Gegenteil, seit die Corona-Sperrvorschriften gelockert sind, beobachte ich einen enormen Anstieg am Fahrradverkehr", sagt der Geschäftsführer.

Und wie oft fährt der Chef privat Fahrrad? "Am liebsten fahre ich bei Regen, dann ist auf den Radwegen nicht so viel los."

Name: AnthroTech Leichtfahrzeugtechnik GmbH

Adresse: Rothenbergstraße 7 in Eckental

Geschäftsführer: Matthias Krauß

gegründet: 1993

Belegschaft: 4 Vollzeit-, 1 Teilzeitkraft

Ausstoß: ca. 130 Liegeräder im Jahr

Umsatz: ca. 400 000 Euro

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© Oliver Berg, dpa

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© Jan Woitas, NN

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© Thomas Scherer Honorarpflichtig, NN

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Ein Liter Bier verursacht...

© e-arc-tmp_20190920-130300-001.jpg, NN

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Frage 12/13:

Eine Avocado verursacht...

© Jürgen Leykamm, NN

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Frage 13/13:

Ein Kilo Geflügel verursacht...

© Oliver Berg, dpa

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

REINHARD KALB

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